Flughafen Dortmund

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Flughafen Dortmund

Logo des Flughafens Dortmund

DTMTerminalInside.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDLW
IATA-Code DTM
Koordinaten
51° 31′ 10″ N, 7° 36′ 55″ O51.5194444444447.6152777777778130Koordinaten: 51° 31′ 10″ N, 7° 36′ 55″ O
130 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km östlich von Dortmund
Straße A1, A40, A44, B1
Nahverkehr Airport Express (22 Minuten bis DO-Hbf), Airport Shuttle (5 Minuten bis Holzwickede Bf), Bus 440 (13 Minuten bis DO-Aplerbeck, dort Anschluss an U47) oder Bus C41 (23 Minuten bis Unna Bf)
Basisdaten
Eröffnung 1960
Betreiber Flughafen Dortmund GmbH
Fläche 220 ha
Terminals 1 Hauptterminal, 1 General Aviation Terminal
Passagiere 1.924.313 (2013)[1]
Luftfracht 21 t (2009)
Flug-
bewegungen
31.926 (2009) ~ 87 Flugbewegungen pro Tag
Kapazität
(PAX pro Jahr)
Ca. 2,5 Millionen
Beschäftigte 1.389, davon 366 Flughafen Dortmund GmbH (2009)
Start- und Landebahn
06/24 2000 m × 45 m Asphalt

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i7 i10 i12

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Der Flughafen Dortmund, eigener Name: Dortmund Airport 21, liegt im Osten Dortmunds an der Stadtgrenze zu Holzwickede und Unna. Der ehemalige Verkehrslandeplatz entwickelte sich in den letzten Jahren gemessen am Passagieraufkommen zum viertgrößten Verkehrsflughafen in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund des allmählichen Rückzugs des langjährigen Hauptnutzers Eurowings hat sich der Flughafen auf die Gewinnung neuer Fluggesellschaften konzentriert. Daher machen heute Billigfluggesellschaften einen Großteil des Flugbetriebs aus. Dazu kommt ein größerer Anteil an touristischem Linienverkehr, der Geschäftsreiseverkehr sowie die allgemeine Luftfahrt. Auf dem Gelände des Flughafens befindet sich eine Einsatzstaffel der Polizeiflieger Nordrhein-Westfalen und eine Station der DRF Luftrettung.

Geschichte[Bearbeiten]

Flughäfen in NRW

Alter Standort[Bearbeiten]

Der „Flughof“ Dortmund-Brackel (1927)

Der Dortmunder Flughafen war ursprünglich im Stadtteil Dortmund-Brackel angesiedelt. Dort gibt es auch heute noch die Flughafenstraße, was gelegentlich zu Verwirrung bei Ortsunkundigen führt. Ebenso hieß der in der unmittelbaren Nähe befindliche Bahnhof noch bis 1986 Bahnhof Dortmund-Flughafen, bevor er umbenannt wurde.

Am 15. November 1917 sprach der damalige Dortmunder Oberbürgermeister Ernst Eichhoff das erste Mal öffentlich von dem Plan, nördlich des Dorfes Brackel ein Flugfeld einzurichten. Am 18. Mai 1918 wurde ein entsprechender Vertrag abgeschlossen und man begann, den Landeplatz zu realisieren, der, wie viele andere Flugplätze damals auch, kreisrund angelegt wurde.

Mit der Deutschen Aero Lloyd und der Junkers Luftverkehr AG wurde über einen Anschluss der Ruhrgebietsstädte an das internationale Streckennetz der Luftverkehrsgesellschaften verhandelt. Am 25. Mai 1925 nahm die Stadt Dortmund an der Gründungsversammlung der Luftverkehr Aktiengesellschaft Westfalen mit verschiedenen Ruhrgebietsstädten teil. Ziel der Gesellschaft war es, den Flugverkehr zu fördern.

Im Herbst des Jahres war allerdings zu erkennen, dass die Stadt die finanziellen Belastungen nicht weiter tragen konnte. So wurde am 16. April 1926 die Flughafen GmbH gegründet. Gesellschafter waren das Deutsche Reich, der Preußische Staat, der Provinzialverband Westfalen, der Stadt- und Landkreis Dortmund, die Industrie- und Handelskammer sowie einige Firmen.

