Deutschland im Mittelalter

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Der Artikel Deutschland im Mittelalter bietet einen geschichtlichen Überblick über die Zeit von etwa 800 bis etwa 1500. Weiter ins Detail gehen die Artikel

Einen Überblick über die gesamte deutsche Geschichte enthält der Artikel Geschichte Deutschlands.

Vom Frankenreich zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation

Zeit der Karolinger

Der Sohn Karls des Großen, Ludwig der Fromme, konnte die Einheit des Frankenreichs zunächst noch wahren. Als Nachfolger im Kaiseramt bestimmte er seinen ältesten Sohn Lothar I. Lothars Brüder Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle wurden mit Teilreichen im Osten oder Westen abgefunden, die unter der Oberhoheit des ältesten Bruders stehen sollten. Sie verbündeten sich gegen Lothar und besiegten ihn in der Schlacht von Fontenoy. 842 wurde dieses Bündnis in den Straßburger Eiden bestätigt.

843 wurde im Vertrag von Verdun das Frankenreich in ein ostfränkisches, ein westfränkisches und ein Mittelreich geteilt. Dabei erhielt Lothar das Mittelreich mit Italien sowie die Kaiserwürde, woraus allerdings keine Herrschaftsbefugnisse über die anderen Teilreiche mehr abgeleitet werden konnten. Karl der Kahle erhielt den Westteil und Ludwig der Deutsche den Ostteil. Im Vertrag von Mersen 870 und im Vertrag von Ribemont 880 wurde das Mittelreich dann unter Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen aufgeteilt.

Der ostfränkische König Karl der Dicke erreichte 881 wieder die Kaiserwürde und konnte das Fränkische Reich nochmals kurze Zeit bis 887 vereinigen. Mit Ludwig dem Kind starb 911 der letzte ostfränkische Karolinger.

Zeit der Ottonen (Liudolfinger)

Nach der Spaltung des Reiches kam es im Ostfrankenreich zum Verfall des Königtums und in den alten Stammesgebieten erreichten einzelne Adelsfamilien den Aufstieg zu Stammesherzögen. Nach dem Tod des letzten ostfränkischen Karolingers Ludwig d. Kind, wählten die Stammesherzöge den Frankenherzog Konrad I. anstelle des westfränkischen Karolingers zu ihrem König, stellten damit die Existenz des Königreichs auf eine neue Grundlage und führten das Wahlrecht ein.

Ihm folgte der Sachsenherzog Heinrich I. aus dem Geschlecht der Liudolfinger oder Ottonen nach. Heinrich I. gelang es, das ostfränkische Reich zu festigen und gegen Einfälle von Ungarn und Slawen zu verteidigen. Neben dem fränkischen Erbe verfestigte sich die (deutsche) Identität der Menschen durch die gemeinsame deutsche Sprache, die in vielen Dialektvariationen gesprochen wurde.

Otto I. der Große

Zum Nachfolger bestimmte Heinrich I. seinen Sohn Otto I. den Großen. Da sich die Stammesherzöge gegen Otto wandten, stützte er sich zur Sicherung seiner Macht auf die Kirche. Das sogenannte Reichskirchensystem hatte den Vorteil, dass Geistliche wegen des Zölibats ihr Lehen nicht vererben konnten. Die Sicherung des Reichs nach außen führte Otto I. ebenfalls konsequent fort. 955 besiegte er die Ungarn entscheidend in der Schlacht auf dem Lechfeld.

Zur Abwehr der Slawen richtete er Marken ein, die zur Grenzsicherung, aber auch zur Christianisierung der Slawen dienten. Auf dem Gebiet der heutigen ostdeutschen Bundesländer wurden zahlreiche neue Bistümer gegründet.

950 wurde Böhmen unterworfen, 963 musste Polen die Vorherrschaft des Deutschen Reiches anerkennen. In drei Italienfeldzügen erweiterte Otto sein Herrschaftsgebiet um Nord- und Mittelitalien. Er besiegte den Langobardenkönig Berengar II. und heiratete die von diesem gefangengehaltene Adelheid von Burgund. Daraufhin nannte sich Otto "König der Langobarden".

