Hiers-Brouage

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Hiers-Brouage
Wappen von Hiers-Brouage
Hiers-Brouage (Frankreich)
Hiers-Brouage
Region Poitou-Charentes
Département Charente-Maritime
Arrondissement Rochefort
Kanton Marennes
Koordinaten 45° 51′ N, 1° 5′ W45.849722222222-1.075555555555614Koordinaten: 45° 51′ N, 1° 5′ W
Höhe 0–26 m
Fläche 31,35 km²
Einwohner 648 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km²
Postleitzahl 17320
INSEE-Code

Brouage ist eine französische Gemeinde mit 648 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Charente-Maritime, in der Region Poitou-Charentes, ca. fünf Kilometer nordöstlich von Marennes, ca. zwölf Kilometer südwestlich von Rochefort und ungefähr drei Kilometer von der heutigen Küstenlinie des „Golfes der Saintonge“ entfernt.

Das Städtchen wird seit 1626 offiziell Brouage genannt, vorher auch Jacopolis de Brouage. Seine mittelalterlichen Ursprünge waren im 11. Jahrhundert das ehemalige Dorf Hiers, neben dem Mitte des 16. Jahrhunderts die neue Ortschaft Brouage entstand. Das Doppeldorf wurde dann zeitweilig Hiers-Brouage genannt. Die heutige touristisch genutzte Bekanntheit von Brouage verdankt sie ihrer Vergangenheit als ehemalige Hafenstadt, ein international bedeutendes Zentrum des Salzhandels und als militärische Festungsstadt der Zitadelle von Brouage.

Brouage, Zitadelle von S-O


Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünge[Bearbeiten]

Brouage, Bastion Richelieu, von S-W

Die älteste Kirche und damit auch das Ursprungsdorf Hiers ist für das 11. Jahrhundert erwähnt. Es befand sich zu dieser Zeit auf einer Insel inmitten des Golfs der Saintonge. Weite Gebiete des Golfs veränderten sich dann im Laufe vieler Jahrhunderte Zug um Zug in das heutige Sumpfland, dem Marais de Brouage. Die Insel gehörte zu einer Gruppe mit anderen Inseln, wie Guilletterie, Montboileau, Fremailloux und Érablais. Durch ihre relativ große Höhe wurde sie zur Überwachung der Navigation zwischen dem Festland und der Île d’Oléron benutzt. Man baute ab dem elften Jahrhundert eine Burg und ein Priorat, beide abhängig von der damaligen Herrschaft von Broue. Die Mönche der Prioratskirche Saint-Hilaire betrieben bereits die Salzproduktion. Schon im Mittelalter wurden hier etwa 8.000 Hektar Salzgärten bearbeitet, deren Produkte hauptsächlich nach Flandern und in deutsche Regionen verschifft wurden.

Handelshafen seit Ende des 14. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Nachdem durch das Zurücktreten des Meeres die Salinen und der Hafen von Broue verlandet waren, konzentrierte sich die Salzgewinnung auf die um etwa 12 km weiter nordwestlich gelegenen Inseln und dort auf das sich wirtschaftlich entwickelnde Hafenstädtchen Hiers/Brouage.

Brouage, Wachtürmchen, Bastion Richelieu

Das eigentliche Brouage wurde im Jahre 1555 von Jacques de Pons gegründet, auf dem Gelände eines alten Depots von Ballaststoffen, Kieseln und Amphoren. Brouage, damals noch ein Vorhafen des Hafens von Hiers, entstand zunächst ohne militärischen Absichten, vielmehr nur zur Einrichtung eines neuen Zentrums zur Vermarktung des dort in den Salinen produzierten „weißen Goldes“, des Meersalzes.

Bald nahm der Salzhandel internationale Dimensionen an. Der Hafen wurde zum größten in Europa, und ein ganzes Volk wurde zu Salinenarbeitern, Seeleuten, Kabeljaufischern usw., aufgezeichnet in den Dokumenten über Abgaben und Gebühren des Klerus und lokalen Adels . Bis zu 200 Schiffe konnten im Hafen anlegen. Die Stadt war damals nicht nur ein Ort für den Handel mit Salz, sondern auch für die Kabeljau-Fischerei vor Neufundland.

Jacopolis von Brouage, wie die Stadt auch hieß, wurde reich und wohlhabend. Zehn Jahre nach ihrer Gründung erhielt sie einen Besuch von König Karl IX.

