Gouvernement Orenburg

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Wappen
Karte (auf Russisch)

Das Gouvernement Orenburg (russisch Оренбургская губерния/Orenburgskaja gubernija) war eine Verwaltungseinheit des Russischen Reiches in der Steppenzone südlich des Uralgebirges. Es grenzte (vom Norden im Uhrzeigersinn) an folgende Gouvernements und Gebiete: Perm, Tobolsk, Turgai, Uralsk, Samara und Ufa. Zu seinem Territorium gehörte nach heutigem Verständnis nicht nur die Oblast Orenburg, sondern auch Teile von Kurgan und Tscheljabinsk sowie einige Gebietsstreifen in Kasachstan. Es hatte eine Fläche von 191.179 km², Hauptstadt war Orenburg.

Das Gouvernement wurde 1744 gegründet und 1782 in die Statthalterei Ufa überführt, deren Verwaltungssitz jedoch bereits 1796 wieder nach Orenburg verlegt wurde, wodurch das Gebiet seinen späteren Namen bekam. 1865 wurde das Gouvernement Ufa abgespalten.

Das Gouvernment war in die folgenden Kreise (Ujesdy) eingeteilt:

Statistik[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1897 hatte das Gouvernement 1.600.145 Einwohner. Davon waren 1.126.040 Russen, 254.561 Baschkiren, 41.541 Kleinrussen (Ukrainer), 16.877 Tataren sowie verschiedene kleinere Gruppen. Knapp ein Viertel der Bevölkerung stellten die Orenburger Kosaken.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Gouvernements ergab sich aus seinem Reichtum an Mineralschätzen, insbesondere Gold, Kupfer, Eisen und Salz. 1901 zählte man 435 Goldwäschereien, die 2657 kg Waschgold produzierten, während an Ganggold außerdem 1722 kg gewonnen wurden. An Kupfererzen wurden 13.251 Tonnen, an Chromeisenstein 1.771 Tonnen, an Eisenerzen 133.053 Tonnen (insbesondere Magnetit aus dem Magnetberg, an dem das heutige Magnitogorsk liegt) und an Steinsalz 25.387 Tonnen gewonnen. Im übrigen bilden Ackerbau und Viehzucht die Hauptbeschäftigung. Die Ernte ergab 1902: 523.882 Tonnen Weizen, 28.142 Tonnen Roggen, 141.810 Tonnen Hafer, 20.139 Tonnen Gerste und 88.872 Tonnen Kartoffeln. An Vieh zählte man 1902: 716.000 Pferde, 848.000 Stück Hornvieh, 1.149.000 Schafe, 77.000 Ziegen und 47.000 Schweine. Gemüse- und Obstbau waren wenig entwickelt, dagegen gab es als Nebengewerbe Fischerei und Bienenzucht. Die Industrie, mit Ausnahme der bergbaulichen, war damals noch gänzlich bedeutungslos. 1900 zählte man 189 Betriebe mit 5.715 Arbeitern und einem Produktionswert von ca. 14 Millionen Rubel.

Einen wichtigen Aufschwung nahm die Region mit der Transsibirischen Eisenbahn, deren Hauptlinie im 19. Jahrhundert über Tscheljabinsk führte.

Weblinks[Bearbeiten]