Beim zweiten Italienfeldzug erreichte er 962 die Kaiserkrönung. Als Gegenleistung gewährte der Kaiser dem Kirchenstaat seinen Schutz. Durch seinen Anspruch auf Süditalien geriet Otto der Große in Konflikt mit dem byzantinischen Kaiser. Sein Sohn Otto II. heiratete schließlich die Kaisernichte Theophanu, Süditalien verblieb jedoch bei Byzanz.

Otto III.

Ende der Ottonen

Otto II. erlitt 982 gegen die Araber eine vernichtende Niederlage. Danach gingen die Gebiete östlich der Elbe durch einen Aufstand der Slawen 983 größtenteils wieder verloren. Nach seinem Tod übernahmen seine Frau Theophanu und seine Mutter die Regierungsgeschäfte für seinen minderjährigen Sohn Otto III.

Dieser scheiterte mit dem Versuch, die Machtbasis nach Rom zu verlegen. Seine Restauratio imperii scheiterte nicht zuletzt wegen der immensen Probleme in Italien und mit den Römern. Dennoch knüpfte auch Otto III. an die Ostpolitik der Ottonen an.

Der letzte Ottonenkönig Heinrich II. konnte sich gegen Polen und Ungarn nicht behaupten. Unter ihm wurde das Reichskirchensystem weiter ausgebaut. Um der Verweltlichung der Kirche entgegenzutreten, entstand eine von Cluny ausgehende Klosterreformbewegung.

Hochmittelalter

Heinrich III.

Salische Kaiser

Konrad II. und Heinrich III.

1024 wählten die deutschen Fürsten den Salier Konrad II. zum König. 1032 erwarb dieser das Königreich Burgund. Das mittelalterliche Imperium stand auf dem Höhepunkt seiner Macht. Konrad II. unterstützte ebenso wie sein Nachfolger Heinrich III. die kirchlichen Reformen.

Heinrich III. griff auch zu Gunsten des Papstes in Rom ein. Auf der Synode von Sutri setzte er 1046 die rivalisierenden Päpste ab und erließ kurz darauf auch ein Verbot der Simonie. Die Investitur von Bischöfen und Äbten übte er jedoch weiter selbst aus. Er erreichte die Lehnsherrschaft des Reiches über Böhmen, Polen und Ungarn.

Investiturstreit

Heinrich IV.

Unter Heinrich IV. eskalierte der sogenannte Investiturstreit. 1073 wurde Gregor VII., ein radikaler Reformer, ohne Zustimmung der Kardinäle Papst. Als sich Heinrich IV. über das Verbot der Laieninvestitur hinwegsetzte, bestrafte ihn der Papst mit dem Bann, womit er den König aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausschloss.

Die deutschen Fürsten verbündeten sich nun gegen den König und drohten mit seiner Absetzung. Um dieser zu entgehen, erreichte Heinrich IV. im Gang nach Canossa 1077 die Lösung des Kirchenbannes.

Später kam es erneut zu einem Bündnis von Papst und deutschen Fürsten, die Rudolf von Schwaben zum Gegenkönig wählten. Nach dem Sieg über Rudolf konnte Heinrich die Fürsten noch einmal auf seine Seite ziehen. Er ließ sich 1084 in Rom zum Kaiser krönen und setzte Papst Gregor VII. ab.

Sein Sohn Heinrich V. verbündete sich schließlich mit den Fürsten gegen den eigenen Vater und erreichte 1105 die Absetzung des Kaisers. Unter Heinrich V. kam es 1122 im Wormser Konkordat zum Ausgleich mit der Kirche. Als Ergebnis des Investiturstreits wurde die Position von Kirche und Landesfürsten gegenüber dem König gestärkt.

Ende der Salier

Als mit Heinrich V. 1125 der letzte Salier starb, wählten die Fürsten den eher schwachen Sachsenherzog Lothar III. von Supplinburg zum König. Damit nahmen die Fürsten wieder ihr traditionelles Wahlrecht wahr. Durch die Unterstützung der mächtigen Welfen für Lothar III. gegen den schwäbischen Herzog, den Staufer Friedrich, wurde ein das ganze 12. Jahrhundert andauernder Streit zwischen Welfen und Staufern begründet.

Konrad III.

Staufer

Konrad III.

Ein Teil der Fürsten, die mit der Wahl Lothars III. nicht einverstanden waren, entschieden sich für den Staufer Konrad III., der bis 1135 Gegenkönig blieb. Nach dem Tod Lothars 1138 wurde Konrad III. schließlich doch König.