Brouage, zwei Wachtürmchen der Bastion Richelieu, Brustwehr
Brouage, Außenwerk, vor Bastion d'Hiers

Kriege des 16. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Brouage, Glacière

Während der Religionskriege, wurde Brouage abwechselnd von den Katholiken und den Hugenotten eingenommen. 1576 im Verlauf des sechsten Glaubenskrieges, war der Herzog von Guise in der Stadt, um die Einkesselung des protestantischen La Rochelle vorzubereiten. Im selben Jahr hielt sich Heinrich von Navarra, der zukünftige Heinrich IV. in der Zitadelle auf. 1578 entschied König Heinrich III.: „da die Stadt schon sehr groß geworden ist, darf sie nicht in die Hände der Protestanten oder Engländer fallen“. Außerdem war sie eine königliche Stadt, ein Safe der Zentralregierung. 1586 zerstörten die Männer von La Rochelle den Hafen von Brouage erheblich. Der Prinz von Condé blockierte mit seinen Schiffen den Hafen fast vollständig.

17. Jahrhundert[Bearbeiten]

1626 integrierte Ludwig XIII. die Stadt in das Königreich Frankreich, die dann den alleinigen Namen Brouage führte. Der Gouverneur für die Stadt war Armand Jean du Plessis, bekannter unter dem Namen Kardinal Richelieu. Zu dieser Zeit zählte die Stadt 4000 Einwohner und war ein blühender Handelsplatz.

Brouage, Wachtürmchen und Marais-Rinder

In Vorbereitung auf die Eroberung von La Rochelle wurde hier aus strategischen Gründen ein Logistik-Zentrum der königlichen Kriegsmaschinerie eingerichtet. 1628 besuchte Ludwig XIII. den Hafen. Zwischen 1630 und 1640 veranlasste Pierre de Conty, Seigneur de la Motte d’Argencourt, den von Richelieu befohlenen Um- und Ausbau der Stadt zur Zitadelle von Brouage. Sie wurde dadurch zur stärksten Festung an der Atlantikküste. Das alte Dorf Hiers wurde ihr industrieller „Hinterhof“. Neben der Rüstkammer des Militärs und dem Arsenal der Marine waren dort alle Baubranchen, wie Tischler, Maurer usw. untergebracht.

1653 wurde Kardinal Mazarin zum Gouverneur von Brouage ernannt. 1659 verbannte er seine Nichte Maria Mancini nach Brouage, da sie als Geliebte des jungen Ludwig XIV. den Heiratsplänen des Kardinals im Wege stand. Damit war der Weg frei für die Eheschließung zwischen dem Sonnenkönig und Maria Theresia von Österreich (1638-1683).

Brouage, Port Souterrain de la Brèche

1685 unterzog Vauban die Bastionen und die sie umgebenden Wege einer Teilerneuerung und Modernisierung. Auf allen vorspringenden Winkeln der Bastionen wurden Wachtürmchen zum Schutz des Wachpersonals errichtet. Sie prägen heute noch die Silhouette der Befestigungsanlagen der Zitadelle.

Brouage und die französischen Kolonien[Bearbeiten]

Samuel de Champlain, 1570 in Brouage geboren, wurde ab 1603 in Kanada, den neuen Provinzen Frankreichs, zum königlichern Geograph . Er machte insgesamt 21 Reisen zwischen Frankreich und „Neu-Frankreich“. 1608 gründete er die Stadt Québec, eine Kolonie aus französischen Familien, Handwerkern, Soldaten und Priestern. Er starb am 25. Dezember 1635 in Québec, ohne dass seine Vorbereitungen für die Gründung von Montreal für 1642 abgeschlossen waren. Für Brouage brachte das 17. Jahrhundert eine Blütezeit des Handels, mit den neuen Überseeprovinzen.

Brouage, Port Souterrain de la Brèche, Portal u. Aufgang

Viele Zeugnisse weisen heute noch auf die engen Beziehungen zwischen den Städten Brouage und Québec hin, wie etwa die „Rue du Québec“ in Brouage und der entsprechende „Square“ in New Brunswick, die „Rue de Brouage“ und die Statue von Champlain in Québec. Im Übrigen wurde die Kirche Saint-Pierre von Brouage mit Spenden der Stadt Québec wieder neu errichtet.

Niedergang[Bearbeiten]

Das Meer zog sich, wie auch andernorts, von der Stadt Brouage allmählich zurück und von der weiten Bucht von Colmata. Es hinterließ auch dort eine sumpfige Landschaft, etwa in Höhe des Meeresspiegels. Die Gründung und der Aufstieg des benachbarten Rochefort, von Vauban als Nachfolgefestung ausgewählt, ließ Brouage im 18. Jahrhundert in Vergessenheit geraten. Auch die Salinen mussten aufgegeben werden. Sie hatten sich in Sümpfe und damit in Fieberherde verwandelt. Der Verfall der Siedlung begann unaufhaltsam. Zahlreiche Gebäude gingen unter. Man kümmerte sich nicht mehr um die Bauten und deren großen verfügbaren Speicherplatz innerhalb der Stadtmauern. In der Stadt verblieb nur noch eine kleine Garnison.

Brouage, Poudrière de la Brèche

In der Revolution wurde Brouage Zentrum von mehreren hundert Logen–Anhängern, die „verdächtigen Strömungen nacheiferten". 1793 wurden zahlreiche Verdächtige inhaftiert. So auch etliche "widerspenstige" Priester, die sich weigerten, der Republik die Treue zu schwören. Sie verstarben oftmals vor ihrer Verurteilung am Fieber. Im Jahre 1885 verabschiedete sich die Armee endgültig von Brouage.

Neue Entwicklungen und Gedenken[Bearbeiten]

Am 29. August 1970 widmete die Regierung von Québec ihrem Gründer Samuel Champlain eine Hommage und ließ zu seiner Ehre eine Gedenktafel an seinem Geburtshaus anbringen.

Brouage, hier standen Unterkünfte für Angehörige der Soldaten

Ab 1980 wurden umfangreiche Sanierungen unternommen, um der Stadt als touristische Sehenswürdigkeit zu fördern. Brouage ist heute mit knapp 500 Einwohnern europäisches Zentrum für militärische Architektur. Im Jahr 2001 kam Diane Lemieux, die Ministerin für Kultur in Québec, nach Brouage, um dort ein Fenster der Kirche einzuweihen. Diese Geste sollte die engen Beziehungen ihres Landes mit der Stadt in der Saintonge symbolisieren .

Anlässlich des 400. Jahrestages der Gründung der Stadt Québec, durch Samuel de Champlain, einem Sohn der Stadt und des Landes, wurden in Brouage im Jahr 2008 viele Feste gefeiert.

Das Haus Champlain beherbergt eine Ausstellung über die Abenteuer eines Bürgers der Saintonge in Kanada. Die interaktive Ausstellung mit Kosten in Höhe von mehr als 2,2 Millionen Euro wird gemeinsam finanziert von der kanadischen Botschaft in Frankreich und dem Conseil Général de la Charente-Maritime.

Ebenfalls wurde ein Kunstwerk des Künstlers Marc Lincourt an einer repräsentativen Stelle installiert. Es stellt eine Meereswelle in Größe von 2 mal 10 Metern dar. Die darauf festgehaltenen Namen erinnern an die ersten vierhundert Familien, die von französischem Boden dort eingewandert sind. Sie stehen für die Stammzellen Québecs.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Stadt und Zitadelle[Bearbeiten]

Der Grundriss der vollständig nach Plan neu gebauten Stadt und Zitadelle Brouage hat mit ihren rechtwinklig verlaufenden Straßen gewisse Ähnlichkeiten mit denen der „Bastides“ im Périgord.

Brouage, Halle aux Vivres und Tonnellerie

Die Stadt wird fast quadratisch umschlossen von einem Verteidigungswall mit insgesamt 400 x 400 Metern Ausdehnung, bestehend aus einer äußeren 13 Meter hohen Wehrmauer, die innen von einer gewaltigen Erdaufschüttung verstärkt wird, und auf deren Oberseite Wege und Stellflächen zum Manövrieren und Ausrichten von Geschützen im Verteidigungsfall angeordnet sind. Die Mauern wurden bekrönt mit Brustwehren aus rotem Ziegelstein, in die Aussparunge für die Geschützrohre eingelassen waren.

Brouage, Halle aux Vivres, Ausstellungsraum

Die Befestigungsanlage, die Rempards, bestand aus sieben Bastionen mit im Grundriss angespitzten Befestigungsbauwerken an den Ecken der Umfassung und teilweise auf halber Seitenlänge, 19 Aufwärmräumen, zwei „unterirdischen“ Häfen, zwei Lagerhäusern für Schießpulver, vier öffentlichen Latrinen, einem Eiskeller und vielen anderen Einrichtungen. Den Bastionen vorgelagert waren noch mehrere Außenwerke oder Ravelins, auch „Ouvrage avance“.genannt.

