Mittelbayerische Zeitung

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Mittelbayerische Zeitung
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Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Mittelbayerischer Verlag KG
Erstausgabe 23. Oktober 1945
Erscheinungsweise werktags
Verkaufte Auflage
(IVW 1/2015, Mo–Sa)
111.601 Exemplare
Chefredakteur Manfred Sauerer
Herausgeber Peter Esser
Geschäftsführer Martin Wunnike (Vors.);
Manfred Sauerer
Weblink mittelbayerische.de
Das Verlagsgebäude der Mittelbayerischen Zeitung in Regensburg.

Die Mittelbayerische Zeitung ist eine regionale Tageszeitung mit Sitz in Regensburg und gehört zur Unternehmensgruppe Mittelbayerischer Verlag KG. Der Verlag übernahm 1973 den Regensburger Tages-Anzeiger.[1] Die Zeitung wurde 1945 von Karl Friedrich Esser gegründet. Heute beschäftigt der Verlag 550 Angestellte (Stand 2015) und ist im Familienbesitz der Gründerenkel Peter und Thomas Esser. Herausgeber ist Peter Esser, Chefredakteur ist Manfred Sauerer, stellvertretende Chefredakteure sind Holger Schellkopf und Josef Pöllmann, Geschäftsführer sind Martin Wunnike und Manfred Sauerer.

Die gedruckte Mittelbayerische Zeitung wie auch das verlagseigene kostenlose Anzeigenblatt Rundschau sowie Die Wirtschaftszeitung erscheinen im Berliner Format und werden vom Mittelbayerischen Druckzentrum GmbH & Co. KG produziert. Die Druckerei firmiert seit Januar 2006 als selbständige Tochtergesellschaft des Mittelbayerischen Verlags.

Die verkaufte Auflage beträgt 111.601 Exemplare, ein Minus von 14 Prozent seit 1998.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Karl Friedrich Esser erhielt am 23. Oktober 1945 von der amerikanischen Militärregierung die Lizenz 5 zur Herausgabe einer Tageszeitung. Die Zeitung trug den Titel Mittelbayerische Zeitung - Regensburger Umschau und konnte zunächst wegen Papiermangel sowie fehlender Fachkräfte nur einmal pro Woche erscheinen. Die Ausgabe hatte einen Umfang von 4 Seiten und eine Auflage von 200.000 Exemplare. Abgedeckt wurde das gesamte Gebiet Niederbayerns und der Oberpfalz. Aus diesem Verbreitungsgebiet heraus ist der Name „Mittelbayerische Zeitung“, für die Region in der Mitte Bayerns sozusagen, abgeleitet worden. Der Verlag und die Druckerei hatten ihren Standort in der Kumpfmühler Straße in Regensburg. Durch die Nachlizenzierung verlor die Mittelbayerische Zeitung im Laufe der Zeit fast ganz Niederbayern sowie die nördliche Hälfte der Oberpfalz. Ab dem Jahr 1958 erschienen alle Ausgaben der Mittelbayerischen Zeitung sechsmal in der Woche. Im Jahr 1961 übernahm nach dem Tod von Karl Friedrich Esser dessen Sohn Karl Heinz Esser die Verantwortung für das Familienunternehmen. 1973 hat der Verlag den bisher ebenfalls in Regensburg erschienen „Tages-Anzeiger“ übernommen. 1998 wurde nach 30 Jahren die eigene Wochenzeitung „Die Woche“ eingestellt. Nachdem bereits 1993 ein neues Druckzentrum in der Margaretenstraße in Regensburg in Betrieb genommen war, siedelte man 2010 bei der nächsten Neuinvestition in eine Druckerei auf die grüne Wiese in die Rathenaustraße im Regensburger Stadtteil Harting um. Dort investierte der Verlag rund 50 Millionen Euro. Drei Jahre später, am 8. Mai 2013 [3] wurde ein neues Verlagsgebäude, das MZ-Medienhaus, an der Kumpfmühler Brücke in Regensburg bezogen, 320 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Im Jahr 2015 feiert der Verlag das 70. Erscheinungsjahr der MZ.

Zeitungen[Bearbeiten]

Der Verlag gibt die Tageszeitung Mittelbayerische Zeitung, das kostenlose Anzeigenblatt Rundschau sowie Die Wirtschaftszeitung heraus.

Tageszeitung[Bearbeiten]

Die Print-Ausgabe erscheint mit insgesamt 13 regionalen Ausgaben. Hauptstandorte der Zeitung sind Regensburg, Cham, Kelheim, Neumarkt in der Oberpfalz und Schwandorf.

Die Regionalausgaben im Einzelnen:

Die verkaufte Auflage beträgt 111.601 Exemplare,[4] der Leserkreis wird vom Verlag mit 400.000 Personen angegeben. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Mittelbayerische Zeitung für den größten Teil der Oberpfalz sowie für das angrenzende nordwestliche Niederbayern zu einem Leitmedium geworden ist.

Konkurrenten sind im Norden vor allem „Der neue Tag" aus Weiden in der Oberpfalz, im Süden und Osten die Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, im Südwesten der Donaukurier aus Ingolstadt und im Westen die Nürnberger Nachrichten mit ihrer Lokalausgabe „Neumarkter Nachrichten“. Entferntere Konkurrenten sind die Passauer Neue Presse und der Münchner Merkur mit seinen Heimatzeitungen.

Anzeigenblatt[Bearbeiten]

Das kostenlose Anzeigenblatt Rundschau erscheint wöchentlich, jeweils am Mittwoch, mit einer Gesamtauflage von 457.686 Exemplaren (Stand 2014).

