Dortmund-Wickede

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Dieser Artikel beschreibt den Dortmunder Stadtteil Wickede; zur gleichnamigen Gemeinde im Kreis Soest siehe Wickede (Ruhr).

51.5319444444447.610833333333375Koordinaten: 51° 31′ 55″ N, 7° 36′ 39″ O

Dortmund-Wickede
Stadt Dortmund
Höhe: ca. 75 m
Fläche: 8,92 km²
Einwohner: 15.398 (31. Dez. 2010)
Eingemeindung: 1. April 1928
Postleitzahl: 44319
Vorwahl: 0231
Stadtbezirk Dortmund-Aplerbeck Stadtbezirk Dortmund-Brackel Stadtbezirk Dortmund-Eving Stadtbezirk Dortmund-Hombruch Stadtbezirk Dortmund-Hörde Stadtbezirk Dortmund-Huckarde Stadtbezirk Dortmund-Innenstadt-Nord Stadtbezirk Dortmund-Innenstadt-Ost Stadtbezirk Dortmund-Innenstadt-West Stadtbezirk Dortmund-Lütgendortmund Stadtbezirk Dortmund-Mengede Stadtbezirk Dortmund-ScharnhorstKarte
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Lage von Dortmund-Wickede in Dortmund

Wickede ist der östlichste Stadtteil von Dortmund im Stadtbezirk Dortmund-Brackel. Östlich des Stadtteils liegt die Stadt Unna und südlich die Gemeinde Holzwickede. In Wickede lebten zum 31. Dezember 2010 15.398 Einwohner.

Der Ort ist durch eine gemischte Wohnbebauung geprägt. Rund um den Hellweg existiert noch eine relativ hohe Anzahl an alten Fachwerkhäusern, die heute teilweise unter Denkmalschutz stehen. Besonders deutlich ist dies im Bereich Wickeder Straße/Eulenstraße und am Pleckenbrink. In den ruhigeren Nebenstraßen des Hellwegs stehen viele hochwertige, bürgerliche Einfamilien- und Reihenhäuser, die überwiegend ab den 1950er Jahren gebaut wurden. Am Ortsrand Wickedes sind hingegen ab den 1960er Jahren viele Mehrfamilienhaussiedlungen entstanden. Die beiden größten Siedlungen, die Großsiedlung Meylantstraße im Wickeder Nordosten und die Siedlung östlich der Steinbrinkstraße im Wickeder Südwesten, gelten als soziale Brennpunkte. Aufgrund dessen zählt Wickede zu den 13 sozial benachteiligten Stadtteilen Dortmunds.

Geschichte[Bearbeiten]

Flughafen Dortmund

Die bäuerliche Ansiedlung an der alten Handelsstraße Hellweg wird um 1220 erstmals in der Vogteirolle des Friedrich von Altena-Isenberg namentlich erwähnt.

Um 1250 wird die Johanneskirche fertiggestellt (seit der Reformation evangelisch).

1846 wird an der Gemeindegrenze zu Holzwickede die Zeche Vereinigte Norm in Betrieb genommen, die allerdings bereits 1865 aus wirtschaftlichen Gründen wieder geschlossen wird. Reste der Betriebsgebäude bleiben bis in die 1980er Jahre erhalten und werden erst im Zuge der Flughafenerweiterungen beseitigt. 1854 wurden im Osten des Ortes die Schächte 1 und 2 der Zeche "Massener Tiefbau" abgeteuft. 1925 erfolgte die Schließung dieser Schächte und der Schächte 3/4 in Massen Nord.

1874 wird Wickede Teil des Amtes Brackel im Landkreis Dortmund[1]

1905 wird Wickede über die Elektrische Straßenbahn des Landkreises Dortmund an die Dortmunder Innenstadt sowie die Stadt Unna angebunden.

Mit der kommunalen Gebietsreform wird das Amt Brackel aufgelöst und die zuvor selbstständige Gemeinde Wickede am 1. April 1928 ein Teil der Stadt Dortmund.[2]

Ab den 1960er Jahren beginnt der Bau und Ausbau des Dortmunder Flughafens an der Chaussee.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 1830 hatte Wickede eine rein bäuerliche Bevölkerung, erst mit dem Einzug der Industrie vergrößerte sich das alte Bauerndorf beträchtlich und die Einwohnerzahl wuchs stetig.

Auf einer Fläche von 8,91 km² leben heute in Wickede 15.398 Einwohner (=7.384 Männer und 8.014 Frauen), dies bedeutet ein Minus gegenüber 2009 um 242 Einwohner (-1,5 %).

Sozialstruktur der Wickeder Bevölkerung:

  • Minderjährigenquote: 19,3 %, liegt leicht unter dem Stadtdurchschnitt von 19,8 %.
  • Altenquote: 35,5 %, liegt leicht über dem Dortmunder Durchschnitt von 31,0 %.
  • Arbeitslosenquote: 13,5 %, liegt leicht über dem Dortmunder Durchschnitt von 12,6 %. (Dezember 2012)[3]
  • Ausländeranteil: 6,1 %, deutlich unter dem Dortmunder Durchschnitt.
  • Anteil der Personen mit Migrationshintergrund: 27,6 %, weit über dem gesamtstädtischen Durchschnitt.

Das Einkommen liegt leicht unter Dortmunds Durchschnitt. Wickede ist zwar überwiegend evangelisch, beherbergt aber trotzdem vielerlei Religionsgemeinschaften.

