Helena (Mythologie)

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Helena und die Dioskuren, römisches Weihrelief, 30 x 27 cm
Helena zwischen
Menelaos und Aphrodite
Detail einer attischen rotfigurigen Vase
ca. 450–440 v. Chr.
Evelyn de Morgan:
Helena von Troja (1898).
Der Spiegel, die schnäbelnden Tauben und die Feste Troja kennzeichnen sie im Stil der Präraffaeliten als femme fatale.

Helena, latinisiert aus altgriechisch Ἑλένη Helénē,[1] wurde bereits in vorgriechischer Zeit als örtliche Vegetationsgöttin in Sparta verehrt.

In der griechischen Mythologie war sie die aus einem Ei geborene Tochter Zeus’ und Ledas. Leda wurde von Zeus in Gestalt eines Schwanes verführt, wodurch sie die Mutter von Helena und der Dioskuren Kastor und Polydeukes (römisch: Pollux) wurde. Klytaimnestra galt als die Tochter der Leda und des Tyndareos; sie war eine Halbschwester der Helena.

Anderen Überlieferungen zufolge wurden Helena und die Dioskuren aus einem oder zwei Eiern geboren oder Leda pflegte das Ei der Nemesis und des Zeus, aus dem Helena entstand, die Leda wie ihr eigenes Kind aufzog.

Die schöne Helena[Bearbeiten]

Helena galt als die schönste Frau ihrer Zeit. Ihre Schönheit soll so groß gewesen sein, dass jeder Mann, der sie sah, Helena besitzen wollte. Sie wurde schon als Zwölfjährige von Theseus und Peirithoos nach Aphidnai in Attika entführt und von den Dioskuren, ihren Brüdern, befreit.

Um sie warben sehr viele Griechenfürsten. Ihr irdischer Vater befürchtete bei Bevorzugung eines Freiers die Feindschaft aller abgewiesenen und ließ daher alle Bewerber um Helena schwören, dass sie die Wahl Helenas anerkennen und gegen jedermann verteidigen würden – eine typische Rechtfertigungssage für das Bündnis fast aller Griechenkönige gegen Troja. Helena wählte Menelaos, den Prinzen von Mykene und damit späteren König von Sparta, dem sie ihre Tochter Hermione gebar.

Im Streit der drei Göttinnen Hera, Aphrodite und Athene um den Apfel der Eris wurde sie von Aphrodite dem trojanischen Prinzen Paris versprochen und ließ sich von ihm, mit eigenem Einverständnis, nach Troja entführen. Hera und Athene beschlossen, gegen Troja zu kämpfen.

Nach einer Version der Legende kam sie niemals in Troja an, da sie bei einer langen und umwegigen Rückfahrt in Ägypten zurückgeblieben sei – in Troja sei nach dem Willen der Götter nur ein Helena gleichendes „Phantom“ angekommen. Der Hauptversion der Sage nach folgte sie aber Paris nach Troja und löste damit den Trojanischen Krieg der Griechen gegen Troja aus, als sich der entehrte Menelaos an alle abgewiesenen Freier um Hilfe wandte. Nach dem Fall des Paris ehelichte sie noch dessen Bruder Deiphobos und wurde nach der Niederlage Trojas von Menelaos trotz allem wieder akzeptiert. Beide kehrten heil nach Sparta zurück, lebten und herrschten noch lange dort – anders als die meisten anderen Griechenfürsten, die fast alle nach dem Fall Trojas umkamen.

Rezeption[Bearbeiten]

Die Helenagestalt erscheint bereits im ältesten abendländischen (griechischen) Epos des Homer, der Ilias, und erfuhr ein langes literarisches Nachleben (z. B. in Goethes Faust II, ebenso wie in der Historia von D. Johann Fausten und Jacques Offenbachs Operette Die schöne Helena u. v. a. m.).

Ihr Name erscheint in wohl allen europäischen Sprachen als weiblicher Vorname, wobei allerdings in vielen Fällen die heilige Helena Patin gestanden haben dürfte.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. München/Wien 1965.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Helena – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien