Meinhard von Gerkan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Meinhard von Gerkan (* 3. Januar 1935 in Riga, Lettland) ist ein deutscher Architekt.

Leben[Bearbeiten]

Meinhard von Gerkan stammt aus einer deutsch-baltischen Familie. Der Vater kam als Soldat im Zweiten Weltkrieg um, die Mutter starb kurz nach der Flucht aus Posen. Gerkan wuchs als Pflegekind in Hamburg auf. Er hat sechs Kinder aus zwei Ehen, Florence und Manon von Gerkan aus erster Ehe sowie vier Kinder aus zweiter Ehe mit Sabine von Gerkan. Er ist verwandt mit dem deutsch-baltischen klassischen Archäologen und Bauforscher Armin von Gerkan.

Im Jahr 1964 schloss von Gerkan sein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Braunschweig mit dem Diplom ab. Im folgenden Jahr 1965 begründete er seine Büropartnerschaft mit Volkwin Marg, die bis heute unter der Firmierung „von Gerkan, Marg und Partner“ (gmp) mit Hauptsitz in Hamburg besteht. Bereits in den ersten beiden Jahren seiner Berufstätigkeit gewann von Gerkan mit seinem Partner acht Architekturwettbewerbe, darunter den für den Entwurf des Flughafens Berlin Tegel – und das, ohne je zuvor ein Projekt auch nur annähernd dieser Größe geplant oder verwirklicht zu haben. gmp gilt damit unter deutschen Architekten als ein Beispiel für den wirtschaftlichen Aufschwung und den damit verbundenen Wagemut während der 1960er Jahre in der Bundesrepublik.

Im Jahr 1974 folgte von Gerkan dem Ruf auf eine Professur an der TU Braunschweig, wo er bis 2002 das Institut für Baugestaltung (Abteilung für Gebäudelehre und Entwerfen A) leitete. Zu den vom Büro gmp im In- und Ausland realisierten Entwürfen zählen der Flughafen Berlin Tegel, Erweiterungen der Flughäfen Hamburg Fuhlsbüttel und Stuttgart, der neue Berliner Hauptbahnhof (vorm. Lehrter Bahnhof), sowie der Umbau des Berliner Olympiastadions. Gegenwärtig befasst sich das Büro gmp auch intensiv mit Planungen in China. So wurde dort die Retortenstadt Lingang New City nicht nur geplant, sondern auch in die Realität umgesetzt.

Meinhard von Gerkan ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.

Entwürfe (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • Meinhard von Gerkan: Black Box BER. Wie Deutschland seine Zukunft verbaut. 1. Auflage. Bastei Lübbe, Köln 2013, ISBN 978-3-869950600.
  • Meinhard von Gerkan: "Architektur im Dialog. Texte zur Architekturpraxis." Ernst & Sohn, Berlin 1995, ISBN 3-433-02881-8

Weblinks[Bearbeiten]