Bernau im Schwarzwald

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bernau im Schwarzwald
Bernau im Schwarzwald
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bernau im Schwarzwald hervorgehoben
47.8011111111118.0363888888889893Koordinaten: 47° 48′ N, 8° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 893 m ü. NHN
Fläche: 38,04 km²
Einwohner: 1892 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79872
Vorwahl: 07675
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 013
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 18
79872 Bernau im Schwarzwald
Webpräsenz: www.bernau-schwarzwald.de
Bürgermeister: Rolf Schmidt
Lage der Gemeinde Bernau im Schwarzwald im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
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Bernau im Schwarzwald ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Bernau liegt in einem Hochtal im Südschwarzwald, südlich vom Feldberg und westlich vom Schluchsee. Das Gemeindegebiet umfasst das Tal der Bernauer Alb, ein Quellbach der Alb, und erstreckt sich von 800 Meter über NN bis zum 1415 Meter hohen Herzogenhorn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Gemeinde Feldberg, im Osten an Menzenschwand sowie an die Stadt St. Blasien, im Süden an Ibach, im Südwesten an Todtmoos und im Westen an die Stadt Todtnau im Landkreis Lörrach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Bernau im Schwarzwald gehören die Gemeindeteile Altenrond, Bernau-Dorf mit Goldbach, Bernau-Hof, Bernau-Innerlehen, Bernau-Riggenbach mit Schwendele, Gaß, Kaiserhaus, Weierle, Oberlehen und Unterlehen.[2]

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 1919 mm. Der Niederschlag liegt im obersten Prozent der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Über 99 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der September; am meisten regnet es im Dezember. Im niederschlagreichsten Monat fällt ca. 1,9 mal mehr Regen als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im oberen Drittel. In über 95 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger. Auch die Temperaturen sind mit -2,5 °C im Januar und 13,9 °C im Juli recht kühl, und am Morgen werden in Bernau meist tiefere Temperaturen als auf dem Feldberg gemessen. Der Ort zählt zu den Schneereichsten des Schwarzwaldes. Hier lag der Schnee im Winter 2006 fast 2 m hoch.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bernau (928m)[3]
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) -2,5 -1,5 0,9 4,2 8,8 12,1 13,9 13,2 10,5 6,5 1,7 -1,8 Ø 5,5
Niederschlag (mm) 196 170 155 125 154 157 153 145 110 150 195 208 Σ 1918

Geschichte[Bearbeiten]

Bernau vom Herzogenhorn aus gesehen

Die Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets begann im späten 11. Jahrhundert mit Rodung und Bau von Höfen durch Laienbrüder des Klosters St. Blasien. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1157 anlässlich der Einweihung einer Kapelle im Ortsteil Hof. Mit der Säkularisation des Klosters St. Blasien 1806 endete die jahrhundertelange Klosterherrschaft und gleichzeitig die Zugehörigkeit zu Vorderösterreich, der Ort kam zu dem neu geschaffenen Großherzogtum Baden.

1922 baute die Gemeinde zusammen mit der Holzwarenwerke Präg GmbH in Präg das E-Werk Wacht, welches damals die Holzwerke und alle Einwohner der Gemeinde mit elektrischer Energie versorgte. 1934 wurden vier selbständige Gemeinden des Bernauer Tals, Bernau-Innerlehen (mit Riggenbach und Schwendele), Hof, Bernau-Dorf mit Goldbach und Bernau-Außerlehen (mit Kaiserhaus, Altenrond, Oberlehen, Gaß, Unterlehen und Weierle) zur Gemeinde Bernau vereinigt. Seitdem blieb die Gemeinde im Wesentlichen unverändert, auch über die baden-württembergische Gebietsreform in den 1970er Jahren hinweg. Die Umbenennung in Bernau im Schwarzwald erfolgte am 1. Januar 1999.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 3 Sitze
FW 3 Sitze
Bürger für Bernau 4 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Thoma-Ausstellungsraum
Resenhof

Museen[Bearbeiten]

  • Das Hans-Thoma-Kunstmuseum zeigt Gemälde, Grafiken und andere Arbeiten sowie Dokumente von Hans Thoma. Darüber hinaus präsentiert das Museum Werke des jeweiligen Hans-Thoma-Preisträgers sowie von Karl Hauptmann.
  • Das Heimatmuseum Resenhof, eingerichtet in einem 1789 erbauten Hochschwarzwälder Bauernhof, vermittelt einen Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt der Menschen im Bernauer Hochtal des 19. Jahrhunderts.

Sport[Bearbeiten]

Fast 100 Kilometer gut beschilderte Wanderwege erschließen das 900 Meter hoch gelegene und acht Kilometer lange Hochtal für den Wanderer. Den Freunden des Nordic Walking werden speziell ausgewiesene Strecken geboten und Mountainbiker finden Wege nahezu jeglichen Schwierigkeitsgrads. Eine Flugschule bietet Kurse in Paragliding an.

Auch an Wintersportarten ist fast alles möglich, Abfahrt, Slalom, Snowboard, und Rodeln. Fünf Skilifte, sowie eine Profiskischule des Deutschen Skilehrerverbandes stehen den Freunden der alpinen Sportarten zur Verfügung. Für Langläufer gibt es mehrere gespurte Loipen, je nach Schneelage bis zu 32 Kilometer Länge.

Im Ort existieren der Fußballclub FC Bernau, die Skizunft SZ Bernau und der Tennisclub TC Bernau. Im Winter finden in Bernau und Todtmoos regelmäßig Schlittenhunderennen mit internationaler Beteiligung statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Traditionell lebten die Bernauer von der Land- und Forstwirtschaft und Holzverarbeitung. Besonders die Holzschnitzerei hat eine lange Tradition. Hergestellt wurden hauptsächlich in den Wintermonaten zunächst Gebrauchsgegenstände wie Kochlöffel, Holzgefäße, Spankörbe und -schachteln. Später kamen Holzspielzeug und auch kunstgewerbliche Gegenstände hinzu.

Die teilweise extremen und erosionsgefährdeten Hanglagen machten die Landwirtschaft schwierig, wenig ertragreich und praktisch nicht mechanisierbar. So setzte schon früh, in den 1930er Jahren, der Strukturwandel ein, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg verstärkt fortsetzte - weg von der Landwirtschaft und hin zum Fremdenverkehr. Die schneesichere Lage des Südschwarzwalds erlaubt eine fast ganzjährige Tourismussaison. 1960 wurde der erste Skilift in Betrieb genommen, heute (2006) gibt es sechs Lifte, davon zwei mit Flutlicht und vier mit Beschneiungsanlagen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Hans Thoma (1839–1924), Maler und Grafiker, wurde in Oberlehen geboren, ist dort aufgewachsen und wurde 1909 zum Ehrenbürger von Bernau ernannt.
  • Ernst Koepfer (1878–1954), Skipionier und Gründer des Unternehmens Karl Köpfer Söhne [5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 1012–1013
  3. http://www.klimadiagramme.de
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. ski-koepfer.de: Ski Köpfer, Zugriff am 25. Februar 2012

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bernau im Schwarzwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien