Heikki Westerinen

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Heikki Westerinen, 2007

Heikki Markku Julius Westerinen (* 27. April 1944 in Helsinki) ist ein finnischer Schachspieler.

Leben[Bearbeiten]

Vlastimil Hort und Heikki Westerinen, 2007 bei den Dortmunder Schachtagen

Obwohl Westerinen sich nach einem Mathematik-, Physik und Chemiestudium zum Lehrer ausbilden ließ, begann er die ungewisse Karriere eines Berufsschachspielers. 1967 errang er den Titel eines Internationalen Meisters. 1975 wurde er nach seinem Turniersieg bei den Dortmunder Schachtagen der erste Großmeister Finnlands.[1]

Er ist mehrfacher Finnischer Landesmeister (1965, 1966, 1968, 1970). Im Herbst 1971 wurde Westerinen Dritter bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft, die Svetozar Gligorić gewann.[2] Seine größten Erfolge sind die Siege bei den Turnieren Palma de Mallorca 1973, Dortmund 1973[3] und 1975[4], Stockholm 1975, London 1979. Zwanzig Jahre später bei einem IM-Turnier 1996 im schwedischen Timrå, das Holger Grund vor Paul Motwani gewann, wurde er Vierter.[5]

Seine Elo-Zahl beträgt 2318 (Stand: Dezember 2014), im Januar 1976 hatte er seine höchste Elo-Zahl von 2485.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Mit der finnischen Nationalmannschaft nahm Westerinen von 1962 bis 1996 an allen 18 Schacholympiaden teil, die 19. Teilnahme folgte 2006. 1964 erreichte er das zweitbeste Ergebnis am zweiten Brett, 1966 ebenfalls am zweiten Brett das drittbeste Ergebnis.[6] Außerdem nahm er mit Finnland an den Mannschaftseuropameisterschaften 1989, 1992, 1997 und 2007 teil.[7]

Vereine[Bearbeiten]

In Finnland spielte Westerinen für Gaia Helsinki und Salon SK, mit denen er am European Club Cup teilnahm.[8] In Deutschland spielte er in den 1970er- und 1980er-Jahren für die Solinger SG 1868, mit der er 1980 deutscher Mannschaftsmeister wurde, den European Club Cup 1976 gewann und das Halbfinale des European Club Cup 1979 erreichte[8].

Theoriebeiträge[Bearbeiten]

Nach Heikki Westerinen ist ein Abspiel in der Königsindischen Verteidigung benannt: die Westerinen-Variante entsteht nach den Zügen 1.d2-d4 Sg8-f6 2.c2-c4 g7-g6 3.Sb1-c3 Lf8-g7 4.e2-e4 d7-d6 5.Sg1-f3 0-0 6.Lf1-e2 Lc8-g4 7.Lc1-e3 Sf6-d7. Westerinen popularisierte seine Erfindung durch häufigen Gebrauch in den 1970er Jahren. Auch heutzutage findet sie selbst auf Spitzenniveau Anhänger: der Aserbaidschaner Şəhriyar Məmmədyarov brachte sie in seiner Partie gegen Loek van Wely in Wijk aan Zee 2006 zur Anwendung.

Ferner schrieb er ein Heft über Abspiele des Sämisch-Systems der Königsindischen Verteidigung mit frühem Sb8-c6.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Erkki Havansi: Heikki Westerinen, shakin mestari. Kirja shop, Helsinki 1969. (finnisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heikki Westerinen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 76
  2. 52. Deutsche Schacheinzelmeisterschaft 1971 in Berlin auf TeleSchach (Kreuztabelle und Partien)
  3. Dortmunder Schachtage 1973 - Bericht von TeleSchach
  4. Dortmunder Schachtage 1975 auf TeleSchach
  5. IM-Titel für Holger Grund. JugendSchach Ausgabe 4/96, S. 4-6 (Bericht, Foto, Tabelle und Partie)
  6. Heikki Westerinens Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  7. Heikki Westerinens Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  8. a b Heikki Westerinens Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)
  9. Westerinen, Heikki: Sc6!?. Schackbulletinens Förlag, Kuhmo 1972