Konrad III. erkannte dem Welfen Heinrich dem Stolzen die Herzögtümer Bayern und Sachsen ab, doch die in Sachsen eingesetzten Askanier konnten sich nicht behaupten, so dass der Sohn Heinrich des Stolzen, Heinrich der Löwe, 1142 das Herzogtum Sachsen wieder erhielt. Auch in Bayern kam es zu Kämpfen. Konrad wurde zudem nach dem Zweiten Kreuzzug immer mehr in die europäische Außenpolitik verstrickt.

Sein Neffe, der Staufer Friedrich I., folgte ihm nach.

Friedrich I. Barbarossa

Friedrich I.

Friedrich I. erstrebte den Ausgleich, indem er seinen Vetter, den Welfen Heinrich der Löwe, 1156 auch noch mit dem um Österreich verkleinerten Herzogtum Bayern belehnte.

Im Vertrag von Konstanz 1153 wurde ein Ausgleich mit dem Papst erzielt. Friedrich erreichte so seine Kaiserkrönung. Er besiegte die nach mehr Selbständigkeit strebenden lombardischen Städte. Nach einem Aufstand ließ er 1162 Mailand völlig zerstören.

Als Alexander III. Papst wurde und nicht der von Friedrich favorisierte Viktor IV., begann der Kampf um die Vorherrschaft zwischen Kaiser und Papst erneut. Alexander exkommunizierte Friedrich, nachdem auf der Synode von Pavia von einem prokaiserlichen Gremium Viktor als legitimer Papst anerkannt worden war.

Friedrich I. begab sich 1166 auf seinen vierten Italienzug, um die Wahl Viktors militärisch durchzusetzen. 1167 eroberte das kaiserliche Heer Rom, musste die Stadt aber wegen einer Malariaepidemie verlassen. Die norditalienischen Städte schlossen sich daraufhin zum Lombardenbund zusammen und verbündeten sich mit Alexander III.

Vor Friedrichs fünftem Italienfeldzug versagten ihm mehrere Fürsten die Waffenhilfe. 1176 unterlag Friedrich I. bei Legnano den Mailändern. Er musste deshalb im Frieden von Venedig Alexander III. als Papst anerkennen. Im Gegenzug erreichte er die Lösung des Banns.

Heinrich VI. (Codex Manesse, um 1300)

1180 ließ Friedrich I. den immer mächtiger werdenden Heinrich den Löwen, der zudem die Italienpolitik des Kaisers nicht mehr unterstützte, ächten und entzog ihm seine Herzogtümer sowie seine Lehnsherrschaften in Mecklenburg und Pommern. Das Herzogtum Bayern wurde an die Wittelsbacher vergeben, Sachsen aufgeteilt.

1183 schloss Friedrich Frieden mit den Lombarden. Dadurch gestärkt, konnte er 1186 die Krönung seines Sohnes Heinrich mit der Krone der Lombardei erreichen. Ab 1187 übernahm Friedrich I. die Führung der Kreuzfahrerbewegung. 1190 starb er beim 3. Kreuzzug in Kleinarmenien.

Heinrich VI. und der Thronkampf

Friedrichs Sohn Heinrich VI. wurde dank der Heirat mit der normannischen Prinzessin Konstanze 1194 König von Sizilien. Damit erreichte das Reich einen Höhepunkt seiner Ausdehnung. Heinrich betrieb auch eine ambitionierte Mittelmeerpolitik. Sein Versuch, das Reich in eine Erbmonarchie umzugestalten, scheiterte jedoch. Als Heinrich VI. 1197 mit 32 Jahren an einer Seuche starb, kam es 1198 zu einer Doppelwahl des Staufers Philipp von Schwaben und des Welfen Otto IV.

Papst Innozenz III. favorisierte Otto, doch gelang es Philipp, diesen nach und nach zu isolieren. Nach der Ermordung Philipps 1208 wurde Otto IV. schließlich dennoch König. Als er jedoch Anspruch auf Sizilien erhob, wurde er 1210 gebannt. Der Papst unterstützte nun den Staufer Friedrich II.. Die folgende Auseinandersetzung zwischen Welfen und Staufern wurde 1214 durch die Schlacht bei Bouvines zugunsten Friedrichs II. entschieden.

Friedrich II. und das Ende der Staufer

Friedrich II.

Friedrich II. regierte sein Reich von seiner Heimat Sizilien aus und vernachlässigte die Verhältnisse im Deutschen Reich. Zum König ließ er 1220 seinen minderjährigen Sohn Heinrich wählen. Die Regierung in Deutschland überließ er Vertrauten, die die Vormundschaft über Heinrich ausübten. Friedrich kam nur noch einmal nach Deutschland, als er 1235 seinen Sohn Heinrich absetzte und dessen Bruder Konrad IV. wählen ließ.

An den Papst verlor der erst 18-jährige König 1213 in der Goldbulle von Eger alle verbliebenen Mitbestimmungsrechte bei der Bischofs- und Abtwahl. 1220 wurde Friedrich zum Kaiser gekrönt und widmete sich anschließend der Stabilisierung des Königreichs Sizilien.

Als Friedrich II. seinen Machtbereich auf die lombardischen Städte auszuweiten versuchte, kam es zum Machtkampf mit Papst Gregor IX.. Wegen eines nicht unverzüglich erfüllten Kreuzzugsversprechens bannte der Papst den Kaiser 1227. Dennoch begab sich Friedrich ins heilige Land und erreichte die kampflose Übergabe Jerusalems.

Zurück in Italien bekämpfte er die päpstlichen Invasionstruppen und wurde schließlich vom Bann gelöst. Dennoch blieben die Spannungen bestehen, die schließlich 1239 zu einer erneuten Bannung durch Papst Gregor führte. Der Konflikt setzte sich auch fort, als Innozenz IV. Gregors Nachfolge antrat. Innozenz erklärte den Kaiser gar 1245 für abgesetzt.

Mit militärischen Mitteln ging Friedrich gegen die oberitalienischen Städte vor. Bevor es jedoch zu einer endgültigen militärischen Konfrontation kommen konnte, verstarb Friedrich II. im Dezember 1250. Er sollte der letzte römisch-deutsche Kaiser für über 60 Jahre sein. Sein Tod bedeutete auch den Anfang vom Ende des staufischen Hauses.

Nach dem Tod Friedrichs II. tobte der Kampf des Papstes mit Hilfe des französischen Grafen Karl von Anjou gegen die Staufer weiter, wobei Sizilien den Staufern verloren ging. 1268 wurde der letzte Staufer, der sechzehnjährige Konradin, in Neapel öffentlich hingerichtet.

Spätmittelalter

Interregnum und Pest

Rudolf I.

Nach Aussterben der Staufer verfiel die Königsmacht im Spätmittelalter immer mehr. Während des so genannten Interregnums von 1250 bis 1273 herrschten im Reich teils mehrere Könige gleichzeitig.

Der König stützte sich nur mehr auf ein geringes Reichsgut und musste zur Machtsicherung versuchen, seine Hausmacht zu erweitern. Die Landesfürsten wählten daher meist einen schwachen Kandidaten zum König, um so ihre eigene Stellung nicht zu gefährden. Zudem versuchten ausländische Mächte, die Königswahl zu beeinflussen.

Das Interregnum wurde 1273 durch Rudolf von Habsburg beendet. Rudolf ebnete dem Haus Habsburg den Weg zu einer der mächtigsten Dynastien im Reich, doch gelang es ihm nicht, die Kaiserkrone zu erlangen.

Seine beiden Nachfolger, Adolf von Nassau und Albrecht I., standen im Konflikt mit den Kurfürsten. Adolf versuchte ohne großen Erfolg, in Thüringen Fuß zu fassen. Seine Politik führte schließlich zu seiner Absetzung.

Aber auch sein Nachfolger Albrecht I., diesmal wieder aus dem Hause Habsburg, unterhielt kein gutes Verhältnis zu den Reichsfürsten. Diesen war seine Annäherung an Frankreich ein Dorn im Auge. Albrecht wurde 1308 von seinem Neffen Johann Parricida ermordet.

1308 wurde der Luxemburger Heinrich VII. zum König gewählt. Dieser konnte 1310 seine Hausmacht um Böhmen erweitern und erlangte 1312 die Kaiserkrönung. Heinrich versuchte ein letztes Mal, das Kaisertum zu erneuern, doch starb er schon 1313. In Deutschland hatte er sich gegen die Expansion Frankreichs gestemmt und eine seltene Eintracht der großen Häuser erreicht.

