HMCS Assiniboine (D18)

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Assiniboine Royal Navy Kanada
HMS Kempenfelt (I18).jpg
Technische Daten
Schiffstyp: Flottillenführer
Verdrängung: 1.390 ts Standard
1.901 ts maximal
Länge: 100,28 m
Breite: 10,06 m
Tiefgang: 3,78 m
Antrieb: 3 Yarrow-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
36.000 PS (26.460 kW)
Treibstoffvorrat: 473 t Heizöl
Geschwindigkeit: 36 kn (66,7 km/h)
Reichweite: 5.500 sm bei 15 kn
Besatzung: 175
Bewaffnung: 4 × 4,7-inch-Schiffsgeschütze (4*1)
1 × 3-Zoll-Flak
2 × 2-Pfünder-Flak (2*1)
8 × 21-Zoll-Torpedorohre (2*4)

HMCS Assiniboine (D18) war der für die Zerstörer der C-Klasse der Royal Canadian Navy gebaute Flottillenführer im Zweiten Weltkrieg.

Das Schiff lief am 29. Oktober 1931 im bei J. Samuel White in Cowes, Isle of Wight, als HMS Kempenfelt vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 30. Mai 1932. Die britische Labour-Regierung wollte mit der Halbierung der Klassenstärke der zugehörigen Zerstörer von den üblichen acht Schiffen auf vier Zerstörer ihre Abrüstungsbereitschaft dokumentieren.

Der Zerstörer wurde unter anderem zu Neutralitätspatrouillen während des Spanischen Bürgerkrieges herangezogen. Dabei rettete das Schiff zusammen mit HMS Boreas am 6. März 1938 etwa 469 Mann nach dem Untergang des nationalistischen Schweren Kreuzers Baleares in der Schlacht von Cabo de Palos. Um 07:20 Uhr am Morgen des 6. erschienen die nationalistischen Kreuzer wieder und begannen mit der Übernahme der Verwundeten. In Erwartung eines republikanischen Angriffs wurden von der Canarias keine Boote zu Wasser gelassen. Tatsächlich griffen um 08:58 Uhr neun Tupolew SB-2-Bomber an und bombardierten die Schiffe, wobei auf der Boreas ein Mensch starb und vier verwundet wurden.

Weil die Klasse aufgrund der Zahl ihrer Schiffe nicht in die Struktur der Royal Navy passte, wurden die Zerstörer einschließlich des zugehörigen Zerstörerführers allesamt der kanadischen Marine überlassen. HMS Kempenfelt wurde am 18. Oktober 1939 übergeben und gleichzeitig in HMCS Assiniboine umbenannt.

Nach Kriegsbeginn wurden sie nach Halifax, Nova Scotia, verlegt und in der Karibik eingesetzt. Im Februar 1940 gelang es zusammen mit dem Kreuzer HMS Dunedin, den deutschen Blockadebrecher Hannover in der Mona-Passage aufzubringen, der später zum ersten Geleitträger HMS Audacity umgebaut wurde.

Seit April 1940 wurde die Assiniboine als Eskorte von Geleitzügen im Nordatlantik verwendet. Die U-Boot-Abwehr- und Flugabwehr-Bewaffnung wurde zu diesem Zweck zulasten der Hauptgeschütze und der Torpedorohre verstärkt. Ab Januar 1941 erfolgte der Einsatz jedoch von den Britischen Inseln aus, weil dort die U-Boot-Gefahr wesentlich größer war und die Schiffe dort daher dringender benötigt wurden. Bei einem derartigen Geleit gelang es dem Flottillenführer am 6. August 1942 nach einem längeren Gefecht, bei dem er auch selbst schwer beschädigt wurde, das deutsche U-Boot U 210 südwestlich von Kap Farvel, Grönland zu rammen und dadurch zu versenken. Die Reparaturen dauerten vier Monate.

Bereits im März 1943 wurde das Schiff erneut beschädigt, als Wasserbomben, die auf eine zu geringe Wassertiefe eingestellt waren, unter seinem Heck explodierten. Nach weiterem Geleitdienst wurde das Schiff im Sommer 1944 wieder nach Großbritannien beordert, um bei dem Schutz der Landungsoperation in der Normandie mitzuwirken. Der Einsatzschwerpunkt lag im Ärmelkanal und in der Biskaya, wo der Zerstörerführer deutsche U-Boote und Vorpostenboote jagte. In den wiederholten Gefechten gelang es der Flottille, zu der er gehörte, mehrere Vorpostenboote zu versenken.

Der Flottillenführer kehrte erst nach Ende des Krieges in Europa nach Kanada zurück. Dort wurde er bereits im August 1945 aus der Liste der aktiven Kriegsschiffe gestrichen. Als HMCS Assiniboine im November zur Abwrackwerft geschleppt werden sollte, riss die Schleppleine und das Schiff strandete auf Prince Edward Island.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Destroyers of World War Two. Arms and Armour Press, London 1988, ISBN 0-85368-910-5.

Weblinks[Bearbeiten]