Großwohnsiedlung Meylantviertel[Bearbeiten]

Meylantviertel Dortmund-Wickede

Im Jahre 1960 begann der Bau einer Neue Heimat-Wohnsiedlung im Wickeder Nordosten, zwischen der Wickeder Wohnbebauung im Süden und dem "Wickeder Ostholz" im Norden. 1963/64 waren die ersten Wohnungen fertiggestellt und 1965 wurde der Bau abgeschlossen. Insgesamt handelt es sich nach der kleinräumigen Quartiersanalyse des Amtes für Wohnungswesen zum 31. Dezember 2009 um 1.401 Wohneinheiten in drei- bis achtstöckigen Wohnblocks, die von 2.550 Personen bewohnt werden. In der Folgezeit wurde die Siedlung von Einfamilien- und Reihenhausbebauung umgeben und so in die Wickeder Wohnbebauung eingegliedert. In den darauffolgenden Jahren zeigten sich die negativen Konsequenzen unter anderem durch die hohe Anzahl an sozial benachteiligten Familien und die hohe Arbeitslosigkeit. Mittlerweile versucht der jetzige Eigentümer LEG die Wohnqualität und das schlechte Image durch umfangreiche Renovierungsmaßnahmen zu verbessern.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Dortmund-Wickede

Dortmund-Wickede ist Standort des Flughafens Dortmund.

Zwischen Wickede und Asseln befand sich der Bahnhof Wickede-Asseln, der später in Dortmund-Asseln umbenannt wurde und 1968 stillgelegt wurde. Die Haltepunkte Dortmund-Wickede und Wickede West der S-Bahn-Linie S 4 bieten einen Zustieg zur schnellen Verbindung nach Unna beziehungsweise in die Dortmunder City.

Die Stadtbahn U 43 hält an fünf Stationen in DO-Wickede und ermöglicht an der Endstelle ein Umsteigen in die S-Bahn.

Buslinien bieten ein schnelles Erreichen der Wohngebiete im Wickeder Süden beziehungsweise Norden und kreuzen jeweils den Wickeder Hellweg, auf dem die Stadtbahn in ost-westlicher Richtung fährt.

Sportvereine[Bearbeiten]

Seit 1910 gibt es unter anderem den erfolgreichen Fußballverein BV Westfalia Wickede 1910 e. V. im Herzen des Ortes. Das Pappelstadion an der Eichwaldstraße/Bremmenstraße war jahrzehntelang das Domiziel des BV Westfalia Wickede. Am 23. September 2007 wurde eine neue Kunstrasen-Anlage am Fränkischen Friedhof unterhalb des Dortmunder Flughafens bezogen. Im Jahre 2009 wurde das nun "Neue Pappelstadion" durch eine Tribünenanlage ergänzt. Am 22. April 2012 verkündete der amtierende Präsident, Hans Walter v. Oppenkowski, das neue Kleinspielfeld (Kunstrasen) als eröffnet. Am Standort des alten Pappelstadions befindet sich jetzt ein Einkaufszentrum. In der Saison 2009/2010 spielen 3 Mannschaften der Westfalia in der Landesliga (B1, A1 und 1. Herren) und eine in der Bezirksliga (C1). Die 1. Seniorenmannschaft ist 2010 in die Westfalenliga aufgestiegen. 2012 konnte man sich zum 2. Mal über die Meisterschaft bei der Dortmunder Hallenfußball Stadtmeisterschaft freuen. Die Saison 2011/12 konnte die 1. Mannschaft des Vereins als beste Amateurfußballmannschaft von Dortmund abschließen. Seit März 2000 ist Hans Walter v. Oppenkowski Präsident des BV Westfalia Wickede, der stadtweit für seine erfolgreiche 1. Mannschaft in der Westfalenliga und die hervorragende Jugendarbeit mit Sozialtarifen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien bekannt ist. Ganz im Zeichen seiner Kooperationen mit Kindergärten und Schulen vor Ort, startet der Verein ab dem 30. August 2012, gemeinsam mit der Wickeder Hauptschule, das Projekt "Jugend stark machen". Neben Westfalia ist der SV Dortmund-Wickede 82 der zweite Fußballverein am Ort. Auf der Sportanlage am Dollersweg steht unter dem Motto "Sport unter Freunden" die Förderung des Breitensports im Vordergrund.

Schulen[Bearbeiten]

  • Steinbrink Grundschule
  • Josef Grundschule
  • Bach Grundschule
  • Hauptschule Wickede

Weiterführende Schulen (Max-Born-Realschule und Immanuel-Kant-Gymnasium) befinden sich im benachbarten Stadtteil Dortmund-Asseln.

Politik[Bearbeiten]

Seit 1901 besteht ein Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Die SPD ist bei den Wahlen in Wickede seit mehr als fünf Jahrzehnten stärkste Kraft (Stand 2012). Der Ortsverein zählt fast 300 Mitglieder.

Mit Fritz Steinhoff brachte der Ortsverein einen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen hervor. Auch Dortmunds 2006 verstorbener Altbürgermeister Willi Spaenhoff (SPD) hatte seine Wurzeln in Wickede, wo er bis zu seinem Tod lebte. Zur bürgeroffenen 110-jährigen Jubiläumsfeier der Wickeder SPD am 17. September 2011 im Wickeder Konradsaal erschien auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Die CDU Ortsunion Dortmund Wickede hat 77 Mitglieder.

DIE LINKE ist seit den Kommunalwahlen 2009 in der Bezirksvertretung Brackel vertreten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dortmund-Wickede – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Parteien in Wickede:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.territorial.de/westfal/dortmund/brackel.htm abgerufen am 5. Januar 2013
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 296.
  3. http://www.radio912.de/infos/dortmund/nachrichten/art749,566639 Radio 91.2, abgerufen am 5. Januar 2013