Gonfaloniere der Kirche

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Wappen der Familie Gonzaga mit den päpstlichen Insignien, die Federico II. als päpstlicher Gonfalonier erwarb
Wappen der Familie Montefeltro mit den päpstlichen Insignien, die Federico als päpstlicher Gonfalonier erwarb

Der Gonfaloniere der Kirche oder Päpstlicher Gonfalonier (ita.: Gonfaloniere della Chiesa, Bannerträger, lat.: Vexillifer Ecclesiæ) war ein militärisches und politisches Amt der Kirchenstaates. Es ging aus der Nutzung des päpstlichen Banners während des Kampfes hervor. Das Amt wurde später weitgehend zeremonieller und politischer Natur. Bei seiner Nominierung wurde dem Gonfaloniere zwei Banner verliehen, eines mit den Wappen der Kirche (Vexillum cum armis Ecclesiae) und ein weiteres mit dem Wappen des regierenden Papstes (cum suis armis). Der Gonfaloniere war berechtigt, kirchliche Embleme (dazu gehörten die Schlüssel von St. Peter und das Padiglione) auf seinen eigenen Waffen in der Regel nur während seiner Amtszeit aber bei Gelegenheit dauerhaft zu tragen. Innozenz XII. schaffte beide Ämter ab und ersetzte sie durch das Amt des Fahnenträgers der Heiligen Römischen Kirche (ita.:Vessilifero Romana Chiesa di Santo), das später erblich an die Familie Naro Patrizi verliehen wurde.[1] [1]

List der Gonfaloniere der Kirche (unvollständig)[Bearbeiten]

Amtszeit Portrait Gonfaloniere ernennender Papst Anmerkungen
1059 — ? Robertoilguiscardo.jpg Robert Guiscard Nikolaus II.
(1059–1061)
[2]
c. 1118 Stephen der Normanne[3] mit Pier Leoni rettete Papst Gelasius II. aus den Händen Cencios II. Frangipane
c. 1296 Jaume II.jpg Jakob II. Bonifatius VIII.
(1294–1303)
König von Aragon und Valencia; Gonfalonier, Admiral, und Kapitän-General der Kirche; ernannte, um ihn zu ermutigen einen Krieg gegen seinen Bruder, Friedrich II., zu führen (vgl. Sizilianische Vesper ) [4]
1372 — ? Galeotto I. Malatesta Gregor XI.
(1370–1378)
Kommandant der päpstlichen Armee gegen Bernabò Visconti, den er bei Montechiaro besiegte.
1377 — 1384 Ridolfo II. da Varano di Camerino Gregor XI.
(1370–1378)
ernannt von Papst Gregor XI. und diente als Kommandant der päpstlichen Armee in den letzten Jahren der Avignonesischen Papsttums.
1384 — 1385 Charles III of Naples (head).jpg Karl III. Urban VI.
(1378–1389)
König von Neapel. exkommuniziert und aus dem Amt entfernt, seine Kräfte belagert den Papst in Nocera, während der Papst später versuchte Neapel für seinen Neffen an sich zu reißen [5]
1387 — ? Carlo I. Malatesta Urban VI.
(1378–1389)
ein Condottiere
c. 1399 Marti l'humà.jpg Martin I. (Aragón) Gegenpapst
Benedikt XIII.
König von Aragon und Sizilien. Gonfaloniere des westlichen Gegenpapstes, weigerte sich aber, Krieg gegen Frankreich zu führen während der Belagerung Avignons[6]
1403 — ? Niccolò III. d’Este Bonifatius IX.
(1389–1404)
ein Condottiere; auch Herr von Ferrara. ernannt im Gegensatz zu Mailand. möglicherweise wiederernannt von Papst Martin V.
1406 — ? Ladislas of Naples (head).jpg Ladislaus Innozenz VII.
