Hermann Kunst
Hermann Kunst (* 21. Januar 1907 in Ottersberg; † 6. November 1999 in Bonn) war der erste Bevollmächtigte der Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung und evangelischer Militärbischof.
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Leben [Bearbeiten]
Hermann Kunst studierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Bocholt und einer Banklehre Evangelische Theologie in Marburg, Berlin und Münster und war - nach dem Lehrvikariat in Mennighüffen sowie zwei Hilfspredigerjahren in Herford - von 1934 bis 1952 Pfarrer der Ev.-Luth. Mariengemeinde Stift Berg in Herford. Während des Kirchenkampfes war er in der Bekennenden Kirche tätig; eng und vertrauensvoll arbeitete er insbesondere mit Präses Karl Koch zusammen. Von 1942 bis 1952 war Kunst Superintendent des Kirchenkreises Herford, von 1945 bis 1949 Mitglied der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen. Bei der Kandidatur um das Amt des Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen unterlag er im November 1948 mit 72:77 Stimmen knapp dem zeitweise im KZ Dachau inhaftiert gewesenen Mennighüffer Pfarrer Ernst Wilm.
Von 1950 bis 1977 war Kunst der erste Bevollmächtigte der Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung und von 1957 bis 1972 war er im Nebenamt gleichzeitig evangelischer Militärbischof der Bundeswehr.
1980 übernahm er den Vorsitz der Schiedskommission zur Überwachung der Einhaltung des Wahlkampfabkommens im Bundestagswahlkampf. Weitere Mitglieder waren Eugen Gerstenmaier (für die CDU), Alex Möller (für die SPD), Rudolf Hanauer (für die CSU) und Bernhard Leverenz (für die FDP).
Hermann Kunst gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Gründern der westfälischen Flüchtlingsstadt Espelkamp. Auch die Evangelische Akademie Friedewald und die Evangelische Zentralstelle für Entwicklungshilfe gehen auf seine Initiative zurück.
1977 bekam er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen, 1985 erhielt er den Augsburger Friedenspreis. Er war Angehöriger der RSC-Corps Normannia Marburg und Cheruscia.[1]
Nach ihm benannt ist sowohl die Hermann Kunst-Stiftung zur Förderung der neutestamentlichen Textforschung, welche die Arbeit des von Kurt Aland gegründeten Instituts für Neutestamentliche Textforschung in Münster fördert, als auch die "Bischof-Hermann-Kunst-Schule", eine Fördersonderschule für junge Aussiedler in Herford[2], sowie eine Bischof-Hermann-Kunst-Schule mit angeschlossenem Internat in Espelkamp.[3]
Hermann Kunst war seit 1932 verheiratet und hatte fünf Kinder und 17 Enkelkinder. Er ist auf dem Erika-Friedhof in Herford neben seiner Frau Elisabeth (1905-1977) beerdigt.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Hermann Kunst im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Foto Militärbischof D.Dr. Hermann Kunst DD
- Seite der Hermann-Kunst-Stiftung zur Förderung der neutestamentlichen Textforschung auf der Website des Instituts für Neutestamentliche Textforschung, Münster
Siehe auch [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ CORPS - das Magazin (Deutsche Corpszeitung), 110 Jahrgang, Heft 1/2008, S. 25
- ↑ Unsere Kirche, 6. Oktober 1991
- ↑ Homepage der Hermann Kunst Schule Espelkamp abgerufen 13. Juli 2011
Hermann Kunst (1956–1972) | Sigo Lehming (1972–1985) | Heinz-Georg Binder (1985–1994) | Hartmut Löwe (1994–2003) | Peter Krug (2003–2008) | Martin Dutzmann (seit 2008)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kunst, Hermann |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher evangelischer Militärbischof |
| GEBURTSDATUM | 21. Januar 1907 |
| GEBURTSORT | Ottersberg |
| STERBEDATUM | 6. November 1999 |
| STERBEORT | Bonn |