Im 14. Jahrhundert führten Überbevölkerung, Missernten und Naturkatastrophen zu Hungersnöten. 1349/50 starb ein Drittel der Bevölkerung an der Pest. Die Spätmittelalterliche Agrarkrise löste eine Landflucht aus. Es dauerte etwa 100 Jahre, bis die Bevölkerungszahl wieder den Stand vor der Pest erreichte.

Zeit Ludwigs des Bayern und Karls IV.

1314 kam es nach dem Tod Heinrichs VII. zu einer Doppelwahl, doch setzte sich der Wittelsbacher Ludwig der Bayer durch. Aber der Papst verweigerte Ludwig die Approbation. 1338 wurde jedoch im Kurverein von Rhense (vgl. Kurfürst und Rhens) die Forderung nach einer Bestätigung der Königswahl durch den Papst zurückgewiesen.

Im Reich formierte sich eine von den Luxemburgern geführte Opposition gegen Ludwig. 1346 wurde der Luxemburger Karl IV. zum König gewählt. Zu einer Konfrontation mit Ludwig kam es jedoch nicht mehr, da dieser bald darauf starb.

Karl IV. verlegte seinen Herrschaftsschwerpunkt nach Böhmen. Er gewann unter anderem die Mark Brandenburg und die Lausitz zu seinem Hausmachtkomplex hinzu. Er begründete ein Königtum, welches fast ausschließlich Hausmachtpolitik betrieb und kaum etwas mit dem universalen Kaisertum der Staufer zu tun hatte.

1348 wurde in Prag die erste deutschsprachige Universität im Heiligen Römischen Reich gegründet. 1355 wurde Karl zum Kaiser gekrönt.

Die Goldene Bulle von 1356 stellte bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs eine Art Grundgesetz dar. Ihr Hauptziel war die Verhinderung von Gegenkönigen und Thronkämpfen. Karl glaubte, damit die Machtstellung des Hauses Luxemburg zementiert zu haben.

Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach im Kampf um die Macht

Das Heilige Römische Reich zur Zeit Karls IV.

Unter dem Nachfolger Karls verfiel die Königsmacht endgültig. Wenzel, der die Regierungsgeschäfte völlig vernachlässigte, wurde 1400 von den Kurfürsten abgesetzt. Auch sein Nachfolger Ruprecht konnte diesen Verfall nicht aufhalten.

König Sigismund erreichte zwar 1433 die Kaiserkrönung, war jedoch nicht in der Lage, das Königtum zu stabilisieren. Eine Reichsreform scheiterte 1434 am Widerstand der Landesfürsten. Durch die Einberufung des Konzils von Konstanz konnte er allerdings das Abendländische Schisma beenden. Die Hinrichtung von Jan Hus führte jedoch zu andauernden Kriegen der Hussiten.

Mit dem Tode Sigismunds erlosch das Haus Luxemburg in männlicher Linie. Die Habsburger traten die Nachfolge an, doch konnten weder Albrecht II. noch Friedrich III. eine Reichsreform zu Wege bringen.

Der Habsburger Maximilian I. war wegen der Türkenkriege und des Kampfes gegen Frankreich um Italien auf die Unterstützung der Reichsstände angewiesen. 1495 wurde auf dem Wormser Reichstag eine Reichsreform beschlossen.

Maximilian nahm 1508 ohne päpstliche Krönung den Kaisertitel an und beendete damit die Zeit der Krönungszüge Deutscher Könige nach Rom. Seine Heiratspolitik sicherte den Habsburgern Böhmen und Ungarn und die spanische Krone. Es war eine Zeitenwende. Habsburg stieg unter Karl V. zur Weltmacht auf, das Mittelalter ging zu Ende.

Siehe auch

Literatur

Quellen

  • Müller, Rainer A. (Hrsg.): Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung,, Bd. 1 und 2, Reclam, Stuttgart 1995 und 2000 (Reclams Universal-Bibliothek, Bd. 17001–17002).
  • Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe: Reihe A: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, hrsg. von R. Buchner u. Franz-Josef Schmale, Bd.1–Bd.40a, Darmstadt 1955 ff.

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