Eyb (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Eyb

Eyb ist der Name eines alten fränkischen Adelsgeschlechts. Eyb, der gleichnamige Stammsitz der Familie, ist heute ein Ortsteil der Stadt Ansbach in Mittelfranken. Der Name des Geschlechts wechselte zwischen Iwe, Ywe, Ibe, Eib und Eyb.

Geschichte[Bearbeiten]

Gabriel von Eyb (1455-1535), Fürstbischof von Eichstätt, mit den hll. Willibald und Walburga, Tafelgemälde von Lucas Cranach dem Älteren

Das Geschlecht erscheint erstmals urkundlich 1165 mit Tiederich de Iwe.[1] Die Herren von Eyb hatten ihre Lehen von den Burggrafen von Nürnberg (den späteren Markgrafen von Brandenburg) und den Fürstbischöfen von Eichstätt. Angehörige des Geschlechts erlangten im Laufe der Zeit großen Einfluss und hohe Ämter hauptsächlich auf religiösem Gebiet.

Ludwig von Eyb († 1438) begleitete den Markgrafen Friedrich von Brandenburg 1415 zum Konzil von Konstanz. Albrecht von Eyb († 1475) war Domherr zu Bamberg, Würzburg und Eichstätt und ein bedeutender zeitgenössischer Schriftsteller und früher Humanist in Deutschland. Er verfasste unter anderem die Margarita poetica. Sein Neffe Ludwig von Eyb der Jüngere (1450-1521) war ein Hofbeamter, Heerführer und Schriftsteller, der um 1500 ein Kriegsbuch verfasste und später die Lebensgeschichte des Wilwolt von Schaumberg niederschrieb. Gabriel von Eyb war von 1494 bis 1535 Bischof von Eichstätt ebenso wie Johann Martin von Eyb von 1697 bis 1704. Martin von Eyb wurde 1580 zum Bischof von Bamberg erwählt, resignierte allerdings schon 1583. Weitere Kanoniker in Eichstätt waren, neben Albrecht von Eyb, folgende Familienangehörige: Wilhelm († 1453), Johannes († 1466), Albert († 1475), Sigismund († 1483) (alle auf einem Gemeinschaftsepitaph im Mortuarium des Eichstätter Domes erwähnt) und Christoph Gustav von Eyb († 1797).

Die Herren von Eyb gehörten im 17. und 18. Jahrhundert wegen des Besitzes bzw. Teilbesitzes von Dörzbach, Hobbach und Messbach zur Reichsritterschaft im Ritterkanton Odenwald und während des 16. bis 18. Jahrhunderts wegen Wiedersbach, Rammersdorf, Neuendettelsau und Vestenberg zum Ritterkanton Altmühl des fränkischen Ritterkreises. Außerdem waren sie im 16. und 17. Jahrhundert in den Ritterkantonen Neckar, Donau und Kocher des schwäbischen Ritterkreises, wegen des Besitzes bzw. Teilbesitzes von Riet, Burtenbach, Reisensburg, Mühlhausen am Neckar und Freudental, immatrikuliert.

Im Fürstentum Brandenburg-Ansbach wurde dem Geschlecht die Erbkämmererwürde zugesprochen und im Hochstift Eichstätt die Erbschenkenwürde. Heinrich Ludwig von Eyb erhielt von Kaiser Leopold I. am 23. August 1694 den Reichsfreiherrenstand. Im Königreich Bayern wurden 1813 alle noch blühenden Linien und deren Nachkommen in die Adelsmatrikel bei der Freiherrenklasse eingetragen. Durch den Besitz der Herrschaft Dörzbach (heute eine Gemeinde im Hohenlohekreis) gehörten die Herren von Eyb auch dem ritterschaftlichen Adel des Königreiches Württemberg an.

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Silber drei (2,1) rote Muscheln, mit dem Gelenk aufwärtsgekehrt. Auf dem gekrönten Helm ist zwischen zwei silbernen Flügeln der Kopf und der Hals eines naturfarbigen Pfauen mit goldenem Schnabel und Halsring. Die Helmdecke ist rot-silbern.

Wappensage[Bearbeiten]

Das Wappen der Herren von Eyb bestand bis zum Jahre 1352 aus einem Pfauenhals auf Helm und Schild. Allein Ludwig II. von Eyb, der 1341 ins gelobte Land pilgerte, erhielt nach seiner Rückkehr vom Kaiser auf sein gestelltes Ersuchen, da er der letzte seines Stammes sei, die Erlaubnis, für sich und seine Nachkommen ein neues Wappen zu führen. Drei Meermuscheln in Silber, weil er nach Palästina gezogen war, auf dem Helm eine goldene Krone, weil er des Kaisers treuer Diener gewesen war und in der Krone einen halben Pfau mit Schwanenflügeln. Die Kaiserin, deren Hofmeister er war, verehrte ihm bei dieser Gelegenheit einen Ring mit einem Türkis und bedeutete ihm, dass der Pfau auf dem Helm den Ring zum steten Andenken um den Hals tragen solle.

Wappenbilder[Bearbeiten]

Ortswappen[Bearbeiten]

Die rote Jakobsmuschel aus dem Familienwappen erscheint noch heute in einigen fränkischen Ortswappen.

Namensträger[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadtarchiv Nürnberg, Stift St. Gumbert zu Ansbach, Rep. 157, Urk. Nr 729

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eyb (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien