Schloss Tegel

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Schloss Tegel, 2005

Das Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss) liegt im Berliner Ortsteil Tegel des Bezirks Reinickendorf und ist das bedeutendste Baudenkmal des Bezirks. Der Schlosspark grenzt an das Nordufer des Tegeler Sees. Heute wohnt die Familie von Heinz in dem Schloss. Im Schloss befindet sich ein Humboldt-Museum.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich 1558 als Renaissance-Herrenhaus erbaut, erfolgte auf Veranlassung von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg der Umbau zu einem Jagdschloss. Als Teil des Gutes Tegel ging das Schloss 1766 durch Heirat an die Familie von Humboldt über. Schloss Tegel wurde zum Familiensitz der Humboldts. Auch Alexander und Wilhelm von Humboldt lebten hier viele Jahre. Nach dem Tod seiner Mutter Marie-Elisabeth von Humboldt übernahm Wilhelm von Humboldt im Jahr 1797 das Anwesen. Er ließ das Schloss von 1820 bis 1824 durch Karl Friedrich Schinkel im Stil des Klassizismus umgestalten. Später erbte Wilhelm von Humboldts Tochter Gabriele das Anwesen. Sie war mit dem preußischen Außenminister Heinrich von Bülow verheiratet. Nach Gabriele von Bülows Tod ging der Tegeler Besitz in die Hände von Tochter Constanze von Heinz über, deren Nachkommen das Haus noch heute bewohnen.

Der Park wurde ursprünglich in den Jahren 1777 bis 1789 vom Hauslehrer der Humboldts, Gottlob Johann Christian Kunth, angelegt. Ab 1802 wurde seine Gestalt von Wilhelm von Humboldt weiter entwickelt. Die oft verbreitete Urheberschaft durch Peter Joseph Lenné hat sich als falsche Zuschreibung herausgestellt.

Im Schlosspark befindet sich auch die 1829 von Schinkel angelegte Familiengrabstätte der Familie von Humboldt, in der auch Alexander und Wilhelm von Humboldt ihre letzte Ruhe fanden. Die Mutter der Brüder hatte für sich und ihre Ehemänner bereits eine Familiengruft in der Dorfkirche Falkenberg eingerichtet. Im Jahr 1983 wurde der Schlosspark unter Denkmalschutz gestellt. An seiner Westseite nahe am Tegeler See steht eine angeblich 800 Jahre alte Eiche, die Dicke Marie, wie sie von den Gebrüdern Humboldt nach ihrer Köchin genannt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Christine und Ulrich von Heinz: Wilhelm von Humboldt in Tegel. Ein Bildprogramm als Bildungsprogramm; Deutscher Kunstverlag: München/Berlin 2001; ISBN 3-422-06353-6.
  • Paul Ortwin Rave: Wilhelm von Humboldt und das Schloss zu Tegel; Koehler & Amelang: Leipzig 1950.
  • August Wietholz: Das Rittergut und Schloß Tegel; Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins 48 (1931); S. 74–84.
  • Clemens Alexander Wimmer: Parks und Gärten in Berlin und Potsdam; ed. Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Abt. III – Gartendenkmalpflege; Nicolaische Verlagsbuchhandlung: 3. Aufl. Berlin 1989; ISBN 3-87584-267-7; S. 55-58.
  • Marcel Piethe: Wilhelm von Humboldt und Schloss Tegel. In: Die Mark Brandenburg, Heft 63, Marika Großer Verlag Berlin, 2006 ISBN 978-3-910134-22-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Tegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Humboldt-Museum im Schloss Tegel

52.59513.276388888889Koordinaten: 52° 35′ 42″ N, 13° 16′ 35″ O