Palestrina (Latium)

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Palestrina
Wappen
Palestrina (Italien)
Palestrina
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 41° 50′ N, 12° 54′ O41.83888888888912.8925450Koordinaten: 41° 50′ 20″ N, 12° 53′ 33″ O
Höhe: 450 m s.l.m.
Fläche: 46 km²
Einwohner: 20.771 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 452 Einw./km²
Stadtviertel Carchitti, Valvarino
Angrenzende Gemeinden Artena, Castel San Pietro Romano, Cave, Gallicano nel Lazio, Labico, Rocca di Cave, Rocca Priora, Roma, San Cesareo, Valmontone, Zagarolo
Postleitzahl: 00036 (Palestrina, Valvarino), 00030 (Carchitti)
Vorwahl: 06
ISTAT-Nummer: 058074
Volksbezeichnung: Palestrinesi oder Prenestini
Schutzpatron: Sant’Agapito martire
Website: www.comune.palestrina.rm.it
Palazzo Barberini
Palazzo Barberini

Palestrina (das antike Praeneste) ist eine italienische Stadt in der Provinz Rom in der Region Latium mit 20.771 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie ist Sitz eines suburbikarischen Bistums mit einer Kathedrale und einem Seminar.

Dom Sant’Agapito

Geographie[Bearbeiten]

Lage von Palestrina in der Provinz Rom

Palestrina liegt 37 km östlich von Rom und 52 km westlich von Frosinone. Es liegt terrassenförmig am steilen Monte Ginestro, einem Berg am Rande der Monti Prenestini, oberhalb des Tals des Sacco. Es bietet bei guter Sicht einen Ausblick auf die Albaner Berge und bis nach Rom und zum Meer.

Eine gute Aussicht auf Palestrina hat man vom über der Stadt gelegenen antiken Arx Praenestina, heute Castel San Pietro Romano, wo um 980 eine Burg errichtet wurde, die später den Colonna gehörte.[2]

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Carchitti und Valvarino.

Die Nachbargemeinden sind Artena, Castel San Pietro Romano, Cave, Gallicano nel Lazio, Labico, Rocca di Cave, Rocca Priora, Rom, San Cesareo, Valmontone, Zagarolo.

Palestrina ist Mitglied der Comunità Montana dei Castelli Romani e Prenestini.

Verkehr[Bearbeiten]

Palestrina wird seit der Antike über die Via Prenestina mit Rom verbunden. Ab dem Mittelalter wurde jedoch die Via Casilina, heute Strada Statale 6, die wichtigere Erschließungsstraße. Die nächste Auffahrt der A1 Autostrada del Sole ist in 9 km Entfernung Valmontone.

Mit dem Bahnhof im Stadtteil Valvarino ist die Stadt an die Bahnstrecke Rom – CassinoNeapel angebunden.

Kupferstich (43 × 33 cm) von Agapito Bernardini mit einem Vogelschaubild von Palestrina, ca. 1670

Geschichte[Bearbeiten]

Zur antiken Geschichte von Palestrina siehe Praeneste.

Im Mittelalter wurde Palestrina 728 erstmals wieder erwähnt, als es mit der Schenkung von Sutri zum Dukat Rom kam. 1043 kam es in den Besitz der Colonna. 1297 ließ Papst Bonifatius VIII., der mit den Colonna verfeindet war, die Stadt zerstören. Dieses Schicksal wiederholte sich 1437 auf Befehl von Kardinal Giovanni Vitelleschi. 1630 verkaufte Francesco Colonna für 775.000 Scudi die Stadt an Carlo Barberini, Bruder von Papst Urban VIII. 1870 kam Palestrina mit dem Kirchenstaat zum Königreich Italien.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Palestrina von den Alliierten bombardiert. Dieses Ereignis war Anlass zur Freilegung des Heiligtums der Fortuna Primigenia.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2008
Einwohner 6.158 7.074 7.457 8.398 9.221 11.533 15.802 17.234 20.828

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Rodolfo Lena (PD) wurde im Juni 2004 zum Bürgermeister gewählt und 2009 im Amt bestätigt. Sein Mitte-links-Bündnis stellt auch mit 14 von 20 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Bistum[Bearbeiten]

Palestrina ist Sitz eines suburbikarischen Bistums; in der Liste der Bischöfe von Palestrina finden sich alle Bischöfe der Stadt; fünf davon sind später Papst geworden. Einer von ihnen, Kardinal Guarin von Palestrina (ca. 1080–1155), wurde heiliggesprochen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmal für Pierluigi da Palestrina
  • Die Altstadt liegt auf den riesigen Terrassen des Heiligtums der Fortuna Primigenia, das nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise freigelegt wurde.
  • Auf der Spitze des Heiligtums wurde der Palazzo Barberini-Colonna[3] errichtet. In ihm ist heute das Nationale Archäologische Museum untergebracht, in dem man unter anderem das berühmte Mosaik Nilmosaik sehen kann.
  • Auch im Geburtshaus von Pierluigi da Palestrina wurde ein Museum eingerichtet
  • Im ursprünglich romanischen Dom Sant’Agapito steht eine Kopie der Pietà di Palestrina von Michelangelo. Das Original ist heute in Florenz.

Personen mit Verbindung zu Palestrina[Bearbeiten]

Palestrina ist die Vaterstadt des berühmten Musikers Giovanni Pierluigi da Palestrina und des Bildhauers Stefano Maderno.

Die Brüder Heinrich und Thomas Mann verbrachten die Sommer 1895 und 1897 in Palestrina. Heinrich Mann setzte der Stadt mit seinem Roman Die kleine Stadt ein Denkmal. In Thomas Manns Roman Doktor Faustus ist Palestrina Schauplatz einer Schlüsselszene: der Begegnung der Hauptfigur mit dem Teufel. In seinem Lebensabriß beschreibt Thomas Mann, dass er in Palestrina mit dem Schreiben seines ersten Romans Buddenbrooks begonnen habe.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christoph Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= DuMont Kunst-Reiseführer). 3., aktualisierte Auflage. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-7701-6031-2.
  • Furio Fasolo, Giorgio Gullini: Il Santuario della Fortuna Primigenia a Palestrina. 2 Bände. Istituto di Archeologia, Rom 1953, zum Mosaik mit der Nillandschaft.
  • Bernard Andreae: Nillandschaften. In: Bernard Andreae: Antike Bildmosaiken. von Zabern, Mainz 2003, ISBN 3-8053-3156-8, S. 78–109, mit der älteren Literatur.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. http://www.castelsanpietroromano.net/home_file/Rocca%20dei%20Colonna.html Burg der Colonna
  3. Palazzo Barberini in Palestrina
  4. Vgl. Thomas Mann – Ein Leben in Bildern, Artemis & Winkler 1994, S. 81.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Palestrina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien