ESG (Unternehmen)

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ESG Elektroniksystem-und Logistik-GmbH
ESG Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1967
Sitz DeutschlandDeutschland München
Leitung Kai Horten
Götz Graichen[1]
Mitarbeiter 1600[2]
Umsatz 240 Mio € (2012)[2]
Branche System- und Softwarelösungen
Website www.esg.de

Die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH ist ein System- und Softwarehaus mit Sitz in München und Firmenzentrale in Fürstenfeldbruck. Das Unternehmen entwickelt, integriert und betreibt Elektronik- und IT-Systeme für Militär, Behörden und Unternehmen. Die ESG bietet daneben Logistiklösungen entlang des gesamten Lebenszyklus der Systeme an. Zu den Kunden gehören unter anderen Firmen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie, dem Automobilsektor und dem Logistikbereich.

Die Gesellschafter sind: EADS, Rohde & Schwarz, Thales (jeweils zu 30 %) sowie die Northrop Grumman (10 %).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Aufgrund zahlreicher Probleme im Zusammenhang mit der Beherrschbarkeit des F-104G Starfighters, in dessen Folge es zu vielen Abstürzen und tragischen Todesfällen kam, beauftragte das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) 1963 deutsche Elektronikfirmen, die Einsatzbereitschaft und die Sicherheit des Starfighters signifikant zu verbessern. So kam es zur Gründung der Flug-Elektronik-Gesellschaft mbH (FEG) mit Sitz in München. Es gelang den Ingenieuren der FEG, das Flugzeug als ganzheitliches System zu betrachten und dadurch die Technik und die Logistik beherrschbar zu machen. So konnte das Störverhalten der Komponenten des Starfighters analysiert und entsprechende Verbesserungen umgesetzt werden.

Während dieses Prozesses wurde FEG zur Leitfirma Ausrüstung und damit verantwortlich für die technisch-logistische Betreuung aller fliegenden Waffensysteme der Bundeswehr. Das BMVg forcierte darüber hinaus die Gründung eines Unternehmens, das in der Lage war, die für ein derartiges Luftfahrzeug nötigen Elektroniksysteme nicht nur beherrschen, sondern auch eigenständig entwickeln zu können. So kam es 1967 zur Gründung der ESG Elektronik-System-Gesellschaft durch AEG-Telefunken, Rohde & Schwarz, SEL und Siemens. Der erste Auftrag der ESG war die Erarbeitung der Waffensystemelektronik für ein neues Kampfflugzeug. Die ESG legte dabei den Grundstein für die Planung, Entwicklung und die Integration des Elektroniksystems für den Tornado. Dessen Avioniksystem wurde zusammen mit der britischen Firma EASAMS und der italienischen Firma SIA entwickelt.

1970 übernahm die Gesellschaft die Mehrheit der Anteile der FEG, die Unternehmen wurden organisatorisch zusammengeführt. In dieser Zeit übernahm die FEG die Materialbewirtschaftung und technische Betreuung des Transportflugzeugs Transall C-160 und des Flugzeugs Fiat G.91. Weiterhin betreute sie technisch und logistisch den Hubschrauber Bell UH-1D und übernahm die Erstellung technischer Handbücher für den Hubschrauber CH-53 sowie weiterer fliegender Waffensysteme. Die ESG bewirtschaftet die Bundeseigene Lager (BEL) der deutschen Luftwaffe. Sie befinden sich bei 52 Unternehmen, die im Auftrag der Bundeswehr die Wartung und Reparatur fliegender Waffensysteme übernehmen. Die Unternehmen greifen für ihre Arbeit auf den Bestand der Lager zurück, alle Einzelteile bleiben aber im Eigentum der Bundeswehr. Zu den Aufgaben der ESG gehört die Ermittlung des Ersatzteilbedarfs und die Einleitung der Beschaffungen.[3]

1992 fusionierten die ESG und die FEG zur ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH. Seit Mai 2000 betreibt die ESG das „Zentrale Bundeseigene Lager (ZEBEL)“ in Kaufungen für das deutsche Heer. Dort werden alle Ersatzteile der Teilstreitkraft gelagert, die innerhalb von 24 Stunden überall in Deutschland mit den Partner Schenker geliefert werden können. Die Lagerfläche beträgt 12.000 Quadratmeter mit mehr als 13.000 Palettenstellplätzen in einem Hochregallager in einer Halle von 120 Metern. Mehr als 50.000 verschiedene Artikel sind eingelagert. Mit dem Aufbau eines Zentrallagers schaffte das Heer die über die Republik verteilteten Einzellager ab, und so konnte der Bestandswert der Ersatzteile auf 80 Mio. Euro gesenkt werden.[4]

Standorte[Bearbeiten]

  • Deutschland: Fürstenfeldbruck (Zentrale), Berlin, Bonn, Koblenz, Hamburg, Ingolstadt, Köln, München (Unternehmenssitz), Raunheim, Sindelfingen, Wilhelmshaven, Wolfsburg
  • Frankreich: Paris, Merignac
  • USA: Detroit
  • China: Shanghai

Beteiligungen[Bearbeiten]

  • AC&S GmbH (100 %)
  • ESG France SAS (100 %)
  • ESG Automotive Inc. (100 %)
  • ESG Consulting GmbH (100 %)
  • ServiceXpert GmbH (100 %)
  • LOG Logistik-Systembetreuungs GmbH (50 %)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. esg.de: Geschäftsführung
  2. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSeite „Facts & Figures“ des Firmenwebsites. Abgerufen am 2013–07-29.
  3. Bewirtschaftung der Bundeseigenen Lager der Luftwaffe
  4. Das Kooperationsprojekt ZEBEL

Weblinks[Bearbeiten]

48.187511.601944444444Koordinaten: 48° 11′ 15″ N, 11° 36′ 7″ O