Gutshaus Lichterfelde

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Das Gutshaus Lichterfelde auch Carstenn Schlösschen genannt

Das Gutshaus Lichterfelde, auch Carstenn Schlösschen genannt, ist ein im klassizistischen Stil erbautes Landhaus im Berliner Ortsteil Lichterfelde des Bezirks Steglitz-Zehlendorf.

Lage[Bearbeiten]

Das Gebäude befindet sich am Hindenburgdamm. Der das Schloss umgebende Schlosspark Lichterfelde grenzt im Norden an den Benjamin-Franklin Campus der Berliner Charité, im Osten an den Teltowkanal und im Süden an die Krahmerstraße.

Geschichte und Namensgebung[Bearbeiten]

Berliner Gedenktafel am Gutshaus Lichterfelde

Das Gutshaus in seiner jetzigen Grundform wurde wahrscheinlich 1780 auf einem älteren Vorgängerbau errichtet. Weder der Baumeister, noch seine ursprüngliche Verwendung sind bekannt.

Nach mehrfachen Umbauten zog schließlich der Großgrundbesitzer Johann Anton Wilhelm von Carstenn in das Gutshaus ein. 1865 hatte er unter anderem das Gut Lichterfelde erworben um dort eine Villenkolonie zu gründen. Nach ihm wird das Gutshaus auch heute noch als Carstenn-Schlösschen bezeichnet.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das Gutshaus zunächst von amerikanischen Soldaten, mit dem Zweck der Gründung eines Nachbarschaftsheims, übernommen. 1948 wurde das Gebäude vom neu gegründeten Nachbarschaftsheim Steglitz e. V. für soziale Zwecke gemietet.[1] Mit Beginn der 1970er Jahre wurde das gesamte Gebäude vom Verein genutzt. 1982 wurde die Einrichtung umstrukturiert und eine Kindertagesstätte sowie ein Schülerhort angeschlossen. Nachdem der Verein 1999 Insolvenz anmeldete, übernahm das Stadtteilzentrum Steglitz e. V.[2] das Gebäude. Heute werden dort unter anderem soziale Beratung, Kulturveranstaltungen und Kurse zu verschiedenen Themen angeboten. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und gehört zu den Kulturdenkmälern in Lichterfelde.

Schlosspark[Bearbeiten]

Der Schlosspark Lichterfelde

Der zum Gutshaus Lichterfelde gehörende Schlosspark, erstreckt sich mit 2,6 Hektar vom Hindenburgdamm bis zum Teltowkanal. Ein Teil des ehemaligen Schlossparks umfasst heute ein eingezäuntes Naturschutzgebiet mit einer Größe von 2,6 Hektar. Es ist ein Restgebiet des ursprünglichen Bäketals, das seit dem 3. März 1923 (offizielle Verordnung am 19. August 1986) unter Naturschutz steht und damit das älteste Berliner Naturschutzgebiet ist. Hier ansässig sind unter anderem holzbewohnende Insekten und verschiedene Vogelarten wie Spechte, Nachtigallen, Rotkehlchen und Zaunkönige. Carstenn hat den Park 1867 neu anlegen lassen. Er ist mit öffentlichen Verkehrsmittel gut zu erreichen, z. B. mit dem Bus M85.

Der waldähnliche Teil des Parks ist als eingezäuntes Naturschutzgebiet nicht zugänglich. Für den Schlosspark Lichterfelde wurde im Oktober 2013 ein Baumkataster mit den Grunddaten erfasst. Baumgattung und Stammumfang sind für 295 Bäume ermittelt. Diese Bäume befinden sich alle in dem öffentlich zugänglichen Teil des Parks. Die Parkbäume sind teilweise über 140 Jahre alt.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 10 Jahre Stadtteilzentrum Steglitz im Gutshaus Lichterfelde. In: Stadtteil-Zeitung Steglitz-Zehlendorf, Juli/August 2009
  2. Seite des Stadtteilzentrum Steglitz e. V.
  3. Beispiele von ausgewählten Bäumen: Platane (Nr. 018446, 480 cm und Nr. 018455, 320 cm), Ulme (Nr. 018688, 428 cm), Linde (Nr. 018432, 373 cm), Robinie (Nr. 018442, 367 cm), Rosskastanie (Nr. 018441, 343 cm), Esche (Nr. 018443, 340 cm), Eiche (Nr. 018481, 340 cm), Ginkgo (Nr. 018425, 317 cm), Buche (Nr. 018439, 307 cm), Ahorn (Nr. 018438, 304 cm)

52.43899513.316419Koordinaten: 52° 26′ 20,4″ N, 13° 18′ 59,1″ O