(1404–1406)
König von Neapel; ernannt für seine Hilfe bei der Unterstützung Innozenz VII. gegen den römischen Mob.[7] gesandt nach Roccasecca im Jahre 1411 verließ er Papst Gregor XII. zugunsten der Gegenpapstes Johannes XXIII., der ihn zu seinen Gonfalonier ernannte.[8]
1409 — 1411 15th-century unknown painters - Louis II of Anjou - WGA23561.jpg Ludwig II. Gegenpapst
Alexander V.
im Gegensatz zu Ladislaus für das Königreich Neapel, wurde von der Pisaner Fraktion von Gegenpapst Alexander V. zum Gonfalonier ernannt, obwohl er einen wichtigen Sieg in Roccasecca errang, verließ er das Feld und kehrte nach Frankreich zurück.[9]
1412 — ? Gianfrancesco I Gonzaga.jpg Gianfrancesco I. Gonzaga Gregor XII.
(1406–1415)
ein Condottiere; auch Herr von Mantua.
1419 — ? Guidantonio da Montefeltro Martin V.
(1417–1431)
ein Condottiere; auch Herr Urbino.
1431 — ? Niccolò Fortebraccio Eugen IV.
(1431–1447)
ein Condottiere; trotz seines Scheiterns Città di Castello wieder zuerobern, wurde als Gonfaloniere verpflichtet sich Sigismund von Luxemburg in der Toskana und den Prefetti di Vico in der Region Latium zu widersetzen, aber nutzte seine Stellung, um seine eigenen Interessen zu fördern. Danach zog er in den Krieg gegen den Kirchenstaat für das Herzogtum Mailand.
1433 — 1434 Giovanni Vitelleschi Eugen IV.
(1431–1447)
Kommandant der päpstlichen Truppen für kurze Zeit unter Papst Eugen IV.
1434 — 1442 Francesco Sforza.jpg Francesco I. Sforza Eugen IV.
(1431–1447)
ein Condottiere; während der Arbeit für Mailand, erhielt die Position des Gonfaloniere zusammen mit Ancona im Rahmen der Bedingungen eines Friedens mit Eugen, dann führte die Kampagne gegen den ehemaligen Gonfalonier und seine ehemaligen Verbündeten Niccolò Fortebraccio. [10] verlor seine Position nach dem Bündnis Mailand mit dem Papsttum gegen ihn.[11]
1442 — ? Niccolò Piccinino.png Niccolò Piccinino Eugen IV.
(1431–1447)
ein Condottiere. Ursprünglich half er Fortebraccio und Sforza gegen das Papsttum, ernannt zum Gonfalonier, um Sforzas Besitzungen in der Marca anconitana zu erobern .
1444 — ? Louis XI of France.jpg Ludwig XI. Eugen IV.
(1431–1447)
ernannt für seine Taten in Schweiz gegen das Konzil von Basel und der Gegenpapst Felix V.
c. 1455 Francesco I. Sforza zweite Amtszeit.[12] unangefochtener Herzog von Mailand.
? — 1458 Pedro Luis Borgia Kalixt III.
(1455–1458)
Papst Kalixts älterer Bruder. auch Kapitän-General der Kirche und Herzog von Spoleto .[13]
1462[14] — 1468 Federico da Montefeltro.jpg Federico da Montefeltro Pius II.
(1458–1464)
ein Condottiere; auch Herzog von Urbino. berufen gegen Sigismondo Malatesta, den Herrn von Rimini. Zitat wiederbestellt Papst Paul II. zu ggen Venedig , sondern forderte in seiner Akquisition von Rimini nach dem Sieg bei Molinella , wechselte die Seiten. [15]
1474 — ? Federico da Montefeltro Sixtus IV.
(1471–1484)
Zweite Amtszeit. Nun als Herzog von Urbino, verheiratete seine Tochter mit Papst Sixtus' Lieblingsneffen, der das Herzogtum nach seinem Tod von Federicos eigenen Sohn vererbte.
