Indische Kultur

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Die indische Kultur ist eine der ältesten bekannten Kulturen.

Kulturpolitik[Bearbeiten]

Die Kulturpolitik der indischen Regierung hat drei Hauptziele:

  • Bewahren des indischen Kulturerbes
  • Einschärfen des Bewusstseins für indische Kunst bei Indern
  • Vorantreiben von hohen Standards für Künste sowohl im schöpferischen als auch im Bühnenbereich.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Indiens

Die bei weitem meisten, völlig einnehmenden Aspekte der indischen Kunst und Architektur vor der Kolonisation waren der starke Einfluss durch religiöse sowie Volks-Redensarten und durch Volkskunst auf die höfische Kunst. Obwohl die Volkskunst während der Kolonisation wenig Beachtung fand, brachte die Unabhängigkeit neues Interesse für solche Gemälde.

Traditionen und Feste[Bearbeiten]

Beim traditionellen Begrüßen falten Inder ihre Hände, verbeugen sich leicht vor ihrem Gegenüber und sagen Namaste (Sanskrit für „ich verbeuge mich vor dir“) oder Namaskar (abgeleitet von Sanskrit „Begrüßungen“) respektive Varianten in anderen indischen Sprachen. Dieser Brauch stammt von den Hindus, die davon ausgehen, dass in jeder Person das Göttliche innewohnt. Deswegen berühren auch viele Inder mit der Hand leicht ihre Stirn und dann ihr Herz, um auf das Dritte Auge und das Herz hinzuweisen.

Indische Feste sind gekennzeichnet durch Farbe, Heiterkeit, Enthusiasmus, Predigten und Rituale. Die meisten entstammen der hinduistischen Tradition. Eines der beliebtesten Feste ist Diwali. Die Legende, mit der es verbunden ist, kommt vom hinduistischen Epos Ramayana und vom Devi Mahatmya, je nach Region. Andere beliebte Feste sind Holi, Navaratri/Dasahra, Pongal/Sankranti und Ganesh Chaturthi.

Kleidung[Bearbeiten]

Indische Kleidung ist reich an Traditionen und verwendet häufig auffällige Farben. Zu den typischen Kleidungsstücken des indischen Kulturkreises gehören: für Männer – Dhoti, Lungi, Kurta; für Frauen – Sari, Salwar Kamiz (Salwar/Kamiz/Dupatta), Lehanga Choli (Lehanga/Choli), Bindi.

Einige indische Modeschöpfer kombinieren westliche Trends mit indischem Touch.

Drama und Theater[Bearbeiten]

Das indische Drama und Theater ist vielleicht genauso alt wie Musik und Tanz Indiens. Das traditionelle Theater ist in nahezu allen linguistischen Regionen des Lebens lebendig. Weiterhin gibt es eine reiche Puppentheater-Tradition im ländlichen Indien. Vor allem Bollywood ist bekannt für seine Dramen.

Literatur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Indische Literatur

Die ersten literarischen Traditionen wurden meist mündlich überliefert und erst später niedergeschrieben. Die meisten stammen aus dem Hinduismus und werden repräsentiert durch sakrale Werke wie die Veden und die Epen des Mahabharata und des Ramayana. Die Sangam aus Tamil Nadu spiegelt einige von Indiens ältesten weltlichen Traditionen wider. Indische Schriftsteller heutiger Zeit schreiben sowohl in ihrer jeweiligen indischen Muttersprache als auch auf Englisch.

Tanz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Indischer Tanz

Indien bietet eine Reihe von klassischen Tanzformen, die alle auf verschiedene Teile des Landes zurückverfolgt werden können. Jede Form repräsentiert Kultur und Ethos einer bestimmten Region oder einer Gruppe von Menschen.

Es gibt viele Tanzformen in Indien, von jenen, die bei tief religiösen Anlässen getanzt werden, oft basierend auf alten vedischen oder hinduistischen Traditionen, bis zu jenen, die zu leichteren Anlässen getanzt werden.

Musik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Indische Musik

Die indische Musik umfasst eine breitgefächerte Vielfalt aus Volksmusik, populärer und klassischer Musik. Indiens Tradition klassischer Musik, bestehend aus kanaresischer und hindustanischer Musik, besitzt eine Jahrhunderte umspannende Geschichte und ist, über Generationen entwickelt, elementar für die Kulturlandschaft, die Unterhaltung und das Leben als Quelle religiöser Inspiration. Neben verschiedenen ethnischen Gruppen des Subkontinents haben auch die persische, arabische und englische Musik Einfluss auf die indische genommen.

