Georgi Nikolajewitsch Fljorow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Russische Sondermarke, herausgegeben anlässlich des 100. Geburtstages von G. N. Fljorow (2013)

Georgi Nikolajewitsch Fljorow, manchmal auch Georgi Flerow zitiert, (russisch Георгий Николаевич Флёров; * 17. Februarjul./ 2. März 1913greg. in Rostow am Don; † 9. November 1990 in Moskau) war ein sowjetischer Physiker. Seine Forschungsgebiete waren Kernphysik, Transurane und kosmische Strahlung.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Schulabschluss arbeitete Fljorow zunächst in verschiedenen Berufen und ging dann nach Leningrad, wo er von 1933 bis 1938 an der Ingenieur- und Physikfakultät des Polytechnischen Instituts studierte. Bereits wenige Monate nach Abschluss seines Studiums bekam er das Angebot, ein Mitarbeiter des Arbeitsgruppe von Igor Kurtschatow am Leningrader Physikalisch-Technischen Institut zu werden, das er bereitwillig annahm.

Seine erste Entdeckung machte Fljorow bereits 1939 zusammen mit seinem Kollegen Konstantin Petrschak, indem sie die spontane Kernspaltung am Uran-238 dokumentierten. Im nächsten Jahr wiederholten sie ihr Experiment, wobei sie einen der Tunnel der Moskauer Metro auf spektakuläre Art und Weise benutzten, um eventuelle Beeinflussungen der Messung durch die kosmische Strahlung zu vermeiden. Seit Ende 1941 war Fljorow an der Entwicklung der sowjetischen Atombombe beteiligt, wobei er 1943 einen Doktortitel bekam, ohne offiziell promoviert zu haben, da seine Leistungen als „streng geheim“ eingestuft wurden und nicht publiziert werden durften.

Fljorow war ab 1960 Leiter des Laboratoriums für Kernreaktionen am Kernforschungszentrum Dubna. 1963 entdeckte er die Protonenradioaktivität und 1964 das künstliche Element Rutherfordium. Weiter synthetisierten Fljorow und seine Kollegen in Dubna erstmals die Elemente 102 (Nobelium, 1957/68) und 105 (Dubnium, 1967).

Zu Ehren Fljorows erhielt das chemische Element mit der Ordnungszahl 114 am 30. Mai 2012 offiziell den Namen Flerovium. Der Flerow-Preis des JINR ist nach ihm benannt.

Er wurde Held der Sozialistischen Arbeit (1949), erhielt zweimal den Lenin-Orden (1949, 1983), erhielt 1973 den Orden der Oktoberrevolution, dreimal den Roten Banner der Arbeit (1959, 1963, 1975), zweimal den Stalin-Preis (1946, 1949), 1967 den Lenin-Preis und 1975 den Staatspreis der UdSSR. Im Jahr 1981 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lexikon der bedeutenden Naturwissenschaftler. Band 2, München 2007.