Francesco Maria I. della Rovere

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Porträt von Raffael um 1504, wahrscheinlich Francesco Maria della Rovere darstellend

Francesco Maria I. della Rovere (* 25. März 1490 in Senigallia; † 20. Oktober 1538 in Pesaro) war der erste Herzog von Urbino aus dem Hause Della Rovere.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Francesco Maria wurde 1490 als Sohn von Giovanni della Rovere, päpstlicher Kapitän und Signore von Senigallia, und der Giovanna da Montefeltro, Tochter des Federico da Montefeltro, geboren. Er war der Neffe von Giuliano della Rovere, dem späteren Papst Julius II. 1502 ging die Herrschaft über Senigallia an Cesare Borgia verloren, und Francesco Maria flüchtete an den Hof seines Onkels Guidobaldo da Montefeltro. Da selbst kinderlos, ernannte ihn dieser 1504 zu seinem Nachfolger als Herzog von Urbino und damit zum Erben des Hauses Da Montefeltro.

Herzog von Urbino[Bearbeiten]

1508 starb Guidobaldo, und Francesco Maria folgte ihm auf den Thron. Sein Onkel Julius II. unterstützte ihn bei der Wiedergewinnung von Senigallia und ernannte ihn 1509 zum Capitano generale della Chiesa, dem Oberbefehlshaber aller Truppen des Kirchenstaats. Er kämpfte in den Italienischen Kriegen der Liga vom Cambrai und der Heiligen Liga. 1511 ermordete er den Kardinal Francesco Alidosi in Ravenna. 1513 konnte er sein Herrschaftsgebiet auch auf Pesaro ausdehnen. Durch den Tod Julius II. im selben Jahr verlor er aber seine wichtigste politische Stütze.

Tizian-Porträt von Francesco Maria della Rovere (1536–38)

Krieg um Urbino[Bearbeiten]

1516 wurde Francesco Maria vom neuen Papst Leo X. exkommuniziert und aus Urbino vertrieben; das Herzogtum fiel an Leos Neffen Lorenzo II. de’ Medici. 1517 versuchte Francesco Maria im Krieg von Urbino, Stadt und Herzogtum zurückzuerobern, scheiterte aber. Erst nach dem Tod Leos 1521 konnte er seine Herrschaft wiedererrichten.

Condottiere[Bearbeiten]

Francesco Maria kämpfte als Capitano generale der Republik Venedig während des Italienischen Krieges ab 1521. Die Wahl des Medici-Papstes Clemens VII. drängte ihn an den Rand des Geschehens. 1527 war er Oberbefehlshaber der Liga von Cognac, und seine Untätigkeit während der Invasion der kaiserlichen Truppen gilt als eine der Ursachen des Sacco di Roma.

In seinen letzten Lebensjahren kämpfte er als Condottiere für die Republik Venedig. Mit 48 Jahren wurde er vergiftet und starb am 20. Oktober 1538 in Pesaro.

Familie und Nachkommen[Bearbeiten]

Im Jahr 1508 heiratete er Eleonora Gonzaga della Rovere (* Mantua 31. Dezember 1493, + Urbino 13. Februar 1550), Tochter des Markgrafen Francesco II. Gonzaga von Mantua und der Isabella d’Este. Sie hatten folgende Kinder:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Francesco Maria I della Rovere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Guidobaldo da Montefeltro Herzog von Urbino
1508–1516
Lorenzo II. de’ Medici
Lorenzo II. de’ Medici Herzog von Urbino
1521–1538
Guidobaldo II. della Rovere