Hans Watzlik

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Hans Watzlik (* 16. Dezember 1879 in Unterhaid (Dolní Dvořiště); † 24. November 1948 in Tremmelhausen (heute Ortsteil von Pettendorf) bei Regensburg) war ein deutsch-böhmischer Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Hans Watzlik − Sohn eines Postmeisters − verbrachte seine Kindheit in den väterlichen Dienstorten im Böhmerwald und bei Brüx. Danach besuchte er die Lateinschule und die Lehrerbildungsanstalt in Budweis und studierte in Prag. 1899 wurde Watzlik Lehrer in Andreasberg im Böhmerwald, 1906 wurde er nach Neuern versetzt.

Seit 1921 war Hans Watzlik als freier Schriftsteller in Neuern ansässig. Er publizierte häufig im Völkischen Beobachter und gab die völkische Zeitschrift Der Ackermann aus Böhmen heraus. Er wurde Amtswalter der Sudetendeutschen Partei und flüchtete während der Sudetenkrise im Herbst 1938 vorübergehend nach Deutschland.

1946 wurde Watzlik nach dreizehn Monaten Haft durch Gerichtsurteil aus der Tschechoslowakei ausgewiesen. Seine letzten Jahre verbrachte er auf Gut Tremmelhausen bei Regensburg.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • Der Alp (1914)
  • Phönix (1916)
  • O Böhmen! (1917)
  • Aus wilder Wurzel (1920)
  • Fuxloh (1922)
  • Ums Herrgottswort (1926)
  • Das Glück von Dürrnstauden (1927)
  • Die Fräulein von Rauchenegg (1929)
  • Der Pfarrer von Dornloh (1930)
  • Die Leturner Hütte. Volksverband der Bücherfreunde, Berlin (1932)
  • Der Teufel wildert (1933)
  • Die Krönungsoper (1935)
  • Der Rückzug der Dreihundert (1936)
  • Der Meister von Regensburg (1939; über Albrecht Altdorfer)
  • Die Bärentobler (1941)
  • Ein Stegreifsommer (1944)
  • Der Verwunschene (1957)

Novelle[Bearbeiten]

  • Die romantische Reise des Herrn Carl Maria von Weber (1932). Neuausgabe unter dem Titel Romantische Symphonie (1956)

Erzählungen[Bearbeiten]

  • Im Ring des Ossers (1913)
  • Die Christnacht der Tiere (nach 1913)
  • Stilzel, der Kobold des Böhmerwaldes (1926)
  • Nordlicht (1926)
  • Der wilde Eisengrein (1927)
  • Faust im Böhmerwald (1930)
  • Stilzel und der Mühlknecht (1938)
  • Hinterwäldler (1941)
  • Bayrische Erzählungen (1944)
  • Seltsame Begebenheiten aus alter Zeit (1962)

Märchen[Bearbeiten]

  • Ridibunz (1927)
  • Der Riese Burlebauz (1931)

Legenden[Bearbeiten]

  • St. Gunter in der Wildnis (1926)
  • Böhmerwaldsagen (1929)

Gedichte[Bearbeiten]

  • Zu neuen Sternen (1919)
  • Der flammende Garten (1921)
  • Balladen (1938)

Gedichte und Erzählungen[Bearbeiten]

  • Von deutschböhmischer Erde (1915)
  • Die Abenteuer des Florian Regenbogner (1919)
  • Mein Wuldaland (1925)

Jugendbücher[Bearbeiten]

  • Erdmut (1935)
  • Die Buben von der Geyerflur (1937)

Schauspiel[Bearbeiten]

  • Das Sankt-Martini-Haus (1925)

Libretto[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Charakterisierung in der Brockhaus-Enzyklopädie (20. Band 1974:82): „Seine ernsten und humorvollen Romane, Sagen, Märchen und Erzählungen voll grotesk-hintergründiger Phantasie und barocker Sprachkraft schöpfen vor allem aus Volkstum, Landschaft und Geschichte des Böhmerwaldes.“
  • Karl Cajka: Hans Watzlik. Werk und Wirkung. Gesamtübersicht. Wien: Hans Watzlik-Gemeinde (1969).
  • Erhard Josef Knobloch (Red.): Hans Watzlik, 1879-1948. Gedächtnisausstellung im 25. Todesjahr. November 1973 - März 1974. München: Sudetendeutsches Archiv 1974.
  • Walter Koschmal u. Václav Maidl (Hg.): Hans Watzlik, ein Nazidichter? Wuppertal: Arco 2006. (= Arco Wissenschaft; 4) ISBN 3938375094.
  • Hans Schmitzer: Hans Watzlik, Dichtung - Schicksal - Vermächtnis. In: Die Oberpfalz, Kallmünz, 88 (2000), S. 353-360.
  • Hans Schmitzer: War Hans Watzlik ein Nazi-Dichter?. In: Erzieherbrief, München 1990, 52 (2005),2, S. 89-90
  • Manfred Stuber: Der Böhmerwald-Schriftsteller Hans Watzlik und der Nationalsozialismus. Über den unbefriedigenden Stand der Watzlik-Forschung. In: Lichtung, Viechtach, 13 (2000), 2, S. 12-14.

Weblinks[Bearbeiten]