Guantánamo

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Guantánamo auf Kuba; für andere Bedeutungen siehe Guantánamo (Begriffsklärung).
Guantánamo
20.138333333333-75.206111111111Koordinaten: 20° 8′ N, 75° 12′ W
Karte: Kuba
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Guantánamo

Guantánamo ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt im Südosten Kubas.

Basisdaten
Staat Kuba
Provinz Guantánamo
Stadtgründung 1510
Einwohner 228.436 (2012)
Detaildaten
Fläche 257,39 km²
Bevölkerungsdichte 887,5 Ew./km²
Gewässer Bahía de Guantánamo
Postleitzahl 95100
Vorwahl (0053)-21
Zeitzone UTC-5
Quellen: [1][2][3]

Guantánamo ist eine Stadt und ein Municipio im Südosten Kubas und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Mit dem „Centro Universitario de Guantánamo“ ist Guantánamo auch Universitätsstadt. Guantánamo hat 228.436 Einwohner (Zensus 2012), wobei 9.341 in der ländlichen Umgebung der Stadt leben, was einem Urbanisierungsgrad von 95,9 Prozent entspricht. Die Bevölkerungsdichte beträgt 887,5 Einwohner pro km²

Ihre Berühmtheit verdankt sie zum einen der – gar nicht in der Stadt liegenden – US-amerikanischen Militärbasis mit dem gleichnamigen Gefangenenlager und zum anderen José Fernández Díaz' Lied Guantanamera.

In den umliegenden Kaffeeplantagen entstand der Musikstil Changüí, eine Variation des Son Cubano.

Geografie[Bearbeiten]

Das Municipio Guantánamo hat eine Gesamtfläche von 257,39 km². Es grenzt im Norden an die Provinz Holguín und im Osten an die Municipios Yateras und Manuel Tames. Im Süden liegt Caimanera, mit der Bahía de Guantánamo. Im Westen schließen sich Niceto Pérez und El Salvador an.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1791 kam es im Nachbarland Saint-Domingue (heute: Haiti) zu ersten Sklavenaufständen. Schnell entwickelten sie sich zum blutigen Krieg jeder gegen jeden. Infolgedessen flüchteten zahlreiche französische Siedler nach Kuba und gründeten dort 1796 die Stadt Guantánamo. Die Haitianer brachten zu dieser Zeit auch den Kaffee- und Kakaoanbau auf die Insel und kultivierten ihn in den umliegenden Bergen.

Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg zwangen die USA Kuba 1903 dazu, das Platt Amendment zu unterzeichnen. Der Vertrag sah ein Interventionsrecht der USA vor, sowie Landstrecken von Kuba kaufen oder pachten zu können und als Marinestützpunkte zu nutzen. 1934 wurde der Vertrag seitens der USA weitestgehend aufgehoben, nur der Abschnitt über die Marinebasis Guantanamo Bay Naval Base blieb bestehen. Die Rechtmäßigkeit des Vertrags wird seitens der kubanischen Regierung bestritten.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das ehemalige Gefängnis der Stadt wird heute als „Museo Provincial de Guantánamo“ genutzt. Es beschäftigt sich mit der Geschichte der Stadt und der Provinz Guantánamo.

Im „Palacio Salcines“ sind die Kunstsammlungen untergebracht. Auf dem Palast ist eine Skulptur zu sehen - die Fama. Sie ist ein Werk des italienischen Künstlers Amerigo Chini und zugleich Wahrzeichen Guantánamos.[6]

Die gut erhaltene Altstadt von Guantánamo ist, wie die meisten anderen kubanischen Städte, im Kolonialstil erbaut. Im Herzen der Altstadt liegt der zentrale Platz „Parque José Martí“. Auf diesem befindet sich ein Denkmal von General Pedro Agustín Pérez. Dieser spielte eine historisch wichtige Rolle im spanisch-amerikanischen Unabhängigkeitskampf. In seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt wurden sämtliche Straßen nach den Helden des Unabhängigkeitskampfes umbenannt. Direkt am Parque José Martí steht die bedeutendste Kirche der Stadt. Die „Parroquial de Santa Catalina de Riccis“ wurde 1868 geweiht. Am 24. Januar 1998 wurde sie zur Kathedrale erhoben.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Da die Stadt nicht direkt am Meer liegt und auch sonst kaum Sehenswürdigkeiten aufweist, kann von der Tourismusindustrie fast nicht profitiert werden. So bilden der Kaffee-, Kakao-, Zuckerrohr- und Baumwollanbau wirtschaftliche Grundlage der Gemeinde.

Verkehr[Bearbeiten]

Willkommen in Guantánamo

Guantánamo wird von der gut ausgebauten Landstraße Carretera Central durchquert. Sie ermöglicht der Gemeinde eine schnelle Anbindung an Baracoa - die zweitgrößte Stadt der Provinz - und nach Santiago de Cuba.

Ferner verfügt die Stadt über einen Eisenbahnanschluss, den Flughafen „Mariana Grajales“ und für die wenigen Touristen die staatliche Busgesellschaft Viazul.

Verfilmung[Bearbeiten]

Das Leben in der Stadt und ihrer Bewohner zeigt der Dokumentarfilm „Paraíso“ von Alina Teodorescu anhand der Musikgruppe „Madeira Limpia“.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Guantánamo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zensus 2012 (PDF; 272 kB), ONE
  2. http://www.geopostcodes.com/de/index.php?pg=browse&grp=0&niv=3&id=383&l=0&sort=1
  3. http://www.one.cu/EstadisticaPoblacion/EstadisticaPoblacion.asp Población al 14 de Septiembre de 2012
  4. http://www.bedincuba.com/cuba_municipios_mapa_map_municipalily/guantanamo_municipios_municipality.jpg
  5. Alfred de Zayas: Wem gehört Guantánamo Bay? Die Rechtslage um den Stützpunkt der Vereinigten Staaten, erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29. Dezember 2003
  6. http://www.bilderreisen.at/cub/cuba-guantanamo-stadt.php#sw3
  7. http://www.bilderreisen.at/cub/cuba-guantanamo-stadt.php
  8. http://www.handelsblatt.com/archiv/paraiso-einblicke-in-kubas-alltag-zu-spritziger-musik-dpa-datum-2004-07-19-14-01-39;764476