Friedrich Heyer

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Prof. Friedrich Heyer an seinem 95. Geburtstag

Friedrich Heyer (* 24. Januar 1908 in Darmstadt; † 10. April 2005 in Schleswig) war evangelischer Professor für Kirchengeschichte in Heidelberg.

Leben[Bearbeiten]

Nach einem Studium der evangelischen Theologie in Tübingen, Gießen und Göttingen, wurde Heyer 1932 Schlossprediger und Prinzenerzieher in Niederösterreich. Er war von 1926 bis 1952 Mitglied der Akademischen Verbindung Igel zu Tübingen. Von 1934 bis 1954 wirkte er als Evangelischer Pfarrer in Schleswig und wurde 1964 Professor für Konfessionskunde an der Universität Heidelberg, wo er bis ins hohe Alter von 90 Jahren lehrte. Als Mitglied der Bekennenden Kirche lebte er in Heidelberg zeitweise in derjenigen Wohnung, in der auch der Arzt und Philosoph Karl Jaspers gelebt hatte.

Konfessionskunde[Bearbeiten]

Bei den konfessionskundlichen Seminaren, die Prof. Heyer zusammen mit Dr. Reimer von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen abhielt, wurden für jede behandelte Religionsgemeinschaft bzw. Sekte ein bis drei Vertreter dieser der Religionsgemeinschaften eingeladen. Dadurch konnten im Dialog mit den jeweiligen Vertretern der anderen Religionsgemeinschaften deren theologische Sichtweisen wie die evangelischen theologischen Positionen artikuliert werden.

Freundliche Kontakte zu den Ostkirchen[Bearbeiten]

Erste Kontakte zur griechisch-orthodoxen Kirche knüpfte Friedrich Heyer im Jahr 1932 bei einer Wanderung auf den Berg Athos. Kontakte zur russisch-orthodoxen Kirche hatte er als Soldat in Russland während des Zweiten Weltkriegs. Bereits in den 1950er Jahren interessierte er sich für die nonchalcedonensischen Kirchen (z.B. armenische Kirche, äthiopische Kirche). Er unternahm bis ins hohe Alter regelmäßig Reisen auf den Balkan, nach Griechenland, den Nahen Osten und Äthiopien. 1971 wurde er Präsident des Deutsch-Armenischen Vereins. Bei der Feier seines 95. Geburtstags in Heidelberg mit anschließendem Symposion brachten zahlreiche Vertreter von Ostkirchen ihre Dankbarkeit für Prof. Heyers Wirken und ihre Verbundenheit mit ihm zum Ausdruck.

Tabor Society[Bearbeiten]

1976 gründete Prof. Heyer die Tabor Society zur Unterstützung der orthodoxen Kirchenschulen Äthiopiens.

Werke[Bearbeiten]

  • Konfessionskunde (De-Gruyter-Lehrbuch). De Gruyter, Berlin 1977, ISBN 3-11-006651-3.
  • 2000 Jahre Kirchengeschichte des Heiligen Landes. Märtyrer, Mönche, Kirchenväter, Kreuzfahrer, Patriarchen, Ausgräber und Pilger (Studien zur Orientalischen Kirchengeschichte; 11). Lit, Münster u. a. 2000, ISBN 3-8258-4955-4.
  • Kirchengeschichte der Ukraine im 20. Jahrhundert. Von der Epochenwende des Ersten Weltkrieges bis zu den Anfängen in einem unabhängigen ukrainischen Staat. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-56191-1.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]