Nach dem Zusammenschluss von Aero Lloyd und Junkers Luftverkehr AG im Januar 1926 zur Deutschen Luft Hansa AG starteten und landeten täglich zwölf Maschinen auf dem Dortmunder Flughafen.

Am 27. April 1925 wurde der Flugplatz mit der Einbindung in die Fluglinie Kopenhagen–Hamburg–Bremen–Dortmund–Frankfurt(M)–Stuttgart–Zürich in Betrieb genommen. In der laufenden Flugplanperiode kamen weitere Verbindungen hinzu und es konnten letztendlich die Städte Hannover, Berlin, Halle, Leipzig, Bremen, Hamburg und Amsterdam direkt erreicht werden. 1928 verzeichnete der Flughafen über 8000 Starts und Landungen und war damit neben Köln wichtigster Verkehrslandeplatz im Westen Deutschlands.

Am 10. August 1930 landete das Luftschiff Graf Zeppelin unter dem Zuspruch von 120.000 Menschen auf dem Brackeler Flughafen.

1939 wurde der zivile Luftverkehr eingestellt und das Militär übernahm die Anlage als Fliegerhorst Dortmund-Brackel. Am 28. März 1945 verließen die letzten Flieger den Flugplatz. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flughafen durch Bombenangriffe zerstört und nach dem Krieg von der Royal Air Force übernommen. Zwischen 1953 und 1959 wurde das Flugfeld in Brackel von der Sportfliegerei genutzt.

1950 gründeten die Gebrüder Theo und Hans Hengsbach mit anderen Flugbegeisterten den Aero-Club e.V. als Nachfolger des Dortmunder Luftfahrtvereins. Drei Jahre später startete wieder das erste deutsche Segelflugzeug in Brackel, 1955 machten die Gebrüder Hengsbach erste Rundflüge.

Am 5. Mai 1955 erhielt die Bundesrepublik die Lufthoheit zurück. Allerdings war der Dortmunder Flughafen nicht mehr im Netz der Lufthansa vertreten, weil für die neuen und größeren Maschinen in Brackel der Platz fehlte. Als 1959 Raketeneinheiten der Britischen Rheinarmee stationiert wurden, wurde der Flugbetrieb am Standort Brackel endgültig eingestellt. Die zivile Luftfahrt suchte nach einem neuen Standort und wurde im Ortsteil Wickede fündig.

Nach dem Abzug der britischen Rheinarmee finden sich heute am Standort Brackel ein Golfplatz und das Trainingsgelände des Fußballbundesligisten Borussia Dortmund. Nur noch wenige Hinweise wie Bunkeranlagen im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Buschei erinnern an die ehemalige Nutzung als Flughafen. Die letzten am Standort Brackel noch vorhandenen Flughafengebäude und ehemaligen militärischen Gebäude wurden ab 2007 eingeebnet und das Gelände wird für eine inzwischen stattgefundene Wohnbebauung vorbereitet.

Neuer Standort[Bearbeiten]

Der heutige Flughafen befindet sich im Ortsteil Dortmund-Wickede an der Chaussee an der Stadtgrenze zum Kreis Unna bzw. der Gemeinde Holzwickede und hat die Postanschrift Flughafenring.

Altes Terminal, heutzutage genutzt als Terminal für allg. Luftfahrt
Flughafen-Dortmund-Schild
Terminal
Verwaltungsgebäude

Die erste Sportmaschine landete 1960 auf einer Graslandebahn in Dortmund-Wickede. Mit dieser Landung wurde die zivile Nutzung des Dortmunder Flughafens am neuen Standort eingeweiht. Bereits drei Jahre später erhielt der Flughafen am 1. Februar 1963 durch den Regierungspräsidenten in Münster die Genehmigung für Segel- und Motorflugzeuge.[2]

Die Weichen für den Generalausbau des Flughafens wurden vom Rat der Stadt Dortmund am 24. Februar 1969 mit dem Beschluss des Baus einer Start- und Landebahn von 850 Metern Länge gestellt. Gleichzeitig beschloss der Rat auch den Ausbau des Flughafens mit allen notwendigen Nebeneinrichtungen und die Wiedereinsetzung der alten Betreiberin. Knapp zwei Jahre später am 1. April 1971 wurde die Flughafen Dortmund GmbH als kommunale Eigengesellschaft der Stadt wieder aktiv.

