Gepäckwagen (Kofferkuli)

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schematische Darstellung eines Kofferkulis als Piktogramm
Kofferkulis am Flughafen Bangkok
Historisch

Gepäckwagen oder Kofferkulis sind kleine Transportwagen, die für Reisende an Bahnhöfen, Busterminals und Flughäfen in Depots zur leichteren Beförderung ihres Gepäcks bereitstehen.

In der Regel sind Gepäckwagen mit besonderen Rollen ausgestattet, die sie fahrband- und fahrtreppengängig machen. Das Bremssystem der Wagen wird als Kofferkuli-Prinzip, oder auch Totmannbremse bezeichnet. 2013 kostete ein Gepäckwagen in der Schweiz rund 800 Franken[1] (ca. 650 Euro).

Vorkehrungen gegen Diebstahl[Bearbeiten]

Häufig muss der Wagen mittels einer Geldmünze von den anderen Wagen im Depot abgekoppelt werden. Dieses Münzpfandsystem soll sicherstellen, dass der Wagen nach Benutzung wieder zu einem Depot zurückgebracht wird.

Um die enorme Diebstahlrate von Gepäckwagen einzudämmen, wurde im Rahmen eines Pilotprojekts 2006 am Frankfurter Hauptbahnhof ein elektronisches Sicherungssystem installiert. Beim Verlassen des Bahnhofgeländes mit dem Gepäckwagen wurde dieser sofort blockiert. Man konnte ungehindert in erlaubte Zonen (z. B. Taxistand) fahren. Überfuhr man eine rote Markierungen, ließ sich der Wagen nicht mehr weiter schieben und muss vom Bahnhofpersonal per Fernbedienung freigeschaltet werden.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Das in separaten Eisenbahnwagen transportierte Expressgut, das vom Reisenden vorausgeschickte Gepäck und andere im Zug transportierten Gegenstände wurden früher von Bahnbediensteten zwischen Zug und Gepäckaufbewahrung bzw. Güterschuppen mit Gepäckkarren transportiert.

Nachdem die Diebstahlrate trotz Wegfahrsperre nicht zurückgegangen war, beschloss die Deutsche Bahn im Jahr 2010, die Gepäckwagen an den Bahnhöfen Frankfurt am Main, Hamburg, Augsburg, Göttingen und Berlin zunächst abzuschaffen, da 99 Prozent der Reisenden diesen Service nicht mehr benötigten.[3] Auch die Schweizerischen Bundesbahnen beschlossen 2013 die Abschaffung der Gepäckwagen, außer in den Flughafenbahnhöfen Kloten und Genf. Sie begründeten dies damit, dass die meisten Reisenden heute Rollkoffer benützten, und dass die Bewirtschaftung aufwändig sei.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ruedi Baumann: Gepäckwägeli verschwinden aus dem HB, Tages-Anzeiger, 28. Februar 2013
  2. Frankfurter Rundschau vom 18. April 2007
  3. http://www.fr-online.de/frankfurt/bahn-schafft-gepaeckwagen-ab/-/1472798/4538746/-/index.html, abgerufen am 7. August 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gepäckwagen (Kofferkuli) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien