George Cœdès

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George Cœdès (Coedès, gesprochen [sedɛs]; * 10. August 1886 in Paris; †  2. Oktober 1969 ebendort) war ein französischer Südostasien-Forscher und Thaiist.

Cœdès war zunächst an der angesehenen École française d’Extrême-Orient in Hanoi beschäftigt. 1918 folgte er dem Deutschen Oskar Frankfurter als Oberbibliothekar der Nationalbibliothek Thailand in Bangkok, der als Kriegsgegner von Siam 1917 ausgewiesen worden war. 1929 kehrte er an die L'Ecole francaise d'Extreme Orient zurück, um dort als Direktor zu arbeiten. Nachdem die Verhältnisse in Vietnam nach dem Zweiten Weltkrieg sehr turbulent wurden, ging Cœdès 1946 nach Paris, um die Stelle eines Professors für die Geschichte Südostasiens an der L’École des Langues Orientales anzutreten. Daneben war er auch bis zu seinem Tode Kurator am Museum Ennery in Paris.

Cœdès vertrat in seinen Büchern und Abhandlungen die Ansicht, dass sich die südostasiatische Kultur weitgehend unter dem Einfluss Indiens entwickelte. Heute weiß man, dass die Lebensformen dort sehr viel eigenständiger waren und die indische Kultur nur oberflächlich annahmen. Ihm kommt aber das Verdienst zu, das frühere Königreich Srivijaya wiederentdeckt zu haben, das er um die heutige Stadt Palembang auf der indonesischen Insel Sumatra vermutete und das sich über die Malaiische Halbinsel und Java erstreckte.

George Cœdès starb am 2. Oktober 1969 in Paris.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • The Indianized States of Southeast Asia. (1968, 1975).
  • The Making of Southeast Asia. 1966.