Friseur

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Friseuse ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur deutschen Filmkomödie aus dem Jahr 2010 siehe Die Friseuse.
Friseurmeisterin beim Haarewaschen

Ein Friseur (auch Frisör; weibliche Form Friseurin, Frisörin, Friseuse oder Frisöse; in der Schweiz Coiffeur, Coiffeurin, Coiffeuse; teilweise auch [Hair-]StylistIn) ist eine Fachkraft für die Pflege des Kopfhaares und die Gestaltung der Frisur. Der Beruf entwickelte sich im deutschsprachigen Raum, bzw. im Großteil West- und Mitteleuropas, aus den mittelalterlichen Berufen des Baders und des Barbiers.

Der Beruf ist eine klassische Frauendomäne. 2010 lag der Frauenanteil bei Ausbildung und Berufsausübung in den DACH-Ländern bei 93 %.

Bezeichnungen[Bearbeiten]

Barbier in Rom (2006)
Freiluftbarbier in Beijing (1995)

Das Wort leitet sich aus dem Französischen ab, wo das Verb friser soviel wie „kräuseln“ bedeutet. Der Begriff Friseur war im Französischen nie sehr gebräuchlich und ist mittlerweile ausgestorben. Ursprünglich lautete die „offizielle“ weibliche Form der Berufsbezeichnung im Deutschen Friseuse nach der französischen Scheinherkunft. Friseur war im Deutschen seit Ende des 17. Jahrhunderts geläufig. Nach und nach setzte sich statt Friseuse die Bezeichnung Friseurin durch.[1] Heutzutage verwendet man mehr und mehr den Begriff Stylistin.[2]

Die ältere deutsche Bezeichnung war Frisierer, Haar(e)schneider, Haarkräusler oder Barbier (letzteres für den Herrenfriseur).[3]

Nach der Hauptrolle zweier klassischer Komödien wird die Bezeichnung „Figaro“ gelegentlich als Synonym für einen Friseur verwendet. Beide Komödien – Der Barbier von Sevilla und Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit wurden Gegenstand berühmter Opern:

Die Friseursalons in Deutschland trugen lange Zeit überwiegend lediglich den Namen des Betreibers. Etwa um die Jahrtausendwende wurden, besonders in Großstädten, Salonnamen mit Wortspielen Mode, zum Beispiel „Vier Haareszeiten“.[4]

Aufgaben und Dienstleistungen[Bearbeiten]

Friseure arbeiten in Friseursalons oder besuchen die Kunden zu Hause. Sie beraten ihre Kunden, geben ihnen Empfehlungen zur Haargestaltung und vertreiben meist auch Haarpflegeprodukte. Zu ihren Tätigkeiten gehören ferner das klassische Waschen, Schneiden (trocken und nass) und Föhnen sowie die Rasur. Weiterhin werden Haare gefärbt (Haare, Wimpern, Augenbrauen), getönt oder mit Strähnen (American Colors, Folien-, Hauben-, Kamm- und Handschuhsträhnen, Painting) versehen sowie eingelegt mittels Lock- bzw. Wasserwellwicklern, mit Dauer- bzw. Kaltwellen oder Volumenwellen versehen. Zur Pflege werden oft Haarkuren angeboten. Zu besonderen Anlässen fertigen sie Galafrisuren, Hochsteckfrisuren, können aber zumeist auch Haarverlängerungen und Haarverdichtungen durchführen. Über das klassische Geschäft hinaus gehört zum Tätigkeitsfeld allgemein die Typberatung, Augenbrauen zupfen sowie Wimpernkolorieren und Wimpern-Waving, das Verschönern der Fingernägel sowie der Bereich der Kosmetik.

Ausbildung[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Friseur ist ein zulassungspflichtiges Handwerk. Die Ausbildung zum Friseur dauert drei Jahre.[5] Als Weiterbildungsmöglichkeit steht der Weg zum Friseurmeister/in offen.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich macht man eine dreijährige Ausbildung zum / zur FriseurIn und PerückenmacherIn (StylistIn).[2]Die Lehrlinge bekommen aktuell mindestens monatlich 353 €, im ersten, 449 €, im zweiten und 619 € im dritten Lehrjahr.

Ausbildungszeit sowie Aus- und Weiterbildungsvolumen sind über die zu § 7 Berufsausbildungsgesetz genannte Ausbildungsverordnung geregelt, das Mindesteinkommen über Kollektivvertrag.

