Hühnchen in Essig

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Hühnchen in Essig
Originaltitel Poulet au vinaigre
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Claude Chabrol
Drehbuch Dominique Roulet (Roman)
Claude Chabrol
Produktion Marin Karmitz
Musik Matthieu Chabrol
Kamera Jean Rabier
Schnitt Monique Fardoulis
Besetzung

Hühnchen in Essig ist ein Spielfilm des französischen Regisseurs Claude Chabrol aus dem Jahr 1985. Der Kriminalfilm mit Jean Poiret war der Anfang einer Reihe von Inspektor-Lavardin-Verfilmungen, die 1986 mit Inspektor Lavardin oder Die Gerechtigkeit fortgesetzt wurde. Der Film wurde von MK2 produziert.[1]

Handlung[Bearbeiten]

In einer Kleinstadt in der französischen Provinz leben die gehbehinderte Witwe Cuno und ihr Sohn Louis. Der örtliche Notar Lavoisier, der Metzger Filiol und der Arzt Morasseau wollen die beiden mit recht unsauberen Mitteln von ihrem alten, verkommenen Grundstück vertreiben, um es gewinnträchtig zu verwerten. Louis arbeitet jedoch als Briefträger des Ortes. Mutter und Sohn gelangen so an die Briefe ihrer Gegner und gewinnen bereits im Voraus Kenntnisse über deren Pläne. Delphine Morasseau, die Frau des Arztes, auf deren finanzielle Unterstützung das Trio baut, verweigert aber die weitere Zusammenarbeit. Louis beginnt sich zu wehren und schüttet Zucker in den Tank von Filiols Wagen. Der deswegen eintretende Motorschaden verursacht während eines Überholmanövers einen Verkehrsunfall, bei dem Filiol stirbt.

Nach dem Tod Filiols übernimmt der Pariser Kriminalinspektor Lavardin die Ermittlungen. Schnell überblickt er die Korruption in der Stadt, in der weitere Verbrechen geschehen. Die Lebedame Anna Foscarie verschwindet spurlos. Zur gleichen Zeit verbrennt deren Freundin Delphine Morasseau in ihrem Auto. Mit rabiaten Mitteln findet Lavardin mehr über das Grundstücksgeschäft heraus. Im Verlauf seiner Ermittlungen stellt sich auch heraus, dass es sich bei dem Leichnam im Wagen um den von Anna Foscarie handelt. Delphine Morasseau wurde in Wirklichkeit von ihrem Ehemann getötet und im Park des gemeinsamen Hauses unter einer Statue eingemauert.

Louis wird währenddessen zum ersten Mal intim mit seiner Berufskollegin Henriette. Sie kuriert Louis von seiner pubertären Schüchternheit, woraufhin er ihr seine Taten gesteht. Die Witwe Cuno beginnt daraufhin das gemeinsame Haus anzuzünden. Trotz seines Wissens um den Tankanschlag auf den Metzger, lässt Inspektor Lavardin Louis laufen, der zu Henriette findet.

Kritiken[Bearbeiten]

„Eine bittere und makabre Kriminalkomödie, die eine Demaskierung der dekadenten Provinz-Bourgeoisie mit einer Romanze und dem Psychogramm eines zwiespältigen Polizisten verbindet. Chabrol drehte eine Fortsetzung unter dem Titel Inspektor Lavardin oder die Gerechtigkeit; später entstand um die Person des Kriminalbeamten eine Fernsehserie.“

Lexikon des internationalen Films[2]

„Claude Chabrol drehte diese makabre Krimikomödie […] mit den Chabrol-typischen Attacken gegen das (Spieß-)Bürgertum.“

prisma[3]

Andreas Kilb (Frankfurter Allgemeine Zeitung) kritisierte den Film. Was Chabrol auftische, „gehöre weit eher zu jener Art Hausmannskost, auf deren Zubereitung sich Frankreichs Regisseure derzeit vortrefflich verstehen.“ Die Zuneigung zwischen Louis und Henriette mache den Kleinstadtkrimi „vollends zur Klamotte“. Hühnchen in Essig wirke wie ein „schlechter Abguß“ von Chabrols Der Schlachter (1970) oder Die Fantome des Hutmachers (1982). Der Regisseur ruhe sich auf der eigenen Legende aus, was laut Kilb der sicherste Weg sei, diese zu zerstören.[4]

Die Tagesschau bezeichnete den Film in ihrer Sendung vom 4. Februar als „insgesamt gelungene Kriminalkömödie“.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Company credits in der Internet Movie Database (aufgerufen am 15. September 2010)
  2. Hühnchen in Essig im Lexikon des Internationalen Films
  3. prisma-online.de
  4. Andreas Kilb: Beim Rühren im Eigelb verloren. In: FAZ, 11. Oktober 1985, S. 26
  5. vgl. Awards in der Internet Movie Database (aufgerufen am 15. September 2010)