Die Zugänge zur Zitadelle waren die heute noch genutzten seitlichen Durchlässe in der nördlichen Bastion Royal - gleichzeitig auch Verbindung zum Hafen - und in der südlichen Bastion d’Hiers. Beide konnten ursprünglich mit massiven Toren verschlossen werden.

In ihrer Blütezeit im 17. Jahrhundert beherbergte die Garnison Brouage etwa 600 Menschen in Friedenszeiten, und bis 5000 Menschen im Krieg.

Brouage, Rote Kanone

Königliche Ställe (1680)[Bearbeiten]

Die Ecuries Royales, ein langes Gebäude an der nördlichen Wehrmauer der Courtine du Gouvernement<, beherbergte im 17. Jahrhundert bis zu 238 Pferde, außerdem Räume und Werkstätten von Waffenhändlern, Handwerkern und Fuhrleuten, Heute sind dort kleine Läden untergebracht.

Brouage, Königliche Pferdeställe

Königliche Schmieden[Bearbeiten]

Die Forges Royales waren zwischen den Pferdeställen und der Porte Royale angesiedelt, heute die Unterkunft des Fremdenverkehrsamtes.

Halle der Lebensmittel (1631)[Bearbeiten]

Die Halle aux Vivres wurde inmitten eines großen nur gering bebauten Grundstücks in der Nordostecke der Zitadelle errichtet. Sie diente der Garnison als Proviant-Magazin zur Organisation der Beschaffung, Lagerung und Bevorratung von Lebensmitteln und für den täglichen Bedarf der königlichen Armee. Der Fassungsraum betrug im Erdgeschoss etwas 720 Fässer (Tonnen) und im Obergeschoss 300 Fässer (Tonnen) für Getreide und anderes.

In dem hervorragend restaurierten Gebäude mit seinem schönen Ziegelsteingewölbe findet man heute ein europäisches Zentrum für Militärarchitektur.

Brouage, Königliche Pferdeställe, heute Boutiquen

Böttcherei (1689)[Bearbeiten]

Parallel zur Halle aux vivre und längs der steilen Böschung des Befestigungswalls stand die Tonnellerie . Schon kurz nach Errichtung des Gebäudes musste etwa die Hälfte wieder abgerissen werden, da es bei der Veränderung der Verteidigungsanlagen von Vauban im Wege stand. Hier wurden Nahrungsmittel und Waffen gehandelt, vor allem aber Holzfässer hergestellt, die Tonnen, von denen der Name des Gebäudes abgeleitet ist. Die Fässer waren für den Transport und die Lagerung von Handelsgütern, vor allem aber für das Schießpulver bestimmt. 1826 wurden im Gebäude Futtermittel gelagert.

Brouage, Poudrière St.-Luc, mit Schutzmauer

Pulverdepot Saint-Luc (1627–1638)[Bearbeiten]

Die Poudrière Saint-Luc befand sich in der Bastion Saint-Luc in der Südwestecke der Zitadelle. Nur das Fehlen von Fenstern unterschied sie von gewöhnlichen Wohnhäusern. Das Haus war von einer massiven Schutzmauer umgeben, die einzige Tür war gepanzert. Schießpulver für 60.000 Livres konnten dort in Pulverfässern gespeichert werden. Es war sehr wichtig für Brouage, da der Handel mit Pulver noch bis in das 18. Jahrhundert blühte. Die zentralen Pulverdepots in Brouage waren für die Versorgung der Königlichen Armee bestimmt und zum Nachschub der Bewaffnung der Fregatten im Wettrennen der Nationen um die „neuen Länder“ in Übersee.

Pulverdepot der Bresche (1692)[Bearbeiten]

Brouage, Saint Pierre
Brouage, Saint Pierre, Inneres

Die Poudrière de la brèche wurde von der Bastion de la Breche in der Mitte der östlichen Umwallung der Zitadelle von drei Seiten umschlossen und bis auf einen kleinen Durchlass von einer weiteren massiven Schutzmauer umfasst.

Schießpulver für 40.000 Livres, das entsprach 20 Tonnen, konnte hier in kleinen Fässern auf Holzrahmen gelagert werden. Zusammen mit dem von Saint-Luc diente dieses Pulverdepot auch zur Versorgung der Verteidigungsanlagen der Garnison Brouage einschließlich ihrer Vorwerke und für die nahen unterirdischen Häfen. Seit 1910 wurde das Pulverdepot für kulturelle Zwecke genutzt.