1496[13] — 1497 Buch2-318.jpg Giovanni Borgia Alexander VI.
(1492–1503)
Sohn, auch Herzog von Gandía und Generalkapitän; ermordet, vielleicht von seinem Bruder Cesare[16]
29. März 1500[13] — 1503 Cesareborgia.jpg Cesare Borgia Alexander VI.
(1492–1503)
Sohn; ehemaliger Kardinal, auch Herzog von Valentino und Generalkapitän; oft der Ermordung Giovannis beschuldigt,[17]entweder direkt oder indirekt[18] Julius II. weigerte sich ihn nach seiner Wahl zu bestätigen.[19]
1504 — 1508? Guidobaldo montefeltro.jpg Guidobaldo da Montefeltro Julius II.
(1503–1513)
ein Condottiere; auch Herzog von Urbino. Sohn von Federico da Montefeltro; adoptierte Francesco Maria I. della Rovere, seinen Neffen und der Papstes.[15][20]
19. April 1509[21] — 1510[22] Alfonso I d'Este Metropolitan.jpg Alfonso I d'Este Julius II.
(1503–1513)
auch Herzog von Ferrara.[23] kommandierte die Kräfte gegen Venedig in der zweiten Phase des Krieges der Liga von Cambrai. Seines Postens enthoben und exkommuniziert mit seiner ganzen Familie, um Ferrara unter päpstliche Verwaltung zurückzukehren zu lassen.[22]
30. September 1510 — ? Tizian 063.jpg Federico II. Gonzaga Julius II.
(1503–1513)
auch Herzog von Mantua and Kapitän-General der Kirche und der Republik Venedig.[24]war nicht verpflichtet gegen das Heilige Römische Reich und versäumte damit in den Sacco di Roma einzugreifen[23][25]
1513 — 1516 Raffaello, giuliano de' medici.jpg Giuliano II. de’ Medici Leo X.
(1513–1521)
auch Kapitän-General der Kirche und Herzog von Nemours[26]
1516 — ? Duke-Lorenzo.jpg Lorenzo II. de’ Medici[15] Leo X.
(1513–1521)
auch Kapitän-General der Kirche: befehligte die päpstliche Armee im Krieg von Urbino (1517), bevor er bei der Belagerung von Mondolfo verwundet wurde
1 February 1537 — 1547 Pier Luigi Farnese di Tiziano.jpg Pier Luigi Farnese Paul III.
(1534–1549)
Sohn Pauls III.; auch Herzog von Parma, Piacenza und Castro [23]
1547 — 1551 Ottavio Farnese duca.jpg Ottavio Farnese Paul III.
(1534–1549)
Sohn Pier Luigi Farneses, auch Herzog von Parma, Piacenza und Castro[27]
c. 1565 Jacques Annibal de Hohenembs (Oder Graf Hannibal von Altemps)[1]
1566 — ? Ottavio Farnese Pius V.
(1566–1572)
Zweite Amtszeit.[28]
1572 — 1585 Giacomo Boncompagni Gregor XIII.
(1572–1585)
Sohn; auch Kapitän-General des spanischen Mailands, erwarb die Herzogtümer von Sora und Arce, Aquino und Arpino. Entfernt, aus dem Amt nach der Wahl von Papst Sixtus' V.
c.1621 — ? Odoardo Farnese.jpg Odoardo I. Farnese Gregor XV.
(1621–1623)
Auch Herzog von Parma und Piacenza. Papst Urban VIII. exkommuniziert ihn und verbot ihm die Benutzung der Wappen des Gonfalonier.[1]
? — 1630 Carlo Barberini Urban VIII.
(1623–1644)
Bruder von Papst Urbans VIII. und Antonio Marcello Barberini. Vater Taddeo Barberinis.
1630 — 1636(?) Torquato Conti Urban VIII.
(1623–1644)
Herzog von Guadagnolo and Feldmarschall des Heiligen Römischen Reiches
1639 — 1644 Taddeo Barberini clay sculpture.JPG Taddeo Barberini Urban VIII.
