Şəhriyar Məmmədyarov

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Şəhriyar Məmmədyarov im Jahr 2009
Şəhriyar Məmmədyarov
Schreibweisen Shakhriyar Mamedyarov (FIDE)
Land AserbaidschanAserbaidschan Aserbaidschan
Geboren 12. April 1985
Sumqayıt
Titel Großmeister (2002)
Aktuelle Elo-Zahl 2764 (Oktober 2014)
Beste Elo-Zahl 2775 (Aug.–Sep. 2013)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Şəhriyar Hamid oglu Məmmədyarov (alternative aserbaidschanische Schreibweise: Şähriyar Mämmädyarov), (* 12. April 1985 in Sumqayıt), ist ein aserbaidschanischer Weltklassespieler im Schach. Die Transkription Shakhriyar Mamedyarov, die auf der russifizierten Namensform basiert, hat sich international durchgesetzt und wird in den meisten Sprachen verwendet – auch vom Weltschachbund FIDE, in Schachdatenbanken und zumeist auch in der deutschen Presse, wo er aber auch als Schakrijar Mamedjarow zu finden ist.

Leben[Bearbeiten]

Məmmədyarov, neben Teymur Rəcəbov ein aserbaidschanisches Wunderkind im Schach, erlernte das Spiel als Achtjähriger und nahm bereits 1999 an den Landesmeisterschaften seines Landes teil. Er belegte beim gleichen Turnier ein Jahr später den geteilten zweiten Platz. Im selben Jahr gewann er, 15-jährig, die Landesmeisterschaft U18 mit 8,5 aus 9. Bereits in diesem Jahr war Məmmədyarov Mitglied der Nationalmannschaft bei der Schacholympiade in Istanbul (+3, −0, =2).

Im Jahr 2001 bewies er sein Können nochmals durch einen Sieg bei der Landesmeisterschaft. 2002 wurde er Europameister U18.[1] Ebenfalls 2002 spielte er für seine Heimat bei der Schacholympiade in Bled. 2003 gewann er die Juniorenweltmeisterschaft U20[2], im aserbaidschanischen Naxçıvan ausgetragen, mit 10 aus 13. Im gleichen Jahr spielte er in einem Wettkampf mit dem iranischen Großmeister Ehsan Ghaem Maghami in Baku unentschieden 3:3 (+1, −1, =4). Məmmədyarov nahm im gleichen Jahr an der Jugendweltmeisterschaft U18 in Kallithea (Chalkidiki) teil und wurde auch in dieser Alterskategorie Weltmeister.[3] Im Jahre 2004 gewann er das starke Open von Dubai. Im ersten Turnier des FIDE Grand Prix 2012–2013 in London teilte er sich den ersten Platz mit Wesselin Topalow und Boris Gelfand.

2005 gelang ihm in Istanbul erneut der Gewinn der Jugendweltmeisterschaft U20[4], eine Leistung, die bislang noch niemand vor ihm erbrachte.

Im Juni 2013 gewann er in Chanty-Mansijsk die Weltmeisterschaft im Schnellschach. Durch fünf Siege in den letzten fünf Runden überholte er noch den lange Zeit führenden Jan Nepomnjaschtschi und gewann das Turnier mit 11,5 Punkten aus 15 Partien. Nur drei Wochen später siegte er auch beim Schnellschach-Turnier in Genf, bei dem er sich im Finale gegen Wladimir Kramnik durchsetzte.

Durch den 2. Platz beim FIDE Grand Prix 2012–2013 qualifizierte sich Məmmədyarov für das Kandidatenturnier 2014, in dem er mit 7 aus 14 den 4. Platz von acht Teilnehmern belegte (+3, -3, =8).

Məmmədyarov ist der Bruder von Zeinab Məmmədyarova und Türkân Məmmədyarova, die beide den Titel einer Großmeisterin der Frauen (WGM) tragen.[5]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Für die Nationalmannschaft von Aserbaidschan nahm er an den Schacholympiaden 2000 in Istanbul, 2002 in Bled, 2004 in Calvià, 2008 in Dresden, 2010 in Chanty-Mansijsk, 2012 in Istanbul und 2014 in Tromsø teil.[6][7] Er nahm außerdem an den Mannschaftsweltmeisterschaften 2010 und 2011 teil (und erreichte 2010 das beste Einzelergebnis am vierten Brett)[8] sowie an den Mannschaftseuropameisterschaften 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011 und 2013. Mit der Mannschaft gewann er 2009 und 2013 und erreichte 2011 den zweiten, 2007 den dritten Platz, in der Einzelwertung erreichte er 2009 am vierten und 2011 am dritten Brett das beste Ergebnis.[9]

Vereine[Bearbeiten]

In Aserbaidschan spielt Məmmədyarov für SOCAR Baku, mit dem er 2012 und 2014 den European Club Cup gewann[10]. In der deutschen Schachbundesliga spielte er von 2008 bis 2010 für den SV Werder Bremen, in der russischen Mannschaftsmeisterschaft 2006 für Termosteps Samara, 2008 für Spasio Moskau und 2013 für den SK Malachit Jekaterinburg.[11] In der französischen Top 16 spielte er in der Saison 2006/07 für den Club de Chess 15 Paris, am European Club Cup hat er auch schon mit dem türkischen Verein Eczacıbaşı SK, dem russischen Verein Elara Tscheboksary und dem mazedonischen Verein SK Alkaloid Skopje teilgenommen.[10]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shakhriyar Mamedyarov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jörg Schulz: Europameisterschaft U10-U18. JugendSchach Ausgabe 9/2002, S. 4-14 (Bericht, Tabellen, Fotos und Partien)
  2. Juniorenweltmeisterschaft 2003, 21. Juni bis 4. Juli 2003 in Nakhchivan / Aserbaidschan
  3. Jugendweltmeisterschaft U10 bis U18, 22. Oktober-3. November 2003 in Kallithea (Chalkidiki)
  4. Jugend Weltmeisterschaft U20 (Junioren), vom 8. bis 23. November 2005 in Istanbul / Türkei
  5. Biographische Daten auf Şəhriyar Məmmədyarovs offizieller Homepage (englisch)
  6. Şəhriyar Məmmədyarovs Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  7. Ergebnisse der aserbaidschanischen Mannschaft bei der Schacholympiade 2014 auf chess-results.com
  8. Şəhriyar Məmmədyarovs Ergebnisse bei Mannschaftsweltmeisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  9. Şəhriyar Məmmədyarovs Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  10. a b Şəhriyar Məmmədyarovs Ergebnisse bei European Club Cups auf olimpbase.org (englisch)
  11. Şəhriyar Məmmədyarovs Ergebnisse in der russischen Mannschaftsmeisterschaft auf olimpbase.org (englisch)