Das Aus für die Segelflieger, die den Standort Wickede aufgebaut hatten, kam 1973. Es folgte die Ansiedlung kleiner, regional agierender Fluggesellschaften, unter anderen die Aerowest, dem zu dieser Zeit größten Cessna-Händler in Europa und Anbieter von Charter-, Foto- und Rundflügen. Professionalisiert wurde der Flughafen 1974 mit dem Ausbau der 650 Meter langen und 20 Meter breiten Graspiste, die mit Asphalt versehen und in Betrieb genommen wurde. 1975 folgte die Realisierung einer ersten 850-Meter-Bahn.

1979 wurden erste Linienflüge von der RFG – Reise- und Industrieflug, der späteren Eurowings, mit der Eröffnung der Strecke Dortmund – München eingerichtet. Die neu erbaute 850 m lange Start- und Landebahn (plus jeweils 100 Meter befestigte Stoppflächen) mit 30 Metern Breite hieß nun Startbahn Ruhrgebiet und wurde 1983 durch den Ministerpräsidenten Johannes Rau eröffnet. Bereits vier Jahre später erfolgte 1987 die Erweiterung des Abfertigungsgebäudes die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 1050 Meter (plus jeweils 200 Meter betonierte Stoppflächen).

Um auch größeren Flugzeugen die Landungen in Dortmund zu ermöglichen, wurde 1997 die Start- und Landebahn unter Einbezug der Stoppflächen auf 1450 m verlängert (BAe 146/Avro). Dadurch konnten auch die Nutzlastbeschränkungen der vornehmlich eingesetzten ATR-Turboprops deutlich verringert werden.

Tower

Die abschnittsweise Verlängerung der Start- und Landebahn ging weiter. Im Jahr 2000 erfolgte der Ausbau der Start- und Landebahn auf 2000 Meter Länge und 45 Meter Breite sowie die Eröffnung des neuen Terminals für bis zu 2,5 Millionen Passagiere jährlich nach etwa zweieinhalb Jahren Bauzeit. Im folgenden Jahr überschritten die Fluggastzahlen erstmals die Millionengrenze. Insgesamt nutzten 1.064.153 Passagiere den Flughafen. Doch bereits ein Jahr später musste auch der Flughafen Dortmund mit der Luftfahrtkrise nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 fertig werden. Die Passagierzahlen gingen auf 994.508 zurück.

Um die Passagierzahlen wieder zu steigern, hielt 2004 am Dortmund Flughafen das Segment der Billigfluggesellschaften Einzug: Die Airline easyJet verband den Flughafen mit vielen europäischen Zielen und stationierte mehrere Flugzeuge. Auch die Fluggesellschaft Wizz Air nahm ihre Linienflüge nach Osteuropa auf. Schon im Jahr 2005 konnte der Flughafen mit jährlich mehr als 30.000 Starts und Landungen und über 1,7 Millionen Passagieren eine deutliche Steigerung verbuchen. Dies machte Dortmund erstmals zum drittgrößten Verkehrsflughafen in NRW. Auch als Arbeitgeber war der Airport inzwischen von Bedeutung: Über 1.500 Menschen hatten zu diesem Zeitpunkt am Flughafen Dortmund ihren Arbeitsplatz. Die Firma Dauair wählte Dortmund zur operativen Basis mit mehreren stationierten Flugzeugen.

Die zwei Millionen Passagiere Marke wurde 2006 erstmals übertroffen. In diesem Jahr nutzten 2.019.666 Passagiere den Flughafen. Dauair stellte seinen Flugbetrieb ein. Das Segment der Billigflieger wuchs weiter. Die Fluggesellschaft Germanwings machte Dortmund im Sommer zu ihrer Basis und stationierte zuerst eine, zum Winterflugplan eine zweite Maschine. Neu war auch Sterling Airlines, die ab dem Winterflugplan 2007/08 drei Ziele in Skandinavien anbot. Wizz Air erweiterte ebenfalls ihren Flugplan. Aufgrund des stetigen Passagierzuwachses begann im Oktober eine Baumaßnahme für weitere Warteräume. Das Gebäude dafür schließt sich auf der Westseite an die Bebauung an. Mit 2.155.064 beförderten Passagieren schloss der Flughafen das Jahr 2007 mit einem leichten Passagierzuwachs ab.

Bau der Erweiterung im Westen des Terminals (Stand: 6. Mai 2008)

Die Erweiterung im Westen des Terminals konnte am 28. Juni 2008 eröffnet werden. Im östlichen Teil des Geländes wurde ein neuer Parkplatz P3 angelegt, der insgesamt 800 Fahrzeuge fasst. Das Transportvermögen der alten Gepäckförderanlage von 240.000 Stück wurde durch Erneuerung der Anlage auf etwa das Doppelte gesteigert. Germanwings baute sein Engagement mit drei neuen Zielen aus und die OLT nahm Heringsdorf in den Dortmunder Sommerflugplan auf. Sterling Airlines stellte ab dem 26. Mai seine Flugverbindungen nach Dortmund ein. Des Weiteren stellte Lufthansa ihre Flüge nach München zum 31. Mai 2008 ein. Zum Winterflugplan (ab 26. Oktober) strich auch easyJet einige Ziele. Ab Dezember verband Wizz Air Dortmund mit drei neuen Zielen. Durch den Wegfall der Fluglinien brachen die Passagierzahlen am Flughafen Dortmund massiv ein. Erst im Oktober 2009 stabilisierten sie sich auf niedrigerem Niveau.

Im Mai 2012 gab easyJet bekannt, ihre Basis in Dortmund zu schließen und bis auf London alle Routen zum Herbst 2012 einzustellen.[3] Air Berlin schloss seine Basis in Dortmund Anfang November 2012 und zog das hier beheimatete Flugzeug sowie die 43 Mitarbeiter ab. Grund sei neben dem eigenen Sparprogramm auch der Rückgang der Nachfrage wegen der Luftverkehrssteuer.[4] Ab März 2013 startet Ryanair ab Dortmund, so dass zumindest ein Teil der Streckenstreichungen der anderen Airlines aufgefangen werden konnten.[5]

Gegenwärtige und zukünftige Entwicklung[Bearbeiten]

Dortmund Airport 21 gehörte in den Jahren 2005/2006 zu den am schnellsten wachsenden Flughäfen Deutschlands. Im Januar 2009 verlor er gegenüber dem Vorjahresmonat 27,1 % an Passagieren. Lediglich der Flughafen Berlin-Tempelhof, der seit 30. Oktober 2008 geschlossen ist, verzeichnet deutschlandweit einen größeren Rückgang.

Dieser Abschwung hat sich im gesamten ersten Halbjahr 2009 noch verstärkt auf 31 Prozent Passagierrückgang gegenüber dem Vorjahreshalbjahr, hingegen wurden im November nur zwei Prozent Zuwachs erzielt.[6]

Im Sommer 2006 wurde das Entwicklungskonzept des Flughafens bis zum Jahre 2020 vorgestellt. Daraus sind folgende Veränderungen zu entnehmen:

  • Ausweitung der allgemeinen Betriebszeit bis 23 Uhr; Verspätungsregelung bis 24 Uhr. Unter bestimmten, restriktiven Umständen sollen Flüge ab 5 Uhr morgens stattfinden können (z. B. für das Umsetzen von umgeleiteten Flugzeugen, um den Flugplan des Folgetages ohne Verspätungen beginnen zu können).
  • Außerdem wird über eine Anbindung an die Bahn mit einer direkten Haltestelle nachgedacht.
  • Darüber hinaus möchte man die Start- und Landebahn von jetzt 2000 Meter auf bis zu 2800 Meter in Richtung Westen verlängern. Dieser Wunsch wird mit der Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit begründet: Etwa um entferntere Ziele bei ungünstigen Wetterbedingungen ohne erneutes Auftanken erreichen zu können. Als weiterer Grund wird die nicht immer ausreichende Länge der Landebahn bei bestimmten Verkehrsflugzeugen (wie z. B. bei einer voll beladenen B737-800) angegeben, da sich bei nasser Bahn die Bremswirkung verringert oder die Bremsen bei hoher Beladung zu stark belastet werden. In den ursprünglich beabsichtigten Dimensionen wurde dieser Plan jedoch – wie auch die oben angegebenen Wünsche zur Betriebszeitenverlängerung – aus Kostengründen zunächst verworfen. Die neuen Erweiterungspläne beinhalten eine Verlängerung der Start- und Landebahn um 300 Meter (150 Meter in jede Richtung). In den aktuellen Überlegungen nicht mehr enthalten sind auch Ausnahmeregelungen hinsichtlich einer Betriebszeit vor 6 Uhr.
  • Bis zum Jahr 2020 strebt man ein Passagieraufkommen von bis zu 4 Millionen Fluggästen an.

Am 18. November 2010 stimmte der Rat der Stadt Dortmund mehrheitlich für eine Verlängerung der Betriebszeiten am Dortmunder Flughafen. So wurde, unter großem Zuschauerandrang seitens der Flughafengegner und Befürworter, in der Ratsversammlung beschlossen, dass ein Antrag bei der Bezirksregierung Münster gestellt wird. Dieser Antrag sieht vor, die Betriebszeiten bis 22:30 Uhr und einer Verspätungstoleranz bis 23 Uhr, auszuweiten. Für Fluggesellschaften, die ihre Maschinen am Flughafen Dortmund stationiert haben, soll die Regelung jeweils eine halbe Stunde länger gelten. So wird es in Zukunft möglich sein, dass Flugzeuge bis 23:30 Uhr in Dortmund landen.[7] Dem Antrag wurde von der Bezirksregierung Münster im Mai 2014 stattgegeben, so dass die Airlines nun die neuen Flugzeiten nutzen können.[8]


Panorama-Aufnahme des Flughafens Dortmund (eine Boeing 737 der Air Berlin hat an einem Flugsteig des Terminals angedockt).

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten]

Fluggesellschaft Ziele
4You Airlines Łódź, Rzeszów (ab November 2014)
Air Berlin Palma de Mallorca
easyjet London-Luton
Germania Zonguldak
Germanwings München, Palma de Mallorca, Heringsdorf (Usedom), Istanbul-Sabiha Gökçen, Split
Hamburg Airways Antalya, Ankara
Onur Air Antalya
Ryanair Alghero, Faro, Girona, Krakau, London-Stansted, Malaga, Palma de Mallorca, Porto
Sun Express Antalya, Istanbul-Sabiha Gökçen, Izmir
Tailwind Airlines Antalya
Vueling Barcelona
Wizzair Belgrad, Breslau, Budapest, Bukarest-Otopeni, Cluj, Craiova, Danzig, Kattowitz, Riga, Sibiu, Skopje, Sofia, Temeswar, Târgu Mureș, Tuzla, Vilnius, Warschau-Chopin (ab März 2015)
Wizzair (Ukraine) Kiev-Schuljany, Lviv

Stand September 2014[9]

Flughafen in der Kritik[Bearbeiten]

Die neuen Erweiterungsabsichten sind politisch umstritten, sowohl bei den im Stadtrat vertretenen politischen Parteien, als auch im gesellschaftlichen Umfeld (Anwohner, Flughafen- und Fluglärmgegner). Z. B. wird vom Verein Schutzgemeinschaft Fluglärm Dortmund - Kreis Unna, der seit Jahren die Entwicklung kritisiert, auf den entstehenden Fluglärm hingewiesen und die Notwendigkeit der ehemaligen und zukünftigen Ausbaumaßnahmen kritisch betrachtet. Der Verein sammelt eigene Fluglärmdaten und veröffentlicht diese.

Am 2. Februar 2010 äußerte sich der Vorsitzende der Vorstände der in Dortmund ansässigen Versicherungsgruppe Signal-Iduna, Reinhold Schulte, öffentlich kritisch zum Flughafen Dortmund in den Medien Ruhr-Nachrichten[10] und WAZ.[11] Schulte würde den Flughafen sofort schließen. Er führte wirtschaftliche Gründe und mangelnde Attraktivität an. Auch kritisierte er die Quersubventionierung durch die Dortmunder Stadtwerke, ohne die Gas und Wasser billiger abgegeben werden könnten. Die Kosten-Nutzen-Rechnung würde nicht stimmen. „Unternehmen rechnen da anders. Die hätten schon längst die Bremse gezogen.“ Schulte räumte ein, dass er eine Minderheitenmeinung in der Spitze der IHK vertritt.

