Hōgen-Rebellion

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Hōgen-Rebellion
Teil von: Clan-Streitigkeiten der Heian-Zeit
Datum Juli 1156
Ort Kyōto, Japan
Ausgang Sieg für den Go-Shirakawa-tennō;
Etablierung der Rivalität zwischen den Clans Minamoto und Taira
Konfliktparteien
Getreue des Go-Shirakawa-tennō Streitkräfte des abgedankten Sutoku-tennō
Befehlshaber
Fujiwara no Tadamichi, Taira no Kiyomori, Minamoto no Yoshitomo Fujiwara no Yorinaga, Minamoto no Tameyoshi, Taira no Tadamasa
Truppenstärke
unbekannt unbekannt, inkl. 600 Berittener
Verluste
unbekannt unbekannt

Die Hōgen-Rebellion (jap. 保元の乱 Hōgen no ran) war eine militärische Auseinandersetzung in der Hōgen-Zeit im Jahre 1156 in Japan. Sie wurde um die Tennō-Nachfolge und die Kontrolle der Fujiwara-Familie über die Regentschaft geführt. Eines ihrer Ergebnisse war jedoch die Dominanz der Samurai-Clans über das Kaiserhaus und die erstmalige Errichtung einer von Samurai geführten Regierung in der japanischen Geschichte.

Nach dem Tod des ehemaligen (Daijō Hōō) Toba-tennō stritten sich der amtierende Tennō Go-Shirakawa und sein zurückgetretener Vorgänger Sutoku - beides Söhne von Toba - über die Thronfolge und die Fortsetzung der Einflussnahme der ins Kloster zurückgezogenen ehemaligen Herrscher (Details siehe Insei-System).

Fujiwara no Tadamichi, der erste Sohn des Regenten Fujiwara no Tadazane, stellte sich auf die Seite von Go-Shirakawa, während sein jüngerer Bruder Fujiwara no Yorinaga auf Seiten von Sutoku stand.

Beide Parteien wiederum warben um die Unterstützung der Familien der Minamoto und Taira. Minamoto no Tameyoshi, Oberhaupt der Minamoto und Taira no Tadamasa bekannte sich zu Sutoku und Yorinaga. Minamoto no Yoshitomo, der älteste Sohn des Minamoto no Tameyoshi und Taira no Kiyomori, das Oberhaupt der Taira, und Neffe von Taira no Tadamasa, paktierte mit Go-Shirakawa und Tadamichi.

Am 10. Juli trafen die Streitkräfte beider Parteien in Kyōto aufeinander. Auf Sutokus Seite schlug Minamoto no Tametomo (der Sohn von Minamoto no Tameyoshi) einen Nachtangriff auf den feindlichen Palast vor. Fujiwara no Yorinaga soll diese Strategie abgelehnt haben. Währenddessen schlug auf der gegnerischen Seite Minamoto no Yoshitomo das Gleiche vor und hier wurde es erfolgreich umgesetzt.

In der Nacht des 11. Juli führten Kiyomori und Yoshitomo 600 Mann zu Pferde zu einem Palast von Sutoku und griffen diesen an. Kiyomori griff das Westtor an, das von Tametomo verteidigt wurde. Dieser schlug Kiyomoris Truppen mit seinen hervorragenden Bogenschützen zurück. Dann griff Yoshitomo an, wurde aber ebenfalls zurückgeschlagen. Sutokus Samurai verteidigten sich hartnäckig und die heftigen Kämpfe setzten sich fort.

Yoshitomo schlug schließlich vor, den Palast anzuzünden. Dieser Rat wurde befolgt und die Samurai von Sutoku - unfähig gleichzeitig gegen die Flammen und die Truppen Go-Shirakawas anzukämpfen, ergriffen die Flucht.

Go-Shirakawa bekämpfte Sutoku bis zu dessen Niederlage weiter und ebnete damit 1158 dem Nijō-tennō den Weg auf den Thron, der dann von Go-Shirakawa aus dem Kloster heraus gesteuert wurde.

Sutoku wurde in die Provinz Sanuki auf Shikoku verbannt, Fujiwara no Yorinaga im Kampf getötet, Minamoto no Tameyoshi und Taira no Tadamasa wurden hingerichtet. Tametomo überlebte das Schlachtfeld und wurde zur Flucht gezwungen. Minamoto no Yoshitomo wurde nach dem Tode seines Vaters Oberhaupt der Minamoto und etablierte zusammen mit Taira no Kiyomori diese beiden Samurai-Familien als bedeutsame neue politische Kräfte in Kyoto.

Das Ergebnis der Hōgen-Rebellion und die daraus resultierende Rivalität beider Clans führte zur Heiji-Rebellion 1159.

Das Epos der Kamakura-Zeit Hōgen Monogatari handelt von den Heldentaten der Samurai, die an der Rebellion teilgenommen hatten. Zusammen mit Heiji Monogatari und Heike Monogatari beschreibt dieses Werk den Aufstieg und Fall der Familien der Minamoto und Taira.