Haie der Großstadt

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Filmdaten
Deutscher Titel Haie der Großstadt
Originaltitel The Hustler
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1961
Länge 130 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Robert Rossen
Drehbuch Sidney Carroll
Robert Rossen
nach
Walter Tevis
(Romanvorlage)
Produktion Robert Rossen
Musik Kenyon Hopkins
Kamera Eugen Schüfftan
Schnitt Dede Allen
Besetzung

Haie der Großstadt ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahre 1961 nach einem Roman von Walter Tevis. Er wurde von Regisseur Robert Rossen mit Paul Newman in der Hauptrolle inszeniert.

Handlung[Bearbeiten]

Eddie Felson ist ein junger Billardspieler, der unter dem Namen „Fast Eddie“ bekannt ist. Sein einziges Ziel ist, gegen den berühmten Veteranen Minnesota Fats anzutreten. Nach 40-stündiger Spielzeit unterliegt er jedoch kläglich und verliert mehrere tausend US-Dollar. Der reiche und zynische Wetthai Bert Gordon macht ihn darauf aufmerksam, dass fehlender Charakter der Grund für seine Niederlage war, nicht fehlendes Talent. Ein Angebot Gordons ihn zu managen lehnt Eddie zu diesem Zeitpunkt noch ab, da Gordon einen Anteil von 75 % an zukünftigen Gewinnen verlangt.

Parallel dazu entwickelt sich eine tragische Liebesgeschichte zwischen Eddie Felson und der alkoholabhängigen Sarah Packard, die Eddie nach seiner Niederlage gegen Minnesota Fats kennenlernt. Die beiden versuchen eine Beziehung zueinander aufzubauen, was aber an Eddies Besessenheit vom Billard und Gordons Gier scheitert. Ohne die Unterstützung Bert Gordons versucht Fast Eddie bei kleineren Spielen gegen ihm klar unterlegene Spieler wieder auf die Beine zu kommen. Der Versuch endet dramatisch als ihm, wohl auf Anordnung von Gordon, beide Daumen gebrochen werden. Daraufhin geht Eddie den Deal mit Gordon ein. Dieser organisiert ein Carambol Spiel für Eddie, bei dem dieser aber zunächst klar verliert. Sarah bittet Eddie mit dem Spielen aufzuhören, dieser lehnt es aber ab und überredet Gordon dazu ihn weiter zu finanzieren. So ist es Eddie möglich, 3000$ zu erspielen. Nach dem Spiel wird Sarah von Bert Gordon in ihrem Hotelzimmer bedrängt. Als Eddie das Hotelzimmer betritt, sieht er, dass Sarah Selbstmord begangen hat. Eddie trennt sich daraufhin von Gordon.

Im Finish des Films bezwingt der menschlich gereifte Eddie Fats im zweiten Antreten, muss sich allerdings aus der Billardszene verabschieden, da er sich weigert, Bert Gordon, der darauf beharrt, immer noch Eddies Manager zu sein, eine entsprechende Provision zu zahlen. Seinen Sieg nutzt er, um in einem Monolog moralisch mit Gordon abzurechnen. Der Film endet damit, dass sich Eddie Felson und Minnesota Fats ihres gegenseitigen Respekts versichern.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Alle Billardstöße wurden von den Akteuren Paul Newman und Jackie Gleason selbst ausgeführt; nur ein besonders komplizierter Stoß von Willie Mosconi, vierzehnfacher Weltmeister der Jahre 1941 bis 1957. Mosconi selbst hat im Film einen Cameo-Auftritt.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Film gewann zwei Oscars. Eugen Schüfftan bekam die Trophäe für die beste Kamera in einem Schwarzweißfilm, Harry Horner und Gene Callahan wurden für das beste Szenenbild ausgezeichnet. Nominiert waren außerdem Paul Newman als bester Hauptdarsteller, Piper Laurie als beste Hauptdarstellerin, George C. Scott als bester Nebendarsteller und Jackie Gleason ebenfalls als bester Nebendarsteller. Robert Rossen war für die beste Regie und für das beste adaptierte Drehbuch nominiert. Der Film selbst war als bester Film nominiert.
  • Bei den British Film Academy Awards gewann Haie der Großstadt den Preis für den besten Film. Paul Newman gewann als bester ausländischer Darsteller. Piper Laurie war als beste ausländische Darstellerin nominiert.
  • Bei den Golden Globes war Paul Newman als bester Hauptdarsteller in einem Drama, Jackie Gleason und George C. Scott als beste Nebendarsteller nominiert.
  • Der Film wurde mit drei Laurel Awards ausgezeichnet. Paul Newman für die beste Schauspielleistung in einem Drama, Eugen Schüfftan wurde für die beste Schwarzweißkamera geehrt und Jackie Gleason erhielt den Preis als Bester Nebendarsteller.
  • Bei den NYFCC Awards gewann Robert Rossen den Preis für die Beste Regie.
Für weitere Auszeichnungen siehe IMDb/awards

Kritiken[Bearbeiten]

„Ein in der Milieuzeichnung ungemein dichter, bedrückender Film aus der Welt der amerikanischen Billard-Zocker. Bei den ‚Hustlers‘ kommt es darauf an, besser zu spielen als der Gegner, sie aber mit geschicktem ‚Understatement‘ zu täuschen, bis hohe Summen auf dem Spiel stehen. Hervorragend besetzt, fesselnd inszeniert, bemerkenswert auch in Lichtführung und Bildaufbau.“

film-dienst[2]

„[…] Paul Newman gewinnt, leidet und reift jede Sekunde des Films […] George C. Scott agiert als unmenschlich gieriger Wetthai im starken Kontrast zu Newmans starken Emotionen kalt und erbarmungslos […] ‚The Hustler‘ gilt als erster wirklicher ‚Spieler-Film‘, der in stilvollen schwarz-weißen Bildern eine Milieustudie menschlicher Dramen zeigt. In seiner Kernaussage werden verschiedenste Gesinnungen jeglicher Moral auf die Probe gestellt, aber nicht zwingend verurteilt. Als wahre Entwicklung im Spiel, wie auch im Leben, ist der Charakter von entscheidender Bedeutung.“

Michael Denks, Zelluloid.de[3]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.imdb.com/title/tt0054997/trivia
  2. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=10402
  3. http://www.zelluloid.de/filme/kritik.php3?id=6759&tid=5427

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Tevis: Die Haie der Großstadt (Originaltitel: The Hustler). Deutsch von Bernd Müller. Bastei-Verlag Lübbe, Bergisch Gladbach 1987, 191 S., ISBN 3-404-13091-X

Weblinks[Bearbeiten]