Unterirdischer Hafen der Bresche (1631)[Bearbeiten]

Der Ostseite der Citadelle befindliche Port souterrain de la Brèche lag unterhalb des städtischen Straßenniveaus im nördlichen Winkel der Bastion de la Brèche am Fuße der Befestigungsmauern. Hier gab es einen knapp über der ehemaligen Wasseroberfläche liegenden Quai, eine Anlegestelle für Boote und flache Schiffe. Von dort konnte man über eine gepanzerte Tür in das Untergeschoss der Bastion und weiter hinauf gelangen.

Der unterirdische Hafen diente zum geschützten Be- und Entladen von Gütern von Schiffen, die wegen ihres Tiefgangs weiter außerhalb vor Brouage ankern mussten. Verschifft wurden überwiegend Pulver, Nahrungsmittel und Menschen. Auf diesem Weg und mit Booten wurde auch die Besatzung der Vorwerke mit Nachschub versorgt.

Der unterirdische Hafen mit seinem Zugang ist heute noch gut erhalten, allerdings legen dort keine Boote mehr an, sondern es grasen die Kühe auf den Weiden des Marais. Die im 18. Jahrhundert gesperrte Pforte ist 1986 wieder geöffnet worden. An der südlichen Bastion d’Hiers gab es einen ebensolchen Port souterrain.

Kirche Saint-Pierre[Bearbeiten]

Die Kirche von Brouage im Renaissance-Stil hat sich seit ihrem Bau kaum verändert, abgesehen von den Kirchenfenstern. Sie sind Stiftungen reicher Kaufleute von Brouage. Der Friedhof, der die Kirche einst umgab, ist heute verschwunden.

Auf dem Giebel der Kirche von Brouage ist eine klassische Eingebung der Renaissance zu finden, die Wappen von St. Timoleon d'Epinay, Lukas und seinem Leutnant Pierre de Comminges, umgeben von den königlichen Waffen.

Brouage, Öffentliche Latrinen

Öffentliche Latrinen[Bearbeiten]

In den Befestigungswällen auf der West- und Ostseite der Zitadelle gab es insgesamt vier öffentliche Toilettenanlagen, und zwar mit jeweils zweimal sieben Toilettensitzen in Form von ovalen Ausschnitten in Holzbohlen. Hier sorgte ständig fließendes Wasser zur Beseitigung der Abfälle, ein für die damalige Zeit besonderer Komfort.

Brouage, Rue de Québec, nach Süden

Eiskonservierung(1688)[Bearbeiten]

Auf der Bastion Richelieu in der Süd-Ost-Ecke der Zitadelle stößt man auf die Glacière, eine besondere Einrichtung, äußerlich in Form eines kleinen hölzernen Gebäudes. Über dem einfachen quadratischen Grundriss, mit einer inneren Ausschachtung, erhebt sich ein kegelförmiges Dach mit einem unteren Durchmesser von 6,10 m, auf das sich das Satteldach eines kleinen Zugangsflurs schiebt. Ein örtliche Hinweisschild klärt auf, dass es sich hierbei um eine Einrichtung handelt, die im Winter eingefülltes Eis über viele Monate der wärmeren Jahreszeiten kühlt und für eine längere Konservierung von Lebensmitteln bereit hielt. Es konnten bis zu 22 Tonnen (Fässer) Eis eingebracht werden.

Leergrundstück mit Brunnen[Bearbeiten]

Im östlichen Bereich der Zitadelle entlang der Rue des Trois Vierges gibt es ein großes freies Grundstück mit einem Brunnen in der Mitte. Es ist von einer hohen Mauer eingefriedet. Ein Schild weist darauf hin, dass hier Angehörige der Truppen untergebracht werden konnten, vermutlich in einfachen hölzernen Behausungen.

Kasernen[Bearbeiten]

Die Anciennes Casernes waren entlang der südlichen Festungsmauer aufgereiht, in ihrer Verlängerung schlossen sich die Exerzierplätze an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Samuel de Champlain wurde um 1570 in Brouage geboren.
  • Marie Mancini, wurde 1659 nach Brouage verbannt

Quellen, Literatur[Bearbeiten]

  • http://fr.wikipedia.org/wiki/Hiers-Brouage (fr)
  • Örtliche Hinweisschilder (fr)
  • Michelin-Reiseführer ATLANTIKKÜSTE Poitou Vendée Charentes Pyrenäen 2. Auflage 1998
  • Thorsten Droste POITOU, Westfrankreich zwischen Poitiers und Angoulême- die Atlantikküste von der Loirer bis zur Gironde, DUMONT Kunst-Reiseführer, Köln 1999, ISBN 3-7701-4456-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hiers-Brouage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien