Gugel (Kleidung)

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Gugel, Bild aus Meyers
Ein Gugelherr: Georgius Macropedius in der Tracht der Brüder vom gemeinsamen Leben

Die Gugel ist ein ab dem Hochmittelalter nachweisbares Kleidungsstück, das fast ausschließlich von Männern getragen wurde. Die Gugel war eine kapuzenartige Kopfbedeckung, die auch die Schultern bedeckte und meist aus verschiedenen Stoffen, vor allem aus Wolle, angefertigt wurde.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Während es sich zunächst wohl primär um ein Gebrauchskleidungsstück gehandelt hat, wurde das Tragen der Gugel durch Männer ab dem 14. Jahrhundert modisch. Im Zuge dessen wurde die Gugel auch mit einem überlangen Zipfel, der Sendelbinde verziert, sowie auch im 14. Jahrhundert vorzugsweise durch Zaddeln, später auch durch Glöckchen, was jedoch wieder abebbte, und sich schließlich nur als Zeichen von Unterhaltern wie z. B. Narren erhielt. Für das 14. Jahrhundert sind nach zeitgenössischen Bildquellen rot gefärbte Gugeln belegt, so etwa aus der Zeit um 1390 in den Wandmalereien auf Schloss Runkelstein bei Bozen.[1]

Im Verlaufe der Spätgotik etablierten sich zahlreiche alternative Trageweisen, bei der unter anderem die des Tragens mit dem Kopfloch voraus auf dem Kopf zur Entwicklung einer eigenen Kopfbedeckung, dem Cappuccio oder Chaperon, führte. Späte Varianten, wie die süddeutsche Fransengugel, führten in ähnlicher Trageweise zu dem vom Bildnis des Albrecht Dürers bekannten Hut mit Fransen um 1500. Parallel entwickelten sich offene Haubenformen, die von Frauen ohne Abnehmen ihrer leinernen oder seidenen Haube getragen werden konnten, jedoch eher im linksrheinischen und norddeutschen Raum verbreitet waren. Gugeln im Allgemeinen, und geschlossene Gugeln im Besonderen, lassen sich anhand von Stadtverordnungen und fehlenden Bildquellen jedoch recht deutlich als männliches Kleidungsstück einordnen, dessen Tragen bei Frauen als verpönt und unrechtschaffen angesehen wurde. Der Name der bayerischen Geheimgesellschaft Guglmänner leitet sich von diesem Kleidungsstück ab, sie tragen noch heute bei rituellen Zusammenkünften eine schwarze Kapuze, die Kopf und Schultern zur Gänze bedeckt.

Der früheste Fund, der als Gugel interpretiert wurde, stammt aus einer Grabung in Haithabu, jedoch ist die genaue Konstruktion der Fragmente unklar, neuere Analysen legen nahe, dass es sich bei den Textilfragmenten um eine Hose gehandelt haben kann.

[Bearbeiten] Heraldik

Gugel im Wappen von Güglingen

Diese Kopfbedeckung ist auch in der Heraldik im Wappen als gemeine Figur anzutreffen. In der Stadt Güglingen ist es ein redendes Wappen. Ein altes Münchner Siegel zeigt einen Mönchskopf mit Gugel.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.runkelstein.info/runkelstein_de/geschichte.asp

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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