Rochefort (Charente-Maritime)

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Rochefort
Wappen von Rochefort
Rochefort (Frankreich)
Rochefort
Region Poitou-Charentes
Département Charente-Maritime
Arrondissement Rochefort (Unterpräfektur)
Kanton Chef-lieu von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communauté d’agglomération du Pays Rochefortais.
Koordinaten 45° 57′ N, 0° 58′ W45.941944444444-0.9669444444444414Koordinaten: 45° 57′ N, 0° 58′ W
Höhe 0–29 m
Fläche 21,95 km²
Einwohner 25.183 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.147 Einw./km²
Postleitzahl 17300
INSEE-Code
Website http://www.ville-rochefort.fr/

Rochefort (französisch für starker Fels) oder auch Rochefort-sur-Mer ist eine französische Stadt mit 25.183 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2011) im Département Charente-Maritime der Region Poitou-Charentes.

Lage[Bearbeiten]

Rochefort liegt zwischen Meer und Binnenland, aber nicht direkt am Atlantischen Ozean. Die Stadt hat einen Hafen, obwohl sich der Atlantik etwa 20 km weit entfernt befindet. Die Verbindung zum Meer ist durch den Fluss Charente gegeben. Durch die vorgelagerten Inseln , Oléron und Aix bietet die Flussmündung der Charente einen gewissen Schutz, was Rochefort zu einem geografisch und strategisch günstigen Ort für maritime Belange machte.

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Wappen von Rochefort

Im 11. Jahrhundert war Rochefort eine Burg namens Roccafortis über der Charente, umgeben von einigen Häusern in sumpfigem Gebiet. Als im 17. Jahrhundert Frankreich unter Ludwig XIV. eine Flotte aufbaute, um als Seemacht unter den europäischen Mächten gelten zu können und seine Handelswege mit den Kolonien zu schützen, fiel die Wahl für einen Marinestützpunkt wegen der günstigen Lage auf Rochefort. Minister Jean-Baptiste Colbert ließ 1666 hier durch den Architekten François Blondel das größte Marinearsenal Frankreichs aufbauen. Im Verlauf von 250 Jahren wurden in Rochefort etwa 350 Schiffe gebaut, ausgerüstet, ausgebessert und gewartet. Ab 1689 wurde die schachbrettartig angelegte Stadt mit einer Festungsmauer umgeben. Als Relikt aus damaliger Zeit ist heute noch die Königliche Seilerei („Corderie Royale“) als Teil des Arsenals zu besichtigen, in der in der Vergangenheit Tauwerk für die Französische Marine hergestellt wurde.

Die Bedeutung des Arsenals für die französische Marine sank ab 1900 zusehends, sodass es 1927 geschlossen wurde. Dafür entwickelte sich ab 1916 in Rochefort eine Basis der Marineflieger mit angeschlossener Flugschule und schließlich eine Luftwaffenbasis (Militärflugplatz Rochefort).

Von 1941 bis 1943 unterhielt die Kriegsmarine in Rochefort ein Marinelazarett.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: Das Wappen ist geteilt und oben in Blau mit goldenem fünfzackigen Stern und in Silber mit einem schwarzen zweistufigen gezinnten Turm auf ebenso gefärbtem Berg gespalten; unten in Schwarz ein dreimastiges silbernes Segelschiff mit je zwei goldenen Rahsegeln an den Masten, goldenen Mastwimpeln und Heckflagge, auf silbernen Wellen fahrend.

Bevölkerungsentwicklung Rochefort (Charente-Maritime)
Jahr 1806 1876 1911 1921 1936 1946 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2009
Einwohner 14 615 27 012 35 019 29 473 29 482 29 472 30 858 28 648 29 226 28 155 26 167 25 561 25 797 26 801

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Rochefort ist Partnerstadt der deutschen Stadt Papenburg. Die Stadt Papenburg führt mehrere Schüleraustausche durch. Und das regional bekannte Realschulorchester aus Aschendorf ist Partnerorchester eines Rocheforter Orchesters. Auch die Duisburger Schulen Mercator-Gymnasium und Steinbart-Gymnasium führen jedes Jahr mit zwei Rochforter Schulen einen Austausch durch.

Weitere Städtepartnerschaften bestehen mit Burton-upon-Trent (Großbritannien) und Torrelavega (Spanien).

Schwebefähre von Rochefort

Schwebefähre von Rochefort[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schwebefähre Rochefort

Die von Ferdinand Arnodin am 29. Juli 1900, nach 27 Monaten Bauzeit fertiggestellte Schwebefähre von Rochefort verbindet die Stadt mit Échillais. Sie ist eine der drei heute noch existierenden Schwebefähren von Ardonin, dem insgesamt neun Schwebefähren zugeordnet werden können. In Gebrauch ist dieses historische Bauwerk (seit 1976 Monument historique) heute jedoch nur noch für Fußgänger und Zweiräder.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Der Hafen von Rochefort im 18. Jahrhundert (Gemälde von Claude Joseph Vernet)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rochefort (Charente-Maritime) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien