Dursey Island

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Dursey Island
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 51° 36′ 0″ N, 10° 12′ 0″ W51.6-10.2252Koordinaten: 51° 36′ 0″ N, 10° 12′ 0″ W
Dursey Island (Irland)
Dursey Island
Fläche 6,153 km²
Höchste Erhebung Tower Hill
252 m
Einwohner 3 (2011[1])
<1 Einw./km²

Dursey Island (irisch: Baoi Bhéarra oder Oileán Baoi) befindet sich am südwestlichen Ende der Beara-Halbinsel im Westen des County Cork in Irland. Zwischen Dursey und dem Festland liegt der 230 Meter breite Dursey Sound.

Die Verbindung zwischen Dursey Point am Ende der Halbinsel und der Insel wird durch Irlands einzige Seilbahn hergestellt. Nachdem Mitte der 1970er-Jahre die meisten Bewohner Durseys auf das Festland umgesiedelt wurden, ist die Insel nahezu unbewohnt. Zurzeit leben nur noch 6 bis 12 Menschen ganzjährig hier. Die landschaftlich reizvolle Insel kann auf einem Abschnitt des Beara Way umrundet werden. Vogelfreunde können hier viele seltene Seevögel beobachten. Im Meer um die Insel kann man manchmal Wale und Delphine sehen.

Westlich von Dursey Island liegen die kleinen Felsinseln Calf, Cow und Bull Rock. Letztere ist berühmt für ihren natürlichen Felsentunnel, der quer durch die Insel geht. Der historisch interessante Leuchtturm auf Bull Rock wurde im Jahre 1888 wiedererrichtet und ist seit 1889 wieder in Betrieb.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel wurde spätestens von den Kelten besiedelt. Mönche von Skellig Michael sollen die Kirche auf Dursey gegründet haben.

1193 wanderte der von den Anglonormannen aus Tipperary vertriebene Clan der O'Sullivans auf die Beara-Halbinsel ein und kam nach Dursey. Die Insel erlebte ihre Hochzeit unter den O'Sullivans und beherbergte im Mittelalter 350 Menschen. 1602 wurde die Burg der O'Sullivans von den Engländern zerstört und die Bewohner der Insel ermordet und ins Meer geworfen.[2] Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Insel war immer der Fischfang. Im Juli 1943 stürzte ein deutsches Aufklärungsflugzeug von Typ Junkers 88 auf der Landzunge Dursey Head, vor der die Insel liegt, in den Ballinacarriga Hill ab. Alle vier Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Das Flugzeugwrack war noch bis in die 1990er-Jahre zu sehen.[3][4]

Die Seilbahn[Bearbeiten]

1969 wurde in der Hoffnung, wirtschaftlichen Aufschwung für Dursey zu bringen, eine Seilbahn gebaut. Als die Fangmengen der Fischer in den 1970er-Jahren zusammenbrachen, förderte die Regierung die Umsiedlung der Bewohner auf das Festland.[5] Die Seilbahn hat eine Kapazität von sechs Menschen, sechs Schafen oder einer Kuh. Grundsätzlich haben Viehtransporte Vorrang. Des Weiteren haben Inselbewohner, Futter und Baumaterialien Vorrang vor Touristen. Die üblichen Betriebszeiten sind 9 bis 11 Uhr, 14:30 bis 17 Uhr und 19 bis 20 Uhr (Stand 2006). Die Fahrzeit liegt bei ca. 10 Minuten. Die Seilbahn dürfte die einzige Luftseilbahn der Welt sein, bei der Viehtransporte ausdrücklich Beförderungspriorität genießen.

Die Pendelbahn ist insgesamt 360 m lang und hat zwischen den beiden Stützen eine Spannweite von 250 m. Die einzige Kabine fährt durch eine Öffnung in der Mitte der Stützen hindurch. Sie hängt an einem rechteckigen Metallrahmen, an dessen Ecken 4 Rollen befestigt sind, mit denen die Kabine auf den beiden Tragseilen fährt. Mit einem umlaufenden Zugseil wird die Kabine über den Dursey Sound hin und her gezogen. Die Schiebetüren der Kabine sind von den Passagieren von Hand zu schließen. Während die zulässige Nutzlast von 544 kg für 6 Personen großzügig bemessen ist (90 kg/Person), wird sie von einer Kuh (500 bis 800 kg) voll beansprucht. Deutsche TÜV-Kriterien erfüllt das in die Jahre gekommene Gefährt nicht, es wird jedoch jährlich von der zuständigen Versicherung überprüft. Im April 2009, nach 40-jähriger Betriebsdauer, waren die Seile jedoch so abgenutzt, dass die Bahn für zwei Monate stillgelegt werden musste, um die Seile komplett auszutauschen.

Bilder[Bearbeiten]

Panorama Dursey Island


Orte[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Bull Rock, mit Felstunnel und Leuchtturm
  • Bullaun Stones, bei Killowen und Ballynacallagh
  • Burgruine, Ballynacallagh (zerstört 1602)
  • Marked Stone, Ballynacallagh
  • Kirchenruine, Ballynacallagh
  • Hut Site, Killowen
  • Recumbent Stone Circle, Maughanaclea
  • ehemaliger Leuchtturm (200 Jahre alt), Tilickatina
  • ehemaliger Leuchtturm, Dursey Head

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Table No. 11 Population of inhabited Islands off the coast, 2006 and 2011. In: Central Statistics Office (Hrsg.): Population Classified by area. Dublin 2012, S. 132-133 (PDF-Datei; 3,64 MB)
  2. Geschichte der O'Sullivans (engl.)
  3. Ein tragischer Flugunfall bei Dursey in SW-Irland
  4. Foreign Aircraft Landings in Ireland 1939 - 1946
  5. Rother Wanderführer Irland