Bundestagswahl 1980

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Die Bundestagswahl 1980 fand am 5. Oktober 1980 statt. Bei der Wahl zum 9. Deutschen Bundestag wurde die Sozialliberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) bestätigt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hintergrund

Franz Josef Strauß (1982)
Franz Josef Strauß (1982)

Schmidts Herausforderer war der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Franz Josef Strauß.

Strauß hatte sich 1979 bei der unionsinternen Kandidatenaufstellung gegen den Favoriten des CDU-Vorsitzenden Helmut Kohl, den niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, durchsetzen können.

Der Wahlentscheidung vorausgegangen war ein ausgesprochen emotionsgeladener Wahlkampf, der sich sehr schnell auf die Auseinandersetzung Schmidt/Strauß konzentrierte.

Für die Koalition wirkte sich das negative Image des Unionskandidaten positiv aus, wobei hiervon insbesondere die FDP profitierte, während die SPD eher stagnierte. Auf die Frage, ob er die Sozialliberale Koalition auf weitere vier Jahre fortzusetzen gedenke, sagte FDP-Chef Hans-Dietrich Genscher, der der SPD zwei Jahre später die Koalition aufkündigte, in der Wahlnacht in der Bonner Runde: „Ja, man macht's ja nicht für drei Monate.“

Erstmals kandidierten Die Grünen auf Bundesebene, blieben aber bei mäßigen 1,5 % stecken, obwohl sie zuvor bereits den Sprung in einige Landesparlamente geschafft hatten. Ein großer Teil der von ihnen angesprochenen Klientel aus dem Umfeld der Neuen sozialen Bewegungen (beispielsweise der Atomkraftgegner oder der Friedensbewegung) hatte sich bei der Bundestagswahl doch noch einmal für das in ihren Augen „kleinere Übel“ SPD entschieden, um eine Kanzlerschaft von Strauß zu verhindern, wie dies in der damals aus dem Spektrum der Neuen Linken breit angelegten Stoppt-Strauß-Kampagne, die von der eigens für diese Kampagne gegründeten Volksfront gegen Reaktion, Faschismus und Krieg initiiert wurde, propagiert worden war.

[Bearbeiten] Endergebnis

226

44,5%

218

42,9%

53

10,6%

1,5%
0,2%
0,2%
0,0%
0,0%
0,0%
0,0%
0,0%
CDU/CSU SPD FDP Grüne DKP NPD Bürgerpartei V KBW EAP CBV

ober Zahl = Sitze; untere Zahl = Stimmenanteil; fett gedruckte Parteien = Regierungsparteien

Das Endergebnis lautete:

Partei Zweitstimmen Prozent Sitze¹ Verschiebung Wahlkreise Überhangmandate Bemerkungen
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 16.260.677 42,9 218 (10) +4 127 1
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 12.989.200 34,2 174 (11) −16 81
Freie Demokratische Partei (FDP) 4.030.999 10,6 53 (1) +14
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 3.908.459 10,3 52 −1 40
Die Grünen 569.589 1,5
Deutsche Kommunistische Partei (DKP) 71.600 0,2
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) 68.096 0,2
Die Bürgerpartei 11.256 0,0
Volksfront gegen Reaktion, Faschismus und Krieg (V) 9.319 0,0
Kommunistischer Bund Westdeutschland (KBW) 8.174 0,0
Europäische Arbeiter-Partei (EAP) 7.666 0,0
Christliche Bayerische Volkspartei (CBV) 3.946 0,0

¹in Klammern Zahl der am gleichem Tag vom Abgeordnetenhaus von Berlin gewählten, nicht stimmberechtigten Berliner Bundestagsabgeordneten

[Bearbeiten] Konsequenz

Richard von Weizsäcker, Ronald Reagan und Helmut Schmidt (1982)
Richard von Weizsäcker, Ronald Reagan und Helmut Schmidt (1982)

Der 9. Deutsche Bundestag wählte am 5. November Helmut Schmidt zum Bundeskanzler, tags darauf wurde das Kabinett Schmidt III vereidigt.

Strauß blieb Ministerpräsident des Freistaates Bayern. Nach dieser recht deutlichen Niederlage hatte sich Helmut Kohl innerhalb der Unionsparteien endgültig gegen Strauß durchgesetzt.

Die sozialliberale Koalition hielt nur noch knapp zwei Jahre. Im Herbst 1982 wechselte die FDP in der so genannten Wende den Koalitionspartner. Helmut Schmidt forderte die Opposition am 17. September 1982 nach dem Kabinettsrückzug der FDP zur Stellung eines Antrags zur Durchführung eines Konstruktiven Misstrauensvotums auf, durch das am 1. Oktober Helmut Kohl zum Kanzler gewählt wurde. CDU/CSU und FDP hatten sich auf die Durchführung von vorgezogenen Neuwahlen verständigt, die von Kohl am 17. Dezember 1982 durch eine umstrittene Vertrauensfrage ausgelöst wurden.

[Bearbeiten] Weblinks

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