Schweiz[Bearbeiten]

Die Lehre zum Coiffeur EFZ bzw. Coiffeuse EFZ dauert in der Schweiz drei Jahre.[6]

Als Weiterbildung steht der Weg zum Coiffeur mit eidgenössischen Fachausweis (Berufsprüfung) offen und danach zum Coiffeur mit eidgenössischem Diplom (Höhere Fachprüfung). Das eidgenössische Diplom entspricht in etwa dem Meisterbrief in Deutschland.

USA[Bearbeiten]

Um in den USA als Hairdresser zu arbeiten, ist eine staatliche Lizenz erforderlich. Die Anforderungen für diese Lizenz variieren von Bundesstaat zu Bundesstaat. Die Ausbildung zum Hairdresser oder Barber findet an Barber Schools, Cosmetology Schools und Beauty Schools statt. In den meisten Staaten dauert die Ausbildung etwa 9 bis 18 Monate. Die Schulen können private Friseurschulen sein oder an staatlichen Community Colleges und die Studiengebühren betragen 6.000 bis 14.000 US-Dollar. Wenige Community Colleges bieten auch den akademischen Grad „Associate in Applied Science in Cosmetology“ an, dieser beinhaltet zusätzlich zur Lizenz zusätzliches Wirtschaftstraining und dauert mindestens vier Jahre.

Schutz des Kunden[Bearbeiten]

Friseursalon

Zum Schutz gegen eine Verunreinigung der Kleidung durch Haare, Shampoos, Gele und Farben wird den Kunden in der Regel ein Umhang umgelegt. In den Kragen dieses Umhangs werden gelegentlich ringsherum Papiertücher geklemmt, zum einen aus hygienischen Gründen und zum anderen, um ein Reiben am Hals zu verhindern. Den gleichen Effekt hat eine dehnbare Halskrause. Diese breite Halsbinde aus kreppähnlichem Material wird straff um den Hals des Kunden gelegt, anschließend wird der Umhang umgelegt und festgeschnallt. Einige Friseure legen Kindern spezielle Halskrausen an, die den Kopf ruhigstellen sollen.

Friseure sind verpflichtet, sich an das Infektionsschutzgesetz, kurz IfSG (Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen), und die darauf basierende Hygieneverordnung des jeweiligen Landes zu halten. Es sind die anerkannten Regeln der Hygiene zu beachten. Dazu gehört z. B. das regelmäßige Reinigen/Desinfizieren der Arbeitsmittel, das Desinfizieren der Arbeitsmittel, wenn es zu einer unbeabsichtigten Verletzung des Kunden und dadurch zur Verunreinigung der Arbeitsmittel mit Blut oder anderen Sekreten gekommen ist, und der Einsatz sauberer bzw. frisch gereinigter Umhänge und Handtücher am Kunden. Ebenso ergibt sich daraus, dass Personen, die mit Kopfläusen befallen sind, nicht behandelt werden dürfen.[7]

Schutz der Arbeitnehmer[Bearbeiten]

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Für die gewerkschaftliche Wahrnehmung arbeitnehmerrechtlicher Belange im Friseurgewerbe ist im Rahmen des DGB die Gewerkschaft ver.di zuständig. Die gesetzlich vorgeschriebene Unfallversicherung ist wie bei den Ärzten und Pflegeberufen die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (Hauptsitz Hamburg).

Der Montag ist traditionell Ruhetag der Friseure und nach wie vor verbreitet. Viele Friseure öffnen zwar auch samstags, haben durch die Lage des Ruhetags aber dennoch zwei zusammenhängende freie Tage. Heutzutage sind viele, jedoch nicht alle Salons an allen sechs Werktagen der Woche geöffnet.

Hat ein Salon an allen Werktagen der Woche (Montag bis Samstag) geöffnet und arbeiten Beschäftigte lediglich an fünf Werktagen in der Woche, dann darf der Arbeitgeber die Arbeitstage im Rahmen seiner Weisungsbefugnis regeln. Der Arbeitgeber kann nach § 106 GeWO den Ort und die Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen, d.h. unter Berücksichtigung von gesetzlichen Vorschriften. Arbeitet ein Arbeitnehmer vereinbarungsgemäß an bestimmten Wochentagen und fällt auf einen dieser Tage ein Feiertag, dann darf der Arbeitgeber wegen des Feiertags für den Arbeitnehmer keinen anderen Arbeitstag bestimmen. Eine solche Weisung verstößt gegen das Entgeltfortzahlungsgesetz. Danach hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn seine Arbeitszeit infolge eines gesetzlichen Feiertages ausfällt (§ 2 Entgeltfortzahlungsgesetz). Eine Umgehung der Lohnzahlungspflicht ist nach § 12 Entgeltfortzahlungsgesetz verboten.[8]

Bekannte Friseure[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

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Literatur[Bearbeiten]

  • Ferdinand Müller, Carl Hermann Theodor Müller: Der moderne Friseur und Haarformer in Wort und Bild. Killinger Verlagsgesellschaft, Nordhausen am Harz 1925, als Reprint: Salzwasser-Verlag, Berlin 2012.
  • Georg Wolf Brüssel: Geschichte der Frisur in allen Zeiten. Bemerkungen von Prof. Dr. W.E. Peuckert. Wella AG, Darmstadt 1952.
  • Walter Domnick, Heinz Möller, Gaby Tinnemeier: Stilkunde – Frisurenkunde – Berufsgeschichte. Verlag Handwerk und Technik, Hamburg 2008.

Fotobücher über Friseurläden, Friseure und Frisuren:

  • 2005 veröffentlichte Tally Abecassis das Buch Barbershops mit Fotografien von Claudine Sauvi über Friseurläden für Männer in Montreal, Kanada. Diese traditionellen Barbershops verschwinden in Kanada, den USA und England zunehmend, die Autorin wollte mit ihrem Buch an diese Läden erinnern .[14]
  • Im 2013 vom Berliner Fotografen Nicolaus Schmidt veröffentlichten Buch Astor Place • Broadway • New York wird ein Friseurladen in New York dargestellt, in dem bis zu 50 Friseure, eingewandert aus allen Ecken der Welt, in einem Kellerraum arbeiten.[15] Dieser 1947 von italienischen Immigranten gegründete Friseursalon ist durch steigende Mieten in Manhattan bedroht und musste deshalb in das Kellergeschoss eines großen Geschäftshauses am Broadway wechseln. In einem Essay schreibt der US-amerikanische Autor Darnell L. Moore über die soziale Funktion eines traditionellen Friseursalons als „Marktplatz“ für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Berufe sowie über die Immigration in die USA.[16] Die unterschiedlichen Erwartungen von Männern und Frauen bei einem Friseurbesuch wird in einem Text des Berliner Friseurs Udo Walz beleuchtet. [17]
  • Die Fotografin Herlinde Koelbl veröffentlichte 2007 ein Buch zum Thema „Haare“,[18] eine Art fotografischer Materialstudie zum Thema Haar.[19]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Friseur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Friseure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur über Friseur im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur weiblichen Bezeichnung Friseurin bzw. Friseuse siehe Gerhard Müller: Friseurin, online: http://www.muellers-lesezelt.de/miszellen/friseurin.pdf
  2. a b FriseurIn und PerückenmacherIn (StylistIn). AMS Österreich, abgerufen am 21. November 2011.
  3. Zur sprachlichen Bezeichnung u. a. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Berlin 1993, 2. Auflage.
  4. Salon Vier Haareszeiten. Abgerufen am 12. Oktober 2011.
  5. http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=9910
  6. http://www.sbfi.admin.ch/bvz/grundbildung/index.html?detail=1&typ=EFZ&item=129&lang=de
  7. Jeder Friseur ist an das Infektionsschutzgesetz gebunden. Friseure & Maxime, abgerufen am 12. Oktober 2011.
  8. jura-basic.de, Juristisches Basiswissen: Weisungsrecht und Arbeitszeit
  9. 3,82 Euro für die Friseurin – so niedrig sind deutsche Stundenlöhne. Spiegel-Online, 2. März 2007, abgerufen am 12. Oktober 2011.
  10. Wie viel verdienen Friseure? HairWeb.de, abgerufen am 12. Oktober 2011.
  11. Top Hair International – Mit fast 30.000 Besuchern zur Leitmesse des Friseurhandwerks gemausert. duesseldorf.businesson.de, 22. März 2011, abgerufen am 12. Oktober 2011.
  12. Viezehnheiligen abgerufen am 29. Mai 2012
  13. welt.de abgerufen am 29. Mai 2012
  14. Tally Abecassis: Barbershops. Black Dog Publishing, London 2005, S. 172.
  15. Der amerikanische Traum beim Frisör Rheinische Post, 5. Mai 2013, abgerufen am 29. Juni 2013, 10:45
  16. Nicolaus Schmidt: Astor Place • Broadway • New York. Bielefeld 2013, S. 162 ff.
  17. Nicolaus Schmidt: Astor Place • Broadway • New York. Bielefeld 2013, S. 178 ff.
  18. Herlinde Koelbel: Haare. Hatje Cantz Verlag, 2007.
  19. Buchbesprechung, Goethe-Institut, abgerufen am 29. Juni 2013 15:45