Hans-Heinrich Voigt

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Hans-Heinrich Voigt (* 18. April 1921 in Eitzendorf (Hilgermissen) bei Hoya) ist ein deutscher Astronom und ehemaliger Leiter der Universitäts-Sternwarte Göttingen.

Voigt war der Sohn eines Pfarrers und die Familie zog über Bethel nach Celle, wo Voigt 1939 das Abitur machte und dann in Göttingen Astronomie studierte, unterbrochen vom Wehrdienst 1941 bis 1945. Voigt promovierte 1949 in Astronomie in Göttingen mit der Dissertation über Magnesiumlinien im Sonnenspektrum Dämpfung und Mitte-Rand-Variation der Flügel der Mg.-Serie 31P-n1D auf der Sonne[1] (Betreuer: Paul ten Bruggencate) und war dann Forschungsassistent in Kiel (bei Albrecht Unsöld), am Lick-Observatorium in Kalifornien (1951/52) und Assistent in Göttingen. 1956 habilitierte er. Ab 1958 war er zunächst Observator und dann wissenschaftlicher Rat an der Sternwarte in Hamburg-Bergedorf (bei Otto Heckmann) und ab 1963 Leiter der Universitätssternwarte Göttingen und Professor in Göttingen. 1986 wurde er emeritiert.

1968 bis 1971 war er Pro-Rektor, Rektor und Kon-Rektor der Universität Göttingen. 1973 bis 1976 war er Präsident der Astronomischen Gesellschaft [2], danach Vorstandsmitglied. 1964 bis 1977 war er Präsident der Gauß-Gesellschaft (die kurz zuvor gegründet worden war) und 1987 bis 2001 deren Geschäftsführer (Gauß war ebenfalls Leiter der Universitätssternwarte in Göttingen und Voigt dessen siebter Nachfolger[3]). In diesem Zusammenhang organisierte er auch viele der Gauß-Feierlichkeiten und Ausstellungen um seinen 200. Geburtstag 1977.

Er arbeitete unter anderem über die Sonnenatmosphäre und allgemein mit Sonnenphysik und baute das Außenobservatorium in Locarno (1960) und Teneriffa (Observatorio del Teide, wohin das Locarner Teleskop 1985 wechselte) mit auf.[4] Beginnend 1953 bis 1968 schrieb er zahlreiche Berichte für den Astronomischen Jahresbericht. Er war Mitherausgeber des Fischer Lexikons Astronomie und ist Verfasser des bekannten Lehrbuchs Abriß der Astronomie.

Er ist Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften und war von 1978 bis 1979 deren Präsident. Er ist Mitglied der Leopoldina und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft. 1993 erhielt er die Carl-Friedrich-Gauß-Medaille.

Zwischen 1965 und 1991 gab er die (sieben) Astronomie-Bände des Landolt-Börnstein heraus (J. Springer-Verlag). Er gab 1991 und 1992 in drei Bänden die "Gesammelten Werke" von Karl Schwarzschild heraus.[5]

Der 1988 entdeckte Asteroid (4378) Voigt ist nach ihm benannt.

Schriften[Bearbeiten]

  • Abriß der Astronomie. BI Verlag Mannheim, 1969, 5. Auflage, Spektrum Verlag 1991, 6. Auflage, bearbeitet von Hermann-Josef Röser, Wiley/VCH 2012
  • Das Universum – Planeten, Sterne, Galaxien, Reclam 1994
  • Herausgeber (mit Karl Stumpff): Fischer Lexikon Astronomie, Fischer Taschenbuch, zuerst 1957
  • Das kleine Buch vom Universum, Bechtermünz 1996

Weblinks[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

  1. Dämpfung und Mitte-Rand-Variation der Flügel der Mg.-Serie 31P-n1D auf der Sonne , Göttingen 1949 , Diss.
  2. AG Mitgliederverzeichnis
  3. Seine Vorgänger waren Wilhelm Klinkerfues, Wilhelm Schur, Karl Schwarzschild, Johannes Franz Hartmann, Hans Kienle, Paul ten Bruggencate.
  4. Geschichte der Universitätssternwarte Göttingen
  5. siehe Eintrag der gesammelten Werke in der Deutschen Nationalbibliothek unter http://d-nb.info/551833386