Gustavs Celmiņš

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gustavs Celmiņš (dt. Gustav Celmins, * 1. April 1899 in Riga; † 10. April 1968 in San Antonio) war ein lettischer Politiker, Führer der nationalistischen Organisation Feuerkreuz und der faschistischen Organisation Donnerkreuz, sowie Träger des Bärentöterordens.

Biografie[Bearbeiten]

Geboren in Riga begann Celmiņš die Schulausbildung an der Handelsschule der Rigaer Börse und schloss sie in Moskau ab. Im Jahre 1917 studierte er am Rigaer Polytechnischen Institut, das nach Moskau evakuiert worden war. Nach der Oktoberrevolution kehrte Celmiņš nach Lettland zurück.

Im Jahre 1918 trat Celmiņš in die neu gegründete Lettische Armee ein, wo er im Folgejahr zum Leutnant avancierte und darauf zum Militärattaché in Polen ernannt wurde. Im Jahre 1921 wurde Celmiņš mit dem Bärentöterorden ausgezeichnet.

Nachdem Celmiņš 1924 aus der Armee ausgeschieden war, arbeitete er von 1925 bis 1927 im Außenministerium Lettlands als Sekretär des Ministers. Anschließend arbeitete Celmiņš im Finanzministerium Lettlands. Als am 24. Januar 1932 die lettische nationalistische Gruppe Feuerkreuz (lett. Ugunskrusts) gegründet wurde, übernahm Celmiņš die Funktion ihres Führers. Nach dem Verbot der Gruppe Feuerkreuz durch die lettische Regierung gründete Celmiņš die faschistische lettische Volksbewegung Donnerkreuz (lett. Pērkonkrusts (Latviešu Tautas Apvienība)). Nach dem Staatsstreich vom 15. Mai 1934 durch Kārlis Ulmanis wurde Celmiņš verhaftet, die dreijährige Gefangenschaft endete 1937 mit seiner Ausweisung.

Celmiņš begab sich nach Italien und anschließend in die Schweiz, wo er in Zürich verhaftet und ausgewiesen wurde. Später lebte er in Rumänien, wo er Kontakte zur Eisernen Garde unterhielt. Danach siedelte er nach Finnland um. Dort führte Celmiņš das „ausländische Kontaktbüro“ von Donnerkreuz. Im von der Sowjetunion im November 1939 gegen Finnland begonnenen Winterkrieg kämpfte Celmiņš als Freiwilliger in der finnischen Armee. Nach dem Ende des Krieges zog Celmiņš ins Großdeutsche Reich.

Celmiņš zog im Jahre 1941 im Zuge des Unternehmens Barbarossa wieder in Lettland ein, um wieder als Führer von Donnerkreuz zu wirken. Am 14. März 1944 verhaftete ihn die Gestapo wegen illegaler Untergrundtätigkeit. Celmiņš wurde in das Konzentrationslager Flossenbürg und von dort nach Dachau gebracht. Bis Kriegsende blieb Celmiņš „Sonderhäftling“ und wurde noch in den letzten Kriegstagen gemeinsam mit anderen Prominenten als Geisel der SS von Dachau über Innsbruck nach Niederdorf im Pustertal verlegt. Am 4. Mai 1945 wurden die Häftlinge am Pragser Wildsee durch die 5. Armee der USA befreit.[1]

Nach seiner Befreiung übersiedelte Celmiņš nach Italien. Dort gab er in Rom die Zeitung „Freies Lettland“ (lett. Brīvā Latvija) heraus. Im Jahre 1949 zog er in die USA. Dort arbeitete er von 1950 bis 1952 als Berater. In den Jahren von 1954 bis 1956 betätigte sich Celmiņš in Mexiko als Industrieller. Im Jahre 1956 ging Celmiņš nach San Antonio in Texas, wo er bis 1958 als Bibliothekar an der Trinity University arbeitete. Im Jahre 1959 erhielt er eine Professur am „Zentrum für russische Studien“ an der dortigen St. Mary's University.

Celmiņš starb am 10. April 1968 in San Antonio.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Koblank: Die Befreiung der Sonder- und Sippenhäftlinge in Südtirol, Online-Edition Mythos Elser 2006