Egmont Lüftner

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Egmont „Monti“ Lüftner (* 12. November 1931 in Leoben, Steiermark; † 7. Mai 2009 in Garching bei München) war ein österreichischer Musikmanager.

Lüftner legte 1949 in Graz die Matura ab und studierte im Anschluss Volkswirtschaft an der Universität Wien. Um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, arbeitete er unter anderem in einem Stahlwerk, später als Buchverkäufer bei Bertelsmann. Diese Tätigkeit ebnete ihm den Einstieg in das Musikgeschäft. Nachdem er 1956 die Universität mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, gründete er für Bertelsmann die Plattenfirma Ariola Schallplatten GmbH in Österreich. 1964 kam er als Geschäftsführer nach München.

Künstler wie Udo Jürgens, Peter Alexander, Rex Gildo, Mireille Mathieu und Heintje wurden mit seiner Hilfe zu Stars. Auch Michael Holm und The Hollies konnte er an die Ariola binden. Später gehörten Whitney Houston, Bob Marley und Cat Stevens zu den Sängern, die von ihm in Deutschland vermarktet wurden.[1] Außerdem entdeckte Lüftner Frank Farian, den späteren Gründer von Boney M..

1967 übernahm Lüftner die Generaldirektion der ausländischen Niederlassungen der Ariola-Eurodisc. Als Bertelsmann 1969 den Vertrieb der Ariola von Gütersloh nach München verlegte, übernahm Lüftner zusammen mit Friedel Schmidt die Leitung der Ariola-Eurodisc-Produktionsgesellschaft. Unter seiner Ägide entwickelte sich das Label zur viertgrößten Plattenfirma der Welt.

1972 wurde Lüftner Direktor der Musiksparte des Bertelsmann-Konzerns, die er kontinuierlich aufbaute und auf die Bereiche Film und Fernsehen erweiterte.[2]

Seit 1977 gehörte Lüftner dem Konzern-Vorstand von Bertelsmann an. 1987 kam es zur Gründung der Bertelsmann Music Group, bei der Lüftner die Position des Co-Chairmans übernahm. Anfang der 1990er Jahre verließ er Bertelsmann als Vice Chairman/President of Artist & Repertoire und CEO/President von BMG im deutschsprachigen Raum nach 36 Jahren Konzernzugehörigkeit und ging in den Ruhestand.[3]

Am Wörthersee und in München organisierte er das Prominenten-Tennis-Turnier Monti-Cup.

Lüftner war zeitlebens Junggeselle. Aus einer Beziehung mit der früheren RTL-Moderatorin Isolde Tarrach stammt eine Tochter.[4]

Am 7. Mai 2009 wurde er auf einem Wertstoffhof in Garching bei München von einem Lkw überfahren und getötet.[5][6]

Lüftners Urne ist neben dem Grab Rainer Werner Fassbinders auf dem Bogenhausener Friedhof in München bestattet.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Tragischer Unfall – Trauer um Monti Lüftner www.merkur-online.de vom 8. Mai 2009
  2. Musikmanager "Monti" Lüftner stirbt bei Unfall www.spiegel.de vom 8. Mai 2009
  3. Bertelsmann trauert um Monti Lüftner 'www.boersenblatt.net vom 8. Mai 2009
  4. Lkw überrollt Musikmanager www.sueddeutsche.de vom 8. Mai 2009
  5. Musikmanager Lüftner auf Recyclinghof überfahren www.welt.de vom 7. Mai 2009
  6. Trauer um „Monti“ Lüftner www.focus.de vom 8. Mai 2009
  7. Hunderte nehmen Abschied von legendärem Musikmanager www.focus-online.de vom 19. Mai 2009