Flugplatz Ahlhorner Heide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Flugpark Ahlhorn
Vogelperspektive
Kenndaten
ICAO-Code ETNA
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km südöstlich von Großenkneten-Ahlhorn
Basisdaten
Eröffnung 1916
Betreiber Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG
Start- und Landebahn
09/27 2101 m × 45 m Asphalt

i1 i3


i7 i10 i12

i14
Flugpark Ahlhorn aus der Vogelperspektive

Der Flugpark Ahlhorn war von 1916 bis 2006 ein Militärflugplatz, der im Laufe der Jahrzehnte unterschiedliche Verwendung fand.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Luftschiffhafen Ahlhorn wurde 1916 als Militärluftschiffhafen der Kaiserlichen Marine in Betrieb genommen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz als Fliegerhorst Ahlhorner Heide von der Luftwaffe der Wehrmacht genutzt. Im Februar 1945 zerstörte ein britischer Luftangriff die Anlagen des Fliegerhorstes, den die Alliierten als Airfield B.111 bezeichneten. Die British Air Force of Occupation nutzte die Bahnen jedoch vorerst weiter, im Sommer 1946 lagen hier zum Beispiel drei Staffeln Spitfire, die das 131. (Polish) Wing (Geschwader) bildeten. Es war aus polnischen Freiwilligen gebildet und wurde im Oktober des Jahres in das Vereinigte Königreich zurückverlegt.

Nach der im Januar 1952 im Hinblick auf den sich anbahnenden Kalten Krieg begonnenen Wiederherstellung reaktivierte die Royal Air Force RAF Ahlhorn. Hier lag ab Ende 1952 125. Wing ein gemischtes Geschwader aus zwei Staffeln Meteor NF11 Nachtjägern und zusätzlich Canberra B(I)6 Angriffsflugzeugen: Letztere unterstanden einer Testeinheit, der Tactical Development Unit (TDU), die mit einer Unterbrechung im Sommer zwischen Februar und Oktober 1953 von Ahlhorn die Nachtangriffstauglichkeit der Canberra beurteilten. Später war eine Reihe von Canberra-Staffeln in dieser Rolle auf den RAF-Stationen westlich des Rheins beheimatet.

Im Oktober 1958 übergab die RAF die Station an die neu aufgestellte Luftwaffe der Bundeswehr, die den wieder als Fliegerhorst Ahlhorner Heide bezeichneten Platz bis 2005 betrieb:

Der reguläre militärische Flugbetrieb wurde Ende 1995 eingestellt.

Heutige Nutzung: Flugpark Ahlhorn[Bearbeiten]

Von 2005 bis 2009 wurde nach einem zukünftigen Betreiber für den Flugplatz gesucht. Mehrere Verkaufsverfahren scheiterten an den Ausschreibungen und deren Klagen. Im März 2009 wurde mit der Johann Bunte-Bauunternehmung ein neuer Investor gefunden. Das Gelände erhielt den Namen „Flugpark Ahlhorn“.

Ab 2005 war auf dem Flugplatzgelände neben anderen Firmen die Aircraft Maintenance Service GmbH vertreten, die dort große Passagierflugzeuge wartete oder zerlegte. Im November 2009 meldete die Aircraft Maintenance GmbH Insolvenz an. Der ehemalige Fliegerhorst soll heute, mit der Aussicht auf ca. 1500 Arbeitsplätze, zu einem Logistik-, Technologie- und Gewerbepark ausgebaut werden. Des Weiteren wird ein großer Teil der Fläche von insgesamt 307 Ha für die Stromerzeugung durch erneuerbare Energiequellen (Photovoltaikanlage) genutzt.

Solar-Anlage auf dem Gelände des Flugpark Ahlhorn

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Ahlhorner Heide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien