Friedrich Carl Heimann

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Friedrich Carl Heimann (* 14. Februar 1850 in Köln; † 8. November 1921 ebenda) war ein deutscher Architekt und Baubeamter, ab 1890 war er Leiter des Kölner Hochbauamtes. Heimann war Gründungsmitglied des Kölnischen Geschichtsvereins und von 1913 bis zu seinem Tod 1921 erster Stadtkonservator Kölns.[1]

Familie[Bearbeiten]

Friedrich Carl Heimann war ein Nachkomme des Kölner Großkaufmanns Friedrich Carl Heimann, der im Jahr 1757 in Eichenhof bei Waldbröl geboren wurde und im Jahr 1835 in Köln verstarb. Der Urgroßvater Heimanns konvertierte in Köln zum katholischen Glauben und heiratete dann im Jahr 1779 in die angesehene Kaufmannsfamilie Martini ein. Im Jahr 1783 erhielt er das Kölner Bürgerrecht und wurde als Mitglied in der Zunft der Gewandschneider im Jahr 1792 in den Rat gewählt. Die Familie betrieb ein Speditionsunternehmen, handelte zudem mit Kolonialwaren und Wein, befasste sich aber auch mit der Herstellung von Schießpulver.

Aus der folgende Generation heiratete Johann Philipp Heimann in das Haus Farina ein und wurde Teilhaber des Kölner Eau de Cologne-Herstellers. Diesem Abzweig der Familie entstammte der 1850 geborene Friedrich Carl Heimann.[2]

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Nach einer Ausbildung im Baufach besuchte Heimann von 1869 bis 1873 die Berliner Bauakademie und verließ diese als Regierungsbauführer (Referendar in der öffentlichen Bauverwaltung). Fünf Jahre später trat Heimann nach seinem 2. Staatsexamen in den Staatsdienst und führte als Assessor den Titel Regierungsbaumeister. Vorerst war Heimann im Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten in Berlin tätig und wechselte dann 1881 an die Eisenbahnverwaltung in Magdeburg. Ab 1885 wurde er zum königlichen Bauinspektor in Hildesheim bestallt, wo er erste Erfahrungen im Bereich der praktischen Denkmalpflege sammeln konnte. 1890 wechselte Heimann in das Rheinland und wurde in der Stadt Köln Leiter des dortigen Hochbauamtes.

Carl Friedrich Heimanns Kölner Aufgabenbereich war vielfältig. Er organisierte die Restaurierung historischer städtischer Bauwerke und übernahm die Beratung bei privaten Baudenkmälern. Heimann wurde zum Pionier einer neuartigen Form der Dokumentation, indem er zu diesem Zweck die Fotografie als Hilfsmittel einsetzte. 1895 ernannte ihn das Royal Institute of British Architects in London zum korrespondierenden Ehrenmitglied, und im Jahr 1898 wurde Heimann mit dem Ehrentitel (Königlicher) Baurat ausgezeichnet.[3]

Werk[Bearbeiten]

Friedrich Carl Heimann war maßgeblich an der Errichtung und Restaurierung vieler Kölner Bauwerke beteiligt.

Weiter werden Arbeiten Heimanns an dem Melaten-Friedhof, dem Nord- und Südfriedhof, am Gürzenich, dem Cäcilienkloster und dem Dreikönigenpförtchen sowie dem Ursulakloster angeführt.[4][5]

Gedenken[Bearbeiten]

Im Rahmen ihrer Aktivitäten für das architektonische Erbe Kölns wird durch die „Friedrich Carl Heimann-Gesellschaft - Verein der Förderer historischer Denkmäler in der Stadt Köln e.V.“ die Erinnerung an den verdienten Kölner Architekten Friedrich Carl Heimann aufrechterhalten. Auch einige seiner Bauwerke sind trotz der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs in der Stadt erhalten geblieben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Schule im Wandel der Zeiten. Schule Lochnerstraße 1899-1974. (Festschrift der Schule Lochnerstraße zum 75jährigen Jubiläum)
  •  Ulrich S. Soenius, Jürgen Wilhelm (Hrsg.): Kölner Personen-Lexikon. Greven, Köln 2007, ISBN 978-3774304000.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Friedrich Carl Heimann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kölner Personenlexikon, S. 226
  2. Kölner Personenlexikon, S. 226
  3. Nach Friedrich Carl Heimann Gesellschaft, abgerufen am 20. April 2010
  4. Festschrift der Schule Lochnerstraße
  5. Nach Friedrich Carl Heimann Gesellschaft, abgerufen am 20. April 2010