Musik indischer Popstars verkauft sich in vielen anderen Ländern und Anhänger der Weltmusik hören die Musik der facettenreichen Völker Indiens. Indiens Film- und Popmusik wird stark von Soul, Rock und Hip-Hop beeinflusst. Indische Musikstilrichtungen wie Filmi (Filmmusik; zwei der bekanntesten Sängerinnen sind die beiden Schwestern Asha Bhosle und Lata Mangeshkar, die jeweils in rund tausend Filmen zu hören sind) und Bhangra sind auch unter Auslandsindern in Großbritannien, Süd- und Ostasien, aber auch anderen Teilen der Welt populär geworden und haben Eingang in deren Musik gefunden. Typische indisch-britische Vertreter sind beispielsweise Talvin Singh, Nitin Sawhney, Badmarsh & Shri, Bally Sagoo, Panjabi MC und Cornershop.

Malerei[Bearbeiten]

Indische Malerei im Rajasthanstil, um 1660

Die Indische Malerei ist eine alte Tradition mit altertümlichen Texten, Farbtheorien und anekdotenhafte Berichte umreißend, die darauf hindeuten, dass es geläufig für Haushalte war, Türbögen oder Innenräume, in denen Gäste residierten, zu bemalen.

Indische Höhlenmalereien, zum Beispiel in Ajanta, Bagh oder Sittanvasal, und Tempelgemälde zeugen von einer Natur- und Gottesliebe. Der Großteil der Felsmalerei in Indien ist entweder hinduistisch oder buddhistisch.

Viele Beispiele indischer Malerei finden sich in der Jehangir Art Gallery in Mumbai und der National Gallery of Modern Art in Neu-Delhi.

Der bekannteste indische Maler der Gegenwart ist Maqbool Fida Husain.

Architektur[Bearbeiten]

Die indische Architektur spiegelt sowohl die ethnische und religiöse Vielfalt des indischen Subkontinents als auch dessen historische Entwicklung wider. Die indische Architektur der historischen Periode war bis in die frühe Neuzeit vor allem eine Sakralarchitektur. Der Buddhismus prägte den Beginn der Monumentalbaukunst, datiert in die Zeit des Maurya-Herrschers Ashoka im 3. Jahrhundert v. Chr. Mit der Wiederbelebung des Hinduismus in nachchristlicher Zeit begann die Phase der hinduistischen Tempelarchitektur, die im Mittelalter nach Südostasien ausstrahlte, während die buddhistische Architektur bereits im Altertum auch in Ostasien und Tibet nachgeahmt wurde.

Aus dem Nahen Osten gelangte im 8. Jahrhundert die islamische Baukunst nach Indien, wo sie sich unter einheimischen sowie west- und zentralasiatischen Einflüssen zu einer eigenständigen indo-islamischen Architektur entwickelte. Der Kolonialismus brachte im 16. Jahrhundert europäische Kunstvorstellungen mit, die erst im ausgehenden 19. Jahrhundert zur Ausprägung eines britisch-indischen Kolonialstils führten.

Film[Bearbeiten]

Hauptartikel: Indischer Film

Bollywood ist der umgangssprachliche Name für die beliebte, in Mumbai angesiedelte Hindi-Filmindustrie in Indien. Bollywood ergibt zusammen mit den anderen Zentren der Filmproduktion (in den Sprachen Bengali, Kannada, Malayalam, Tamil, Telugu) die gesamtindische Filmindustrie, die, gemessen an produzierten Filmen und unter Umständen auch an verkauften Eintrittskarten, gemeinsam mit dem US-amerikanischen Film die größte der Welt ist.

Bollywood-Filme sind normalerweise Musicals. Es gibt nur wenige Filme, die nicht mindestens eine Szene haben, die aus Tanz und einem Lied besteht. Das indische Publikum erwartet das volle Programm für sein Geld; es verlangt Lieder und Tänze, Liebesgeschichten, Komödien und Draufgänger, vermischt in einer unterbrechungslosen fantastischen Komposition. Solche Filme werden, nach der indischen Gewürzmischung „Masala“, „Masala-Filme“ genannt. Wie Masala sind auch die Filme eine Mischung vieler Dinge. Die Handlung tendiert dazu, melodramatisch zu sein. Es werden regelmäßig formelhafte Elemente eingesetzt, wie Über-Kreuz-Liebesbeziehungen und verärgerte Eltern, korrupte Politiker, Entführer, stillschweigend geduldete Bösewichte, Dirnen mit Herzen aus Gold, lang verschollene Verwandte und durch das Schicksal getrennte Geschwister, dramatische Wendungen des Glücks oder passenden Zufälle.

Spiele und Sport[Bearbeiten]

In Indien wurde eine ganze Reihe von Spielen und Sportarten erfunden, darunter Schach, Schlangen und Leitern, Spielkarten und Polo, beliebt ist auch Carrom. Das Jahrtausende alte Yoga ist streng, aber auch seine Asanas werden mit Ahimsa ausgeübt, also gewaltlos und ohne Zwang, fast spielerisch. Beim uralten Kampfsport Kalarippayat wird davon ausgegangen, dass er selbst das weit jüngere Shaolin Kung Fu stark beeinflusst hat.

Die mit Abstand beliebteste Sportart Indiens ist Cricket, aber auch Hockey hat eine lange Tradition.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]