Harlech

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Harlech Castle vor der Kulisse des Snowdon

Harlech ist ein Ort an der Cardigan Bay in der Grafschaft Gwynedd im Nordwesten von Wales.

Harlech, bekannt für die von Eduard I. erbaute Burg, ist heute Verwaltungssitz des ehemaligen Kreises Merionethshire und ein Fremdenverkehrszentrum am südlichen Rand des Snowdonia-Nationalparks. Er liegt in einer eindrucksvollen Küstenlandschaft mit Stränden, Klippen und Dünen. In der Nähe des Ortes befindet sich Morfa Harlech, ein Naturpark und Erholungsgebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Burg von Harlech, von der heute nur noch Ruinen übrig sind, wurde 1283 von Eduard I. nach seinem Sieg über Llywelyn ap Gruffydd errichtet und bot einer kleinen Gemeinde Schutz. Die Anlage steht am Rande eines Felsvorsprunges, der einst direkt vom Meer umspült wurde, sich heute aber aufgrund geologischer Veränderungen eine halbe Meile landeinwärts befindet.

Harlech Castle hat eine lange Geschichte von Belagerungen und Besetzungen hinter sich. Im frühen 15. Jahrhundert nahm Owain Glyndŵr die Burg ein und versammelte dort das walisische Parlament. 1460 bot sie der englischen Königin Margarete nach der Gefangennahme ihres Ehemannes Heinrich VI. Schutz. Während der Rosenkriege war Harlech 1468 die letzte walisische Feste, die sich den Yorkisten ergab; und im Englischen Bürgerkrieg widerstand sie bis 1647 den Angriffen der Parlamentstruppen.

Burganlage[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu vielen anderen Festungsbauwerken wurde Harlech Castle nach der Übernahme durch die Parlamentarier nicht zerstört. Der Verfall der Anlage ist der Vernachlässigung und Regen und Sturm zuzuschreiben. Erhaltungsmaßnahmen wurden erst ergriffen, nachdem die Burg 1914 in staatlichen Besitz übergegangen war.

Die Hauptgebäude der Anlage sind zerstört oder eingestürzt, genauso wie die Wehrgänge und die Böden und Dächer der Türme. Ein erheblicher Teil der Mauern ist jedoch noch erhalten und lässt die Grundzüge der von James of St George ersonnenen Architektur erkennen. Der Grundriss zeigt zwei konzentrisch angeordnete Quadrate mit je vier Ecktürmen, die den inneren und mittleren Burghof bilden. Die Ecktürme waren rund, ähnlich wie die Zwillingstürme rechts und links des Torhauses. Auf der Landseite gab es noch ein relativ kleines Vorwerk. Die Mauern waren mehrere Meter dick, und der Zugang war nach allen Regeln der damaligen Festungsbaukunst mit Folgen von Toren, Portcullis und Falltüren gesichert. Konnten die Angreifer den mittleren Burghof erreichen, befanden sie sich unvermutet in absolut aussichtsloser Lage. Die Burg war praktisch uneinnehmbar, hatte aber den Nachteil, im Falle der Belagerung auf Nachschub von der Seeseite her angewiesen zu sein, was Owain Glyndwr 1404 auszunutzen wusste.

Literatur[Bearbeiten]

  • Encyclopædia Britannica: Britannica CD 99 Multimedia Edition
  • Castles in Wales. The Automobile Association; The Wales Tourist Board, 1982, ISBN 0-86145-125-2, S. 176.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Harlech – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.858888888889-4.1080555555556Koordinaten: 52° 52′ N, 4° 6′ W