Wirtschaftszeitung[Bearbeiten]

Seit 15. Oktober 2010 erscheint Die Wirtschaftszeitung. Mit einer monatlichen Auflage von 13.000 Exemplaren (Stand 2015) berichtet das Blatt über Wirtschaftsthemen aus Ostbayern. Schwerpunkte liegen bei regionalen Unternehmen, sie ist Plattform für den ostbayerischen Wirtschaftsraum.

Auflage[Bearbeiten]

Die Mittelbayerische Zeitung hat wie die meisten deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 14 Prozent gesunken.[5] Sie beträgt gegenwärtig 111.601 Exemplare.[6] Das entspricht einem Rückgang von 18.138 Stück. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 88 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[7]


Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Redaktion der Mittelbayerischen Zeitung hat bereits eine Reihe von Preisen gewonnen. Beim European Newspaper Award hat die Zeitung seit 2007 mehrere Awards of Excellence erhalten. Die Lokalredaktion Regensburg erreichte 2011 den zweiten Platz beim Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. 2014 ist die Mittelbayerische Zeitung mit dem Bayerischen Printmedienpreis in der Kategorie Unternehmen ausgezeichnet worden.[8] Auch eine Reihe einzelner Mitarbeiter sind preisgekrönt. Unter anderem erhielt Angelika Sauerer den Journalistenpreis „Schizophrenie und Stigma – Mit psychisch kranken Menschen leben“ (Preisträgerin 2003/2004, Verleihung am 24. September 2004 in Mainz).

Digitale Angebote[Bearbeiten]

In der Kombination aus digitalen Angeboten und gedruckter Zeitung ist das Hauptprodukt dabei das Online-Angebot mittelbayerische.de, seit März 2015 komplett neu gestaltet. Außerdem gibt es eine ganz Reihe von mobilen Anwendungen. Dazu gehört die neue NachrichtenApp MZ-Kompakt (iOS; Android), aber auch einige themenspezifische Angebote wie die Jahn-App. Weitere digitale Produkte des Hauses sind Regensburg-entdecken.de und kult.de. Außerdem betreibt die Mittelbayerische Zeitung in der Oberpfalz das Fußball-Portal fupa.net.

Sonstige Angebote des Verlags[Bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Verlag bietet ganzjährig Veranstaltungen, wie beispielsweise: MZ-Kinderbürgerfest, Landkreislauf, Mitsingkonzert, Leserreisen, Benefizkonzerte sowie Sponsorings und Plattformen für Vereine und Kulturschaffende. Der Mittelbayerische Kartenvorverkauf, bei dem Tickets für Open-Airs, Konzerte, Opern, Festivals sowie Musicals und Theater angeboten werden, rundet das Portfolio ab.

Postdienstleister[Bearbeiten]

Über 10 Jahre bietet der Verlag durch City Mail für die Geschäftspost von über 2000 Unternehmen und Behörden der Region Postdienstleistungen an. Das Tochterunternehmen ist eines der ersten privaten Briefdienstleister, die sich durch die DQS – Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Management-Systemen nach der DIN EN ISO 9001 2008 zertifizieren ließ. City Mail bietet für den Privatpostversand eigene Briefmarken an. Die Post wird dabei sowohl im Vertriebsgebiet durch City Mail wie auch deutschlandweit durch Partner befördert und zugestellt.

Direktverteilung[Bearbeiten]

Ein weiteres Tochterunternehmen des Verlags ist das Unternehmen V.I.A. (Verteilung im Auftrag GmbH). Wöchentlich werden über 4 Millionen Prospekte und 700.000 Anzeigenblätter durch etwa 100 Fahrer und 3500 Zusteller unadressiert verteilt. Die Zustellung erfolgt ausschließlich an Privathaushalte.

Pressezustellgesellschaft[Bearbeiten]

Die Pressezustellgesellschaft Oberpfalz mbH ist ein eigenes Zustellungsunternehmen des Mittelbayerischen Verlags. Rund 2000 Zeitungszusteller verteilen täglich etwa 130.000 Zeitungsexemplare.

Rundfunkbeteiligung[Bearbeiten]

Als führendes Medienunternehmen im Großraum Regensburg verfügt der Verlag über eine Hörfunkbeteiligung an regionalen Radiosendern.

Sonstiges[Bearbeiten]

Am 7. März 2010 erhielt der Herausgeber und Verleger Peter Esser von Bundespräsident Horst Köhler das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. [9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Peter Morsbach (Herausgeber): Regensburger Almanach 2014 - Stadt der Wunder. MZ Buchverlag in der H. Gietl Publikationsservice GmbH, Regenstauf, Von der „Kampfpresse“ der 20er zum „Wachhund der demokratischen Presse“, Seite 100 bis 115. ISBN 978-3-86646-303-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Historisches Lexikon Bayerns: Regensburger Anzeiger
  2. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  3. Einweihung: MZ-Medienhaus, abgerufen am 6. Februar 2015
  4. laut IVW, erstes Quartal 2015, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  6. laut IVW, erstes Quartal 2015, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  8. Bayerischer Printmedienpreis 2014 - Aigner würdigt Innovationen der Printbranche. Verband Bayerischer Zeitungsverleger e. V, Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern e. V., Verband Druck und Medien Bayern e. V, 23. Oktober 2014, abgerufen am 8. November 2014.
  9. Peter Esser: Bundesverdienstkreuz am Bande, abgerufen am 30. April 2015