Gérardmer

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Gérardmer
Wappen von Gérardmer
Gérardmer (Frankreich)
Gérardmer
Region Lothringen
Département Vosges
Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges
Kanton Gérardmer
Gemeindeverband Lacs et Hauts Rupts.
Koordinaten 48° 4′ N, 6° 53′ O48.0722222222226.8786111111111666Koordinaten: 48° 4′ N, 6° 53′ O
Höhe 584–1.125 m
Fläche 54,78 km²
Einwohner 8.561 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 156 Einw./km²
Postleitzahl 88400
INSEE-Code
Website www.ville-gerardmer.fr

Rathaus Gérardmer

Gérardmer [ʒeʀaʀˈme] (deutsch Gerdsee, mittelalterlich Geroldsee) ist eine französische Gemeinde im Département Vosges in Lothringen. Mit 8561 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) ist Gérardmer die drittgrößte Gemeinde des Départements. Sie gehört zum Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges, ist Hauptort (chef-lieu) des Kantons Gérardmer und Sitz des 2003 gegründeten Kommunalverbandes Lacs et Haut Rupts.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Ufer des Lac de Gérardmer im waldreichen Gebiet der südwestlichen Vogesen. Die Fläche des Stadtgebiets beträgt 54,78 km², davon sind 37,21 km² bewaldet. Die Stadt zieht sich vom Tal der Vologne, die aus dem Lac de Gérardmer abfließt, die Bergkämme hoch. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Zu Gérardmer gehören die Ortsteile Kichompré, Le Kertoff, La Haie-Griselle, Les Xettes, Le Costet-Beillard, La Rayée und La Goutte du Chat.

Nachbargemeinden von Gérardmer sind Granges-sur-Vologne, Barbey-Seroux und Arrentès-de-Corcieux im Norden, Gerbépal im Nordosten, Xonrupt-Longemer im Osten, La Bresse und Rochesson im Süden, Sapois im Südwesten, Le Tholy im Westen sowie Liézey im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche Saint-Barthélémy in Gerardmer

Der Ort wurde im 13. Jahrhundert gegründet und 1285 erstmals erwähnt (Geramer). Er ist nach Gérard d’Alsace (Gerhard von Elsass, 1030–1070) benannt. Der Ortsname variierte im Lauf der Jahrhunderte häufig, so z. B. zu Giramoix (1343), Geroltzsee (1484), Gyraulmey (1556), Jerosmé (1663). Seit 1779 wird die heutige Form verwendet.

Die Geschichte des Orts ist eng mit der des Herzogtums Lothringen verbunden.

1875 wurde in Gerardmer das erste Tourismusbüro Frankreichs eingerichtet. Seit dieser Zeit bezeichnet sich der Ort als „Perle der Vogesen" und wurde als Ferienort auch für Pariser attraktiv, die mit der neuen Eisenbahn anreisen konnten.

Unter dem Zweiten Weltkrieg litt Gerardmer besonders heftig. Der Ort wurde am 22. Juni 1940 von der deutschen Armee eingenommen. Am 17. November 1944 setzten die vor den heranrückenden Franzosen flüchtenden deutschen Verbände den Ort in Brand und sprengten Versorgungseinrichtungen für Wasser und Elektrizität. Als am 19. November die ersten französischen Einheiten einrückten, mussten sie eine Zerstörung von 85 % der Stadt feststellen. Der verantwortliche deutsche General Hermann Balck wurde 1950 in Abwesenheit durch das Pariser Militärgericht zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, musste seine Strafe jedoch nie antreten.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2010
Einwohner 8970 9326 9471 9106 8951 8830 8738 8755
Blick auf Stadt und See

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die wichtigste Industrie ist aufgrund des Waldreichtums die Holzverarbeitung (Sägereien, Möbelfabrikation, Häuserbau). Daneben spielt auch der Tourismus eine bedeutende Rolle (u. a. gibt es hier ein Spielcasino). In der Stadt gibt es sehr viele Hotels und im Sommer wie im Winter ist die Zahl der Touristen im Vergleich zur Zahl der Einwohner beachtlich.

Kultur[Bearbeiten]

Seit 1994 findet jährlich das Festival international du film fantastique statt.[2]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Gérardmer pflegt Partnerschaften mit Le Locle in der Schweiz und Waremme in Belgien.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie von Hermann Balck im deutschen Bundesarchiv
  2. Website des Festivals