Friedersdorf (Oberglogau)

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Friedersdorf
Biedrzychowice
Friedersdorf  Biedrzychowice führt kein Wappen
Friedersdorf  Biedrzychowice (Polen)
Friedersdorf  Biedrzychowice
Friedersdorf
Biedrzychowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Prudnik
Gmina: Oberglogau
Geographische Lage: 50° 20′ N, 17° 56′ O50.33666666666717.939444444444Koordinaten: 50° 20′ 12″ N, 17° 56′ 22″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 48-256
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
Ortsbild
Die Kirche
Innenansicht der Kirche

Friedersdorf (polnisch: Biedrzychowice) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Friedersdorf liegt in der Gemeinde Oberglogau (Głogówek) im Powiat Prudnicki (Kreis Neustadt O.S.) in der polnischen Woiwodschaft Oppeln.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Friedersdorf liegt sechs Kilometer östlich vom Gemeindesitz Oberglogau, 26 Kilometer östlich von der Kreisstadt Prudnik (Neustadt O.S.) und 37 Kilometer südlich von der Woiwodschaftshauptstadt Opole (Oppeln).

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbarorte von Friedersdorf sind im Westen Alt Kuttendorf (Stare Kotkowice), im Nordwesten Neu Kuttendorf (Nowe Kotkowice), im Norden Rosnochau (Rozkochów), im Osten Schwesterwitz (Zwiastowice) und im Süden Fröbel (Wróblin).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 1228 erstmals urkundlich in einer Urkunde des Klosters Czarnowanz als „Bedrchouici“ erwähnt. Der Ort wurde 1295 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis urkundlich als „Frederici villa“ erwähnt. In einer Urkunde aus dem Jahr 1407 aus dem Besitz des Klosters Czarnowanz in lateinischer Sprache wird der Ort als Bedrzichovice und Friederssdorff erwähnt. In einer Urkunde Bolkos vom 27. März 1430 aus dem Besitz des Klosters Czarnowanz wird der Ort mit der Schreibweise Fredrichsdurff erwähnt. Im 17. Jahrhundert wird erstmals eine Schule am Ort erwähnt. 1865 hatte der Ort 36 Bauern-, 37 Gärtner- und 35 Häuslerstellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die katholische Schule 125 Schüler.[1][2][3]

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 749 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 85 für Polen, im Gutsbezirk Friedersdorf stimmten 89 Personen für Deutschland und drei für Polen.[4] Friedersdorf verblieb beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 1420 Einwohner. 1939 hatte der Ort 1447 Einwohner.[5] Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Neustadt O.S.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung und wurde in Biedrzychowice umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Oppeln und seit 1999 gehört er zum wiedergegründeten Powiat Prudnicki. Am 22. April 2009 wurde in der Gemeinde Oberglogau, der Friedersdorf angehört, Deutsch als zweite Amtssprache eingeführt. Am 1. Dezember 2009 erhielt der Ort zusätzlich den amtlichen deutschen Ortsnamen Friedersdorf.

Sehenswürdigkeiten und Denkmale[Bearbeiten]

  • Die katholische Marienkirche aus dem 18. Jahrhundert.[6]
  • Der ehemalige Getreidespeicher wurde zu einem Heimatmuseum ausgebaut. Zwei Etagen wurden bereits eingerichtet. So entstanden die Nachbildungen eines historischen Schlafzimmers, einer Küche und eines Gästezimmers. Auf zwei weiteren Etagen sollen zwei Ausstellungsräume mit Schaukästen entstehen. Dort werden zukünftig historische Bücher und Zeitschriften präsentiert.[7]
  • Wegkapelle
  • Wegkreuze
  • Gefallenendenkmal
  • Gedenkstein für die Teilnahme am Wettbewerb „Schönes Dorf“ im Oppelner Land

Vereine[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien. Breslau 1865.
  2. Internetseite der Gemeinde, abgerufen im Juni 2012.
  3. Codex Diplomaticus Silesiae, Teil 1 – Urkunden des Klosters Czarnowanz.
  4. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921
  5. Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Neustadt in Oberschlesien
  6. Denkmalverzeichnis der Woiwodschaft Oppeln (PDF; 454 kB).
  7. Radiosendung „Schlesien Aktuell Kompakt“ vom 11. August 2013.