Weiterhin steht der Flughafen auch wegen seiner kurzen Landebahn in der Kritik. Derzeit wird geprüft, ob die zulässige Masse der zum Start und Landung zugelassenen Flugzeuge gesenkt werden wird. Sollte dies der Fall werden, könnten die zahlreichen Billigfluggesellschaften mit ihren Flugzeugen nicht mehr in Dortmund landen und dem Flughafen würde mehr oder weniger der gesamte Verkehr wegbrechen. Ein Urteil war Mitte 2012 noch nicht in Aussicht.[12]

Basisdaten[Bearbeiten]

Fluggastentwicklung seit 1998 in Dortmund

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen war der Flughafen Dortmund im Jahre 2005 nach Tempelhof und dem Flughafen Erfurt der Airport mit den wenigsten Verspätungen bei Flugreisen. Bei einem Passagieraufkommen von 1,742 Mio. Fluggästen waren nur 12,5 % aller Flüge als verspätet registriert.

Jahr Fluggastaufkommen Flugbewegungen Fracht
(Tonnen)
2001 1.064.149 37.393 257
2002 994.478 33.812 289
2003 1.023.329 29.788 96
2004 1.179.028 25.743 75
2005 1.742.911 30.672 58
2006 2.019.651 32.785 37
2007 2.155.057 32.223 40
2008 2.329.440 29.555 35
2009 1.716.516 24.043 21
2010 1.740.642 24.232 33
2011 1.814.246 26.391 26
2012 1.896.885 22.634 4
2013 1.924.313 -
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (2001-2009)[13]
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (2010)[14]
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (2011)[15]
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (2012)[16]

Finanzierung und Wirtschaftlichkeit[Bearbeiten]

Verlustübernahmen durch die Stadt Dortmund

Die Flughafen Dortmund GmbH ist zu 26 % im Besitz der Stadt Dortmund und zu 74 % im Besitz der Dortmunder Stadtwerke AG, die wiederum zu 100 % im Besitz der Stadt Dortmund ist. Das Jahresdefizit wird vollständig von den Gesellschaftern getragen.

Der Flughafen Dortmund bekam für die Baumaßnahmen zum Ausbau der Start-/Landebahn und zur Erweiterung des Terminals etwa 20 Mio. € Fördermittel von Land, Bund und EU. Der im Herbst 2000 abgeschlossene Ausbau war planerisch eng auf die damaligen Bedürfnisse der Eurowings Luftverkehrs AG zugeschnitten und führte in der Folgezeit zu Einschränkungen im Flugbetrieb, die derzeit in erneute Ausbaudiskussionen münden (siehe Weiterentwicklung).

Das Jahresdefizit stieg nach dem Ausbau im Jahr 2000 von anfänglich etwa 9 Mio. Euro auf 28,3 Mio. Euro (2004) an und war seitdem bis 2007 (19,9 Mio Euro) rückläufig. Hauptursächlich dafür war zunächst die schrittweise Verlagerung von Strecken der Fluggesellschaft Eurowings (nach dem Einstieg der Lufthansa mit heutigem 49-Prozent-Anteil) sowie der allgemeine Einbruch des Luftfahrtmarktes in den Jahren 2001 bis 2004.

Zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation wurde 2004 das Förderprogramm NERES eingeführt, das dem Passagierwachstum dienen soll. Es ermöglicht den Fluggesellschaften bei der Aufnahme neuer Flugziele ermäßigte Start- und Landegebühren (ab 1. Juli 2004 bis 30. Juni 2009). Einhergehend mit Einführung dieser Maßnahme erwirtschaftet der Flughafen auch Verluste im operativen Bereich, allerdings werden diese langsam reduziert. Im Juli 2007 begann die EU-Kommission das NERES-Programm juristisch zu überprüfen, um die Gewährung unzulässiger staatlicher Beihilfen auszuschließen.

Im Jahr 2009 verlagerten die Kunden easyJet und Germanwings aufgrund der nicht marktgerechten Betriebszeiten insgesamt drei Flugzeuge zu anderen Basen, wodurch ein starker Passagier- und Ergebnisrückgang verursacht wurde. 2009 stieg das Defizit auf 24,5 Mio. Euro.

2012 erwirtschaftete der Flughafen bei einem Umsatz von 22 Millionen Euro einen Verlust von 18,5 Millionen Euro.[17]

Am 21. März 2012 forderte die Europäische Kommission die Bundesrepublik Deutschland auf, zu Beschwerden gegen die Neue Entgeltordnung (NEO) des Flughafens Dortmund Stellung zu nehmen. Die Kommission zweifelt an der Vereinbarkeit des wirtschaftlichen Handelns des Flughafens Dortmund mit den Regeln des Europäischen Binnenmarktes.[18]

Technische Details[Bearbeiten]

  • IATA-Kennung: DTM, ICAO-Kennung: EDLW
  • Fluggast-Terminal/Abfertigung: 13 Abstellpositionen, zehn Gates, drei Gepäckbänder, 28 Check In-Counter
  • Zeiten:
    • Betriebszeit: 06:00 bis 22:30 Uhr Ortszeit / für stationierte Flugzeuge bis 23:00 Uhr Ortszeit (Verspätungsregelung für Ankünfte bis 23:00 Uhr bzw. 23:30 Uhr bei stationierten Flugzeugen)
    • Öffnungszeiten des Terminals: 03:30 bis 24:00 Uhr Ortszeit
  • Pisten-Daten / Funk / Navigationsanlagen:
    • Pistenmaße: 2.000 Meter lang, 45 Meter breit, Ausrichtung 060°/240°,
Takeoff Distance Available (TODA): 2060 m,
Takeoff Run Available (TORA): 2000 m,
Landing Distance Available (LDA): 1700 m, Asphaltdecke, Anti-Skid Belag
  • ILS: Landekurssender (LOC), Gleitwegsender (GP), Marker (OM, MM), Entfernungsmessgerät (DME), Funknavigationshilfe DVOR [Kennung: DOR], Ungerichtetes Funkfeuer NDB (bis auf unbestimmte Zeit nicht benutzbar) [Kennung: DWI], Peiler VDF, visuelle Anfluggleitwinkelanzeige (PAPI), Allwetterflugbetriebsstufe CAT II, digitale Radardatendarstellung
Blick von Westen auf den Flughafen Dortmund

Besonderheit des Flughafens[Bearbeiten]

Rückwärts eingeparktes Flugzeug

Erreicht ein Luftfahrzeug ab einer gewissen Größe (zum Beispiel Airbus A319, Boeing 737) eine der Parkpositionen 5-12, wird dieses rückwärts in seine Parkposition geschoben. Dabei sind die Triebwerke ausgeschaltet. Selbständig vorwärts einparkende Jets dieser Größe würden mit ihrem Leitwerk die Hindernisfreiflächen, in diesem Fall der seitlichen Übergangsfläche, durchstoßen. Das wiederum hätte eventuell eine Erhöhung der Hindernisfreigrenzen OCA/H (obstacle clearance altitude/height) zur Folge.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Es besteht ein Autobahnanschluss sowohl in Ost-West-Richtung (via A 44, B 1, A 40), als auch in Nord-Süd-Richtung (A 1) über das Autobahnkreuz Dortmund/Unna.

Von Dortmund und vom Ruhrgebiet:

  • Seit Juli 2004 gibt es eine direkte Busverbindung zwischen dem Flughafen und dem Hauptbahnhof Dortmund mit gesondertem Tarif.
  • Außerdem besteht eine Verbindung über die Stadtbahnlinie U47 bis Dortmund-Aplerbeck und von dort mit der Buslinie 440. Hier gilt der Tarif des VRR, Preisstufe A2.

Vom Bahnhof Holzwickede/Flughafen Dortmund:

  • Vom Bahnhof Holzwickede/Flughafen Dortmund verkehrt alle 20 Minuten ein Shuttlebus. Hier gilt nicht der Tarif des VRR, so dass 3 Euro pro Person (Kinder bis 14 Jahre: 2 Euro) zu entrichten sind.

Vom Bahnhof Unna:

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Zwischenfall vom 3. Januar 2010
  • Am 27. September 2008 verunglückte ein Airbus A321 der Fluglinie Nouvelair (TS-IQA) am Dortmunder Flughafen. Die Maschine rollte bei der Landung ca. 15 Meter über das Ende der Landebahn 24 hinaus und blieb mit dem Bugrad im Sicherheitsstreifen stecken. Alle 168 Passagiere an Bord blieben unverletzt.[19][20]
  • Am 3. Januar 2010 rollte bei winterlichen Witterungsverhältnissen morgens um 7:05 Uhr eine Boeing 737-800 der Air Berlin (D-ABKF) beim Start nach Gran Canaria über das Ende der Startbahn 06 hinaus. Der Pilot hatte aufgrund unterschiedlicher Werte der Geschwindigkeitsanzeigen den Startvorgang abgebrochen. Alle 165 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Die Maschine blieb unbeschadet und konnte am 8. Januar 2010 den Flughafen wieder verlassen.[21][22][23]
  • Am 21. Mai 2010 führte eine einmotorige Extra 500 (D-ETRA) gegen 19:45 Uhr eine Notlandung durch, nachdem sich das Fahrwerk nicht ausfahren ließ. Wegen des Vorfalls wurde der normale Flugbetrieb gegen 19:30 Uhr eingestellt.[24]
  • Am 25. März 2011 wurde der Flugverkehr am Mittag wegen eines Zwischenfalls mit einem historischen Kleinflugzeug eingestellt. Gegen 16 Uhr wurde er wieder geöffnet. Die Flüge waren entweder verspätet oder sie wurden nach Münster/Osnabrück oder Paderborn/Lippstadt umgeleitet.[25]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Walz: Die Stadt, der Flugplatz, die Planung und die Bewohner, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark; hrsg. vom Historischen Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark - 92/93. Essen: Klartext 2001/2002 (2002), S. 221-272 ISBN 3-89861-147-7 / ISSN 0405-2021.
  • Karl-Peter Ellerbrock/Günther Högl: "Horizonte"- Zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte des westfälischen Luftverkehrs, Essen 2001, ISBN 3-89861-030-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dortmund Airport – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Flughafen Dortmund – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erneut Passagierwachstum am Dortmund Airport. Pressemitteilung. Dortmund Airport, 8. Januar 2014.
  2. Kirchhoff/Liesenberg: 1100 Jahre Aplerbeck. Klartext Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88474-735-5, S. 101
  3. ruhrnachrichten.de - Easyjet streicht fast alle Strecken 16. Mai 2012
  4. airliners.de - Air Berlin schließt Stationen Erfurt und Dortmund 7. Dezember 2011
  5. http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article109738408/Ryanair-startet-ab-Maerz-2013-von-Dortmund.html 10. Oktober 2012
  6. http://www.dortmund-airport.de/2111.html
  7. http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Dortmunds-Rat-stimmt-fuer-Flugzeit-Verlaengerung-id3959659.html
  8. http://www.derwesten.de/wirtschaft/flughafen-dortmund-darf-eine-stunde-laenger-oeffnen-id9344341.html 13. Mai 2014
  9. http://www.dortmund-airport.de/2177.html
  10. http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Dortmund-Signal-Iduna-dachte-ueber-Job-Verlagerung-nach;art930,805829
  11. http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Signal-Iduna-Chef-Schulte-fuer-Schliessung-des-Dortmunder-Flughafens-id2476108.html
  12. volaspheric: Dortmund Airport faced with a rocky future, 17. Juni 2012
  13. Flughafen Statistik. Abgerufen am 29. Dezember 2010.
  14. Flughafen Statistik Dez. 2010 (PDF; 130 kB) Abgerufen am 28. Mai 2011.
  15. Flughafen Statistik Dez. 2011 (PDF; 187 kB) Abgerufen am 8. Februar 2012.
  16. ADV-Monatsstatistik 12/2012 (PDF; 103 kB) Abgerufen am 23. Februar 2013.
  17.  Jens Koenen, Sven Prange: Der Unfug mit den Geisterflughäfen. In: Handelsblatt. Nr. 65, 4. April 2013, ISSN 0017-7296, S. 12.
  18. Schreiben der EU-Kommission vom 21. März 2012, Betr. Staatliche Beihilfe SA. 29404 (2012/C) (ex NN/2012 und ex SA.32091) – Deutschland Flughafen Dortmund – Neue Entgeltordnung (NEO) (PDF; 716 kB), abgerufen am 17. Februar 2013
  19. http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dolo/Dortmund;art930,369585#
  20. http://aviation-safety.net/wikibase/wiki.php?id=34394
  21. http://www.dortmund-airport.de/2139.html
  22. http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Dortmund-Ursache-weiter-unklar;art930,780097
  23. http://www.welt.de/vermischtes/article5709050/Air-Berlin-Maschine-von-Startbahn-gerutscht.html
  24. http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/Dortmund-Flugzeug-am-Airport-notgelandet;art930,914559
  25. http://www.derwesten.de/staedte/unna/Absturzursache-des-Kleinflugzeugs-am-Flughafen-Dortmund-ungeklaert-id4528958.html