Dynastie des Muhammad Ali

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Hauptartikel: Geschichte Ägyptens
Flagge des Muhammad Ali
Ägypten unter der Dynastie Muhammad Alis von seiner Gründung bis 1914.

Die Dynastie des Muhammad Ali ist eine Dynastie von Herrschern Ägyptens, die nach ihrem Begründer Muhammad Ali Pascha benannt ist und von 1805 bis 1953 regierte.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Ägyptischen Expedition Napoleons und dem Abzug der letzten französischen Truppen 1801 brachen in der osmanischen Provinz Ägypten heftige Machtkämpfe aus. In diesen setzt sich Muhammad Ali Pascha als Wali (Gouverneur) durch. Durch die Befriedung des Landes und den Ausbau der Bewässerungssysteme kam es wieder zu einem Wirtschaftsaufschwung, der auch durch den Versuch einer staatlichen Industrialisierung gefördert wurde. Nach dem Massaker in Kairo, bei dem Muhammad Ali Pascha 1811 die Mamluken als Machtfaktor in Ägypten ausschaltete, wurde eine moderne Verwaltung aufgebaut.

Mit dem neu gebildeten ägyptischen Heer wurden die Wahhabiten in Arabien geschlagen (1811–1818) und der Sudan erobert (1820–1823). Während des griechischen Aufstandes (1822–1827) war der osmanische Sultan gezwungen, die modernen Truppen des gehassten Vasallen Muhammad Ali zu Hilfe zu rufen. Trotzdem musste das Osmanische Reich 1830 Griechenland in die Unabhängigkeit entlassen, nachdem eine britisch-französischen Flotte zu Gunsten der Aufständischen eingegriffen hatte. Um den politischen und wirtschaftlichen Aufstieg Ägyptens abzusichern, begann 1831 die Invasion in Palästina und Syrien, wobei das ägyptische Heer unter Ibrahim Pascha, dem Sohn Muhammad Alis, nach mehreren Siegen über die osmanische Armee durch Anatolien auf Istanbul vorstieß. Zwar musste sich Ibrahim Pascha wieder zurückziehen, konnte aber Syrien und Kilikien behaupten. Erst eine Intervention der europäischen Mächte im Jahr 1840 zwang Muhammad Ali Pascha zum Rückzug aus Syrien und Palästina. Allerdings mussten ihn die Osmanen 1841 als erblichen Wali in Ägypten anerkennen. 1867 wurde der Wali Ismail Pascha, gegen die Verdoppelung des Tributs, von Sultan Abdülaziz zum Khediven (Vizekönig) erhoben.

Unter den folgenden Khediven kam es zu einer zunehmenden europäischen Durchdringung der ägyptischen Wirtschaft und Kultur. Die starke Orientierung auf den Export von Baumwolle führte zur Bildung von Großgrundbesitz, was wiederum zu einer verstärkten Landflucht in die Städte führte. Zwar wurde 1869 der Sueskanal eröffnet, doch gewann Ägypten dadurch für die europäischen Mächte große strategische Bedeutung, was zu stärkeren Einmischungen führte. Außerdem war Ägypten, auch durch die verfehlte Finanzpolitik unter Ismail Pascha, gezwungen, seine Anteile am Sueskanal an Großbritannien zu verkaufen. Nach dem faktischen Staatsbankrott wurde eine internationale Finanzaufsicht unter britischer Leitung gebildet.

Gegen die europäische Durchdringung richtete sich die Urabi-Bewegung (1881–1882), die von Offizieren der ägyptischen Armee getragen wurde. Dies wurde von Großbritannien genutzt, um Ägypten 1882 militärisch zu besetzen und die Urabi-Bewegung zu zerschlagen (siehe auch: Britische Herrschaft in Ägypten). Nun wurde die Politik des Landes vor allem durch den britischen Generalkonsul bestimmt. Nach der Unabhängigkeit 1922 wurde Ägypten Königreich (siehe auch: Königreich Ägypten).

Liste der ägyptischen Herrscher aus der Dynastie von Muhammad Ali[Bearbeiten]

Walis[Bearbeiten]

Khediven[Bearbeiten]

Sultane[Bearbeiten]

Könige[Bearbeiten]

Nachfahren[Bearbeiten]

Ein direkter Nachfahre Muhammad Ali Paschas ist seit einigen Jahren Imam in Wien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Haarmann: Geschichte der Arabischen Welt, Beck, München 2001, ISBN 3-406-47486-1