Frankfurt (Main) Hauptgüterbahnhof

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Hauptgüterbahnhof (oben) und Hauptbahnhof auf einem Stadtplan von 1893

Der Bahnhof Frankfurt (Main) Hauptgüterbahnhof (Hgbf) war der größte Güterbahnhof in Frankfurt am Main.

Lage[Bearbeiten]

Er lag zentrumsnah nördlich des Hauptbahnhofs für den Personenverkehr, war als Kopfbahnhof angelegt und diente dem Stückgutumschlag. Die eisenbahnseitige Zufahrt erfolgte von Westen von der Taunus-Eisenbahn aus Wiesbaden bei Streckenkilometer 6,1 und über zwei Verbindungskurven in nördlicher und südlicher Richtung auf die Main-Weser-Bahn bei den Streckenkilometern 1,6 und 2,5. Diese Zufahrtsstrecken trugen die Streckennummern 3631 (westliche und südliche Einfahrt) und 3632 (westliche und nördliche Einfahrt). Straßenseitig wurde der Bahnhof von Osten, wo das Stadtzentrum lag, erreicht. Die Grundfläche betrug ca. 70 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Stellwerk Frof des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs: Die Aufnahme des letzten Erinnerungsmonuments des Hauptgüterbahnhofs entstand einen Tag vor dem Beginn der Abrissarbeiten des Stellwerksgebäudes Ende November 2013. Um das Stellwerk herum sieht man Neubauten des Europaviertels, das auf den ehemaligen Gleisanlagen gebaut wird.
Westlicher Teil des ehemaligen Bahnhofsgeländes im September 2009

Als „Central Güter-Bahnhof“ wurde er zusammen mit dem neuen Hauptbahnhof für den Personenverkehr im Stadtteil Gallus in den 1880er Jahren errichtet. Die beiden Bahnhöfe ersetzen die Frankfurter Westbahnhöfe, die zu klein geworden waren und aufgegeben wurden. Der Hauptgüterbahnhof wurde am 1. August 1888 in Betrieb genommen – 18 Tage vor dem Hauptbahnhof für den Personenverkehr.[1] Auf dem Gelände des Güterbahnhofs arbeitete ein eigenes Bahnbetriebswerk (Bw Frankfurt (M) 2), das die Güterzug- und Rangierlokomotiven wartete.

Mit Verlagerung der Industrie in Gewerbegebiete am Stadtrand und der Verlagerung des Stückgutverkehrs auf die Straße wurde der Hauptgüterbahnhof 1996 aufgegeben. 1998 wurde der Oberbau und der überwiegende Teil der Gebäude beseitigt. Die Straßenbezeichnung „Güterplatz“ erinnert an den Standort des Gebäudes der Abfertigungshalle des Bahnhofs.

Das Gelände war Teil der Planungen von Frankfurt 21.[2]

Heute befinden sich auf dem Areal Teile des Messegeländes und das im Bau befindliche Europaviertel.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eisenbahnatlas Deutschland (Ausgabe 2009/2010). Eupen 2009. ISBN 978-3-89494-139-0
  • Reichsbahndirektion Frankfurt (Main): Führer über die Linien des Bezirks der Reichsbahndirektion Frankfurt (Main). Frankfurt 1926, S.6.
  • Ferdinand von Rüden: Verkehrsknoten Frankfurt am Main. Von den Anfängen bis um 1980. EK-Verlag GmbH 2012. ISBN 978-3-88255-246-1, S. 92-94.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. von Rüden, S. 92.
  2. Meinhard von Gerkan: Renaissance der Bahnhöfe als Nukleus des Städtebaus. In: Renaissance der Bahnhöfe. Die Stadt im 21. Jahrhundert. Vieweg Verlag, 1996, ISBN 3-528-08139-2, S. 16–63, insbesondere S. 62.

50.1086448.654146Koordinaten: 50° 6′ 31″ N, 8° 39′ 15″ O