HMS Boreas (H77)

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Boreas Royal Navy Griechische Marine
HMS Boras (H77)
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1360 ts Standard
1790 ts maximal
Länge: 98,40 m
Breite: 9,83 m
Tiefgang: 3,73 m
Antrieb: 3 Admirality-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
35.500 PS (24.990 kW)
Treibstoffvorrat: 390 t Heizöl
Geschwindigkeit: 35,25 kn (65,3 km/h)
Reichweite: 4800 sm bei 15 kn
Besatzung: 138
Bewaffnung: 4 × 4,7-inch-Schiffsgeschütze (4×1)
2 × 2-Pfünder-Flak (2×1)
8 × 21-inch-Torpedorohre (2×4)
20 Wasserbomben

HMS Boreas (H77) war ein Zerstörer der B-Klasse der britischen Royal Navy, der auch im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

Das Schiff lief am 18. Juli 1930 als Teil der zweiten Zerstörerklasse der Royal Navy, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gebaut wurde, bei Palmers in Jarrow am Tyne, vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 20. Februar 1931.

HMS Boreas wurde zunächst gemeinsam mit ihren Schwesterschiffen der Home Fleet, sodann der Mittelmeerflotte zugeordnet. Der Zerstörer wurde unter anderem zu Neutralitätspatrouillen während des Spanischen Bürgerkrieges herangezogen.

Dabei rettete das Schiff zusammen mit HMCS Assiniboine (damals noch als HMS Kempenfelt) am 6. März 1938 etwa 469 Mann nach dem Untergang des nationalistischen Schweren Kreuzers Baleares in der Schlacht von Cabo de Palos. Um 07:20 Uhr am Morgen des 6. erschienen die nationalistischen Kreuzer wieder und begannen mit der Übernahme der Verwundeten. In Erwartung eines republikanischen Angriffs wurden von der Canarias keine Boote zu Wasser gelassen. Tatsächlich griffen um 08:58 Uhr neun Tupolew SB-2 an und bombardierten die Schiffe, wobei auf der Boreas ein Mensch starb und vier verwundet wurden.

1939 war das Schiff jedoch Teil der Reserveflotte, weil in der Zwischenzeit eine Vielzahl modernerer Zerstörer in Dienst gestellt worden waren. Bei Kriegsbeginn wurde der Zerstörer wieder reaktiviert. Zu seinen Aufgaben gehörte insbesondere die Sicherung von Geleitzügen und Kriegsschiffen in den Gewässern rund um die Britischen Inseln sowie Patrouillen in der Straße von Dover.

Ende Mai/Anfang Juni 1940 wurde HMS Boreas gemeinsam mit vielen anderen Schiffen bei der Evakuierung der um Dünkirchen eingekesselten alliierten Truppen (Operation Dynamo) eingesetzt. In der ersten Phase der Luftschlacht um England, als sich die Angriffe hauptsächlich gegen diese Küstengeleite richteten, wurde der Zerstörer durch einen Bombenangriff beschädigt. Anlässlich der Reparatur wurde auch die U-Boot-Abwehr- und Flugabwehr-Bewaffnung zulasten der Hauptgeschütze und eines Torpedorohrsatzes verstärkt.

In den folgenden Monaten wurde HMS Boreas zur Sicherung von Geleitzügen im Südatlantik eingesetzt. Bei der alliierten Landung in Nordafrika (Operation Torch) war das Schiff ebenfalls mit Geleitaufgaben betraut. Der Zerstörer wurde dann bis zum Ende des Jahres 1943 der in Gibraltar stationierten 13. Zerstörerflottille zugewiesen, die schwerpunktmäßig mit U-Jagd-Aufgaben betraut war.

Nach einem längeren Werftaufenthalt wurde HMS Boreas im April 1944 an die griechische Marine übergeben, die das Schiff in Salamis umbenannte. Es wurde nunmehr der 12. (griechischen) Zerstörerflottille zugeordnet und bis zum Kriegsende hauptsächlich im Mittelmeer eingesetzt.

Nach Kriegsende diente der Zerstörer als Ausbildungsschiff in der griechischen Marine, bis er im September 1951 an die Royal Navy zurückgegeben wurde. Zwei Monate später wurde HMS Boreas zum Verschrotten verkauft.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Destroyers of World War Two. Arms and Armour Press, London 1988, ISBN 0-85368-910-5.

Weblinks[Bearbeiten]