Herzogenhorn

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Herzogenhorn
Herzogenhorn von der Grafenmatt aus gesehen

Herzogenhorn von der Grafenmatt aus gesehen

Höhe 1415 m ü. NHN
Lage Baden-Württemberg, Deutschland
Gebirge Schwarzwald
Dominanz 3 km → Seebuck
Schartenhöhe 184 m ↓ Feldbergpass
Koordinaten 47° 50′ 6″ N, 8° 1′ 10″ O47.8358.01944444444441415Koordinaten: 47° 50′ 6″ N, 8° 1′ 10″ O
Herzogenhorn (Baden-Württemberg)
Herzogenhorn

Das Herzogenhorn ist ein 1415,2 m ü. NHN[1] hoher Berg in einem Naturschutzgebiet in der Gemeinde Bernau im Schwarzwald.

Lage und Umgebung[Bearbeiten]

Auf dem Gipfel des Herzogenhorns
Herzogenhornwächte im Februar 2006

Am Herzogenhorn entspringen der Krunkelbach, der Kriegsbach sowie der Prägbach, der in die Wiese mündet.[2]

Höhe[Bearbeiten]

Das Herzogenhorn gilt nach dem Feldberg und dem Seebuck als die dritthöchste Erhebung des Schwarzwalds.

Wird der Baldenweger Buck mitgezählt, ist das Herzogenhorn nur die vierthöchste Erhebung im Schwarzwald. Gelten hingegen nur Erhebungen ab 100 m Schartenhöhe als eigenständige Berge, ist es der zweithöchste nach dem Feldberg.

Routen zum Gipfel[Bearbeiten]

Am Herzogenhorn findet sich ein umfangreiches Netz an Wanderwegen. Der Berg wird meist von Bernau, von Menzenschwand (etwa über die Spießhörner) oder vom Feldbergpass aus über die Grafenmatt bestiegen. Auch die beiden Höhenzüge vom Herzogenhorn nach Süden, in Richtung St. Blasien und nach Westen, über das Bernauer Kreuz zum Hasenhorn bei Todtnau sind beliebte Wandergegenden.

Vom Herzogenhorn aus bietet sich bei schönem Wetter ebenso wie vom nördlich gelegenen Feldberg und vom westlich gelegenen Belchen ein Panoramablick über die Alpenkette von der Zugspitze im Südosten bis zum Mont Blanc im Südwesten. Im Westen sind über die Rheinebene hinweg die Vogesen zu sehen. Das charakteristisch hohe Gipfelkreuz des Herzogenhorns ist vom Feldbergpass in etwa 75 Minuten Fußmarsch zu erreichen.

Gastronomisch erschlossen ist das Herzogenhorn durch das Bundesleistungszentrum Herzogenhorn, ein Trainingszentrum für Hochleistungssportler mit angeschlossenem Gasthof nördlich und die Krunkelbachhütte südöstlich des Gipfels.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Schriftrolle aus dem Jahr 1328 wird „des herzogen horne“ bereits als Punkt auf der Grenze zum Kloster St. Blasien erwähnt.[3] Aus der Zeit um den Dreißigjährigen Krieg sollen erste primitive Festungsbauten stammen, während die Beauftragung der eigentlichen Schanze am Berg dem Markgrafen Ludwig Wilhelm, dem Türkenlouis, zugeschrieben wird.[4] Im Jahr 1904 erbaute die Sektion Mannheim des Schwarzwaldvereins die Mannheimer-Ludwigshafener Hütte, die jedoch am 28. Januar 1911 abbrannte.[5] Das Gasthaus Herzogenhorn wurde 1957 vom Skiverband Schwarzwald erworben, umgebaut und am 22. Oktober 1967 als Leistungszentrum neu eröffnet.[6] Am 1. Januar 1979 fand auf dem Herzogenhorn das erste 5-km-Skilanglauf-Weltcup-Rennen der Damen in Europa statt, nachdem es die Skizunft Brend wegen Schneemangels verlegt hatte.[7] Während des Zweiten Weltkriegs fanden auf dem Herzogenhorn und dem Baldenweger Buck militärische Übungen durchgeführt, so beispielsweise für Scharfschützen[8] In der Nähe des Bundesleistungszentrum findet sich zudem das Molerhüsli, in dem der Freiburger Maler Karl Hauptmann ab ca. 1920 bis zu seinem Tod 1947 lebte und arbeitete. Ebenfalls als Künstler am Herzogenhorn arbeitete der Lahrer Maler Wilhelm Wickertsheimer (1886–1968).[9]

Wintersport[Bearbeiten]

Langlauf[Bearbeiten]

Blick über die Loipe nach Süden auf das Herzogenhorn, links die Kletterwand des Bundesleistungszentrums
Herzogenhorn im Oktober von Norden mit dem Langlaufgelände am Bundesleistungszentrum im Vordergrund

Am Herzogenhorn findet sich ein umfangreiches Netz an Trainingsloipen. Die am Bundesleistungszentrum startenden Strecken (ca. 15–20 km, je nach Schneelage) führen in engen Schleifen über das hügelige Plateau zwischen Herzogenhorn, Grafenmatt und Silberberg und sind die höchstgelegenen Langlaufloipen im Schwarzwald (ca. 1350 m). Sie werden daher häufig von Trainierenden genutzt. Die durchweg anspruchsvollen Loipen sind vom Feldbergpass aus über den Grafenmattlift oder mit Querung der alpinen Skihänge der Grafenmatt in ca. 20 Minuten über einen gespurten Waldweg erreichbar.

Strecken:

  • Gelbe Loipe: Die Gelbe Loipe führt vom Bundesleistungszentrum westlich am Herzogenhorn vorbei und führt auf dessen Südseite, wo bei ausreichender Schneelage die Möglichkeit besteht, auf gespurter Strecke nach Bernau abzufahren. Von hier aus führt die Strecke über einige Schleifen im Wald zurück zum Bundesleistungszentrum (ca. 6 km).
  • Grüne Loipe: Die Grüne Loipe ist neben der Gelben Strecke die längste der Herzogenhorn-Loipen (ca. 5 km)
  • Blaue Loipe: Die kurze Blaue Loipe verläuft auf dem Plateau zwischen Bundesleistungszentrum und Silberberg
  • Rote Loipe: Die etwas längere Rote Loipe verläuft ebenfalls in diesem Gelände

Zwischen Herzogenhorn, Grafenmatt und Silberberg sind anhand alter Loipenschilder alte Streckenführungen auszumachen, die heute nicht mehr gespurt werden. Sämtliche Loipenpläne des Geländes am Herzogenhorn zeigen auch nach Jahren noch diese alten Strecken.

Alpin[Bearbeiten]

Das alpine Gelände befindet sich nicht direkt am Herzogenhorn, sondern an den Hängen zwischen der benachbarten Grafenmatt und dem Feldbergpass. Unterhalb des Herzogenhorns befindet sich jedoch der Start der "Hinterwaldabfahrt", einer 7 km langen Skiabfahrt ins Wiesental, die in Todtnau endet.

Literatur[Bearbeiten]

  • August Vetter: Feldberg im Schwarzwald. Selbstverlag der Gemeinde Feldberg (Schwarzwald), 1996, DNB 94935886X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herzogenhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Vetter, S. 25.
  3. Vetter, S. 43 nach Joseph Bader: 'Das ehemalige sankt-blasische Waldamt, In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. 1855, Band 6, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  4. Vetter, S. 162.
  5. Vetter, S. 220.
  6. Vetter, S. 336 f.
  7. Vetter, S. 359.
  8. Vetter, S. 404.
  9. Vetter, S. 469 f.