Ebersecken

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Ebersecken
Wappen von Ebersecken
Staat: Schweiz
Kanton: Luzern (LU)
Wahlkreis: Willisau
BFS-Nr.: 1126i1f3f4
Postleitzahl: 6245
Koordinaten: 637392 / 22593747.1833277.931956548Koordinaten: 47° 11′ 0″ N, 7° 55′ 55″ O; CH1903: 637392 / 225937
Höhe: 548 m ü. M.
Fläche: 8.57 km²
Einwohner: 402 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 47 Einw. pro km²
Karte
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Ebersecken ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Ebersecken liegt zwischen zwei Hügelzügen am Rickenbach in einem westlichen Seitental des Wiggertals im nördlichen Teil des Kantons Luzern. Die Gemeinde besteht aus zahlreichen weit verzweigten Weilern und Einzelgehöften. Der Weiler Goldbach (643 m.ü.M.) liegt zum Beispiel 1,3 km nordwestlich, die Enklave Lingi (698 m.ü.M.) 2,3 km südlich, der Weiler Badachtal (525 m.ü.M.) 1,4 km südöstlich und Wallbrig (604 m.ü.M.) 2,2 km südöstlich des Dorfes. 78,8 % des Gemeindegebiets von 857 ha werden landwirtschaftlich genutzt. Weitere 17,4 % sind mit Wald und Gehölz bedeckt und nur 3,7 % sind Siedlungsfläche. Ebersecken liegt in einem sogenannten "Funkloch", das heisst, der Handy-Empfang ist sehr schlecht, zum Teil sogar unmöglich.

Ebersecken grenzt an Altbüron, Altishofen, Fischbach LU, Grossdietwil, Nebikon, Reiden, Schötz und Zell LU.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 541
1860 609
1900 476
1920 549
1930 479
1950 552
1990 386
2004 413

Die Zahl der Bewohner stieg bis 1860 unaufhörlich an. Dann ging sie bis 1900 massiv zurück. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts schwankte die Einwohnerzahl ständig. Von 1950 an sank sie auf das historische Tief im Jahr 1990 und ist seither kaum angestiegen.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 98,02 % der Bewohner Deutsch, 1,24 % Albanisch und 0,25 % Französisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung ist traditionell Römisch-Katholisch. Nach neuesten Angaben (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung wie folgt aus: 86,63 römisch-katholische Christen, 5,69 % evangelisch-reformierte Christen, 2,23 % Konfessionslose und 0,99 % Muslime.

Herkunft[Bearbeiten]

Fast alle Einwohner sind Schweizer (95,79 % ohne- resp. 96,78 % einschliesslich Doppelbürger). Die wenigen Zuwanderer sind Albaner aus dem Kosovo, Südeuropäer, Holländer, Deutsche und Österreicher. Der Ausländeranteil betrug 2003 2,7 %.

Politik[Bearbeiten]

Das Volk ist das oberste politische Organ und kann sich mittels Wahlen, Volksabstimmungen und an der Gemeindeversammlung äussern.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Folgende Personen sind Mitglied des dreiköpfigen Gemeinderats:

  • Thomas Roos (CVP), Gemeindepräsident
  • Hans Steinmann (CVP), Gemeindeammann
  • Emma Erni-Theiler (FDP), Sozialwesen

Wahlen zum Grossrat(Kantonsparlament)[Bearbeiten]

Bei den letzten Wahlen im Jahr 2003 erhielt die CVP 43,95 % aller Stimmen; gefolgt von der FDP mit 35,96 % und der SVP mit 17,25 %. Alle anderen Parteien erhielten nur unbedeutende Wähleranteile.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ebersecken ist von jeher ein Bauerndorf (2001 gab es noch 45 Landwirtschaftsbetriebe). Insgesamt gibt es (Stand 2000) 211 Erwerbstätige. Davon sind 104 Wegpendler, denen 23 Zupendler entgegenstehen. Im Jahr 2001 arbeiteten 70,1 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, 9,2 % in Industrie und Gewerbe und 20,7 % in Dienstleistungsberufen.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Fremdenverkehr spielt keine bedeutende Rolle.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die Buslinie Dagmersellen-Nebikon-Schötz-Ebersecken an den Öffentlichen Verkehr angeschlossen. In Nebikon liegt auch in einer Entfernung von 5 km von Ebersecken die nächstgelegene Bahnstation der Strecke Olten–Luzern. 1874 wurde zwischen Ebersecken und Altbüron ein 2 km langer Eisenbahntunnel als Teil der geplanten Langenthal-Wauwil-Bahn gebaut. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde die Linie nie fertiggestellt, so dass Ebersecken das Kuriosum einer an keiner Bahnlinie liegenden Ortschaft mit einem (teilweise mit Wasser gefüllten) Eisenbahntunnel vorzuweisen hat. Der nächste Autobahnanschluss Dagmersellen an der A2 ist 8 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

In Ebersecken stand einst eine Burg der Freiherren zu Balm, deren Kapelle St. Ulrich ums Jahr 1000 zum ersten Mal erwähnt wird. Später entstand drumherum eine Siedlung. 1274 wird Eberseche erstmals erwähnt, als Freiherr Rudolf von Balm und Jakob von Fischbach, ein Bürger von Zofingen, von Bischof Rudolf von Konstanz die Erlaubnis zum Bau eines Frauenklosters erhalten. Das Zisterzienserinnenkloster wurde am 23. Juli 1275 den Nonnen, welche aus dem Mutterhaus Rathausen kamen, übergeben. Das Kloster erhielt den symbolischen Namen pura vallis (lauteres/reines Tal). Die 1277 erbaute Klosterkirche brannte bereits 1279 ab und wurde wieder neu aufgebaut. Im Jahr 1461 brannte dann fast das ganze Kloster nieder. Es wurde wieder aufgebaut, doch verliessen bereits 1594 die übrig gebliebenen Nonnen das Kloster. 1608 erlaubte der damalige Bischof von Konstanz den Abbruch, welcher aber erst 1707 erfolgte. Der Ort Ebersecken teilte das Schicksal seiner Grafschaft/Vogtei Willisau. Die Herrschaft ging im frühen 15. Jahrhundert von den Habsburgern an Luzern über. Es gehörte bis 1798 zur Vogtei Willisau. Danach, während der Helvetischen Republik, gehörte es zum Distrikt Altishofen und seit 1803 zum neugebildeten Amt Willisau.

Schule[Bearbeiten]

Im Schuljahr 2003/2004 besuchten 13 Kinder den Kindergarten und 46 Kinder die Primarschule. Ab dem 7. Schuljahr erfolgt der Schulbesuch in Nebikon.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Grösste Sehenswürdigkeit ist die an Stelle der ehemaligen Klosterkirche erbaute Kapelle St. Katharina, welche 1731 geweiht wurde. Der Altar, die Glocken und Teile des Gemäuers stammen von der alten Klosterkirche. So stammt der im Spätrenaissance-Stil errichtete Altar aus dem Jahr 1662. Die Chorfenster wurden 1887 eingebaut. In den Jahren 1932 und 1997/1998 wurde die Kapelle renoviert, 1932 auch vergrössert. Auch die weiteren Sehenswürdigkeiten sind religiöser Natur (Kapellen und Wegkreuze).

Literatur[Bearbeiten]

Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Luzern. Band V, Seiten 59-63. Birkhäuser, 1959

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ebersecken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)