(1623–1644)
Neffe Papst Urbans VIII. und Prinz von Palestrina. Zum Kommandeur der päpstlichen Armee in den Kriegen von Castro ernannt. Ging ins Exil 1644 nach der Wahl Papst Innozenz' X. und starb im Jahre 1647 ohne wieder in Rom zurückzukehren. Daten sind ungefähre Angaben.
1649 — ? MaffeoBarberiniByLorenzoOttoniSFFAM1984.80.jpg Maffeo Barberini Innozenz X.
(1644–1655)
Sohn Taddeo Barberinis, die die früheren Titeln seines Vaters nach der Versöhnung mit den Familien Pamphili und Barberini erhielt.

See also[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Levillain, Philippe. The Papacy: An Encyclopedia. "Heraldry." aufgerufen am 5. Juni 2010.
  2. Alighieri, Dante. Trans. Musa, Mark. Divine Comedy: Inferno. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  3. Montalembert, Charles F. The Monks of the West from St. Benedict to St. Bernard, Vol. 6. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  4. Wikisource-logo.svg "Pope Boniface VIII" in the 1913 Catholic Encyclopedia. (englisch)
  5. Baddeley, Welbore. Charles III of Naples and Urban VI. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  6. Chaytor, H.J. A History of Aragon and Catalonia. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  7. Muratori, Lodovico Antonio. Annali d'Italia ed altre opere varie: Dall'anno 1358 all'anno 1687, Vol. IV. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  8. Catholic Encyclopedia. "Antipope John XXIII." aufgerufen am 5. Juni 2010.
  9. Encyclopædia Britannica, 1911. "Alexander V." aufgerufen am 5. Juni 2010.
  10. Machiavelli, Niccolò. History of Florence. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  11. Ady, Cecilia M. A History Of Milan Under The Sforza. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  12. Vasari, Giorgio. Lives of the Most Eminent Painters Sculptors and Architects, Vol. III. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  13. a b c Sabatini, Raphael. The Life of Cesare Borgia. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  14. Mourby, Adrian. The Independent. "In search of: Federico in Urbino." 13. November 2001. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  15. a b c Sloan, John. "Dukes of Urbino." Accessed 5 June 2005.
  16. Spinosa, La saga dei Borgia.
  17. Littell, Eliakim. Making of America Project: The Living Age. 1888.
  18. Chambers's Encyclopædia: A Dictionary of Universal Knowledge. "Borgia." 1901.
  19. The New Encyclopædia Britannica. 1983.
  20. Passavant, J.D. Rafael of Urbino and his Father, Giovanni Santi. Op. cit. The National Quarterly Review. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  21. Norwich, John Julian. History of Venice. pp. 401–2.
  22. a b Roscoe, William. The life and pontificate of Leo the Tenth, Vol. II. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  23. a b c Bascapè, Giacomo & al. Insegne e Simboli, Araldica Pubblica e Privata Medievale e Moderna. Ministero per i beni culturali e ambientali, Roma: 1983. Op. cit. "Heraldry in Pre-Unification Italy." aufgerufen am 5. Juni 2010.
  24. Setton, Kenneth M. The Papacy and the Levant (1204–1574). Vol. III. The Sixteenth Century to the Reign of Julius III.
  25. Hare, Christopher & al. Courts & Camps of the Italian Renaissance. 1908.
  26. Symonds, John A. Sketches and Studies in Italy and Greece. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  27. Muratori, Lodovico Antonio. Annali d'Italia dal principio dell'era volgare sino all'anno MDCCXLIX, Vol. XIV. aufgerufen am 5. Juni 2010.
  28. Ed. Crosby, Allan J. Calendar of State Papers, Foreign: Elizabeth. Vol. 8 (1566–1568). "Elizabeth: February 1566." aufgerufen am 5. Juni 2010.