High Speed 2

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
London–Glasgow
Streckenlänge: 188,6 (Phase 1) km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 25 kV 50 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: bis 400 km/h
BSicon .svgBSicon exKBHFa.svgBSicon .svg
0 km London Euston
   
8,8 km Old Oak Common
   
156,3 km Birmingham Interchange
   
175,2 km nach Birmingham Curzon Street
   
188,6 km von der West Coast Main Line
BSicon .svgBSicon exSTR+GRZq.svgBSicon .svg
Grenze Phase 1 - Phase 2
   
Leeds City
   
Manchester Piccadilly
   
Glasgow Central

High Speed 2, kurz HS2, ist der Projektname einer geplanten britischen Schnellfahrstrecke. Sie soll vom Londoner Bahnhof Euston nach Birmingham führen, sich dort in Richtung Manchester und Leeds aufteilen und später bis nach Glasgow führen.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Strecke soll von London-Euston nach Birmingham führen und sich dort in zwei Äste teilen: Der westliche Ast führt über Liverpool nach Manchester. Der östliche Ast soll über die East Midlands und South Yorkshire nach Leeds führen. Die Reisezeiten von diesen Orten nach London sollen sich gegenüber heute in etwa halbieren.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Januar 2009 gründete die britische Regierung die Projektgesellschaft "High Speed Two Ltd.". Diese sollte bis zum 31. Dezember 2009 eine bis auf +/- 25 Meter genaue Trasse mit einer Gradientengenauigkeit von +/- 0,5 Meter vorlegen.[2] In einem ersten Schritt soll die Strecke London–Birmingham realisiert werden. Nach Fertigstellung dieses Abschnittes sollen in einem weiteren Schritt die Städte Leeds, Manchester und Glasgow angebunden werden. Die Strecke soll die jetzige Hauptstrecke West Coast Main Line entlasten.

Wäre der Beschluss zum Bau der Strecke im 1. Quartal 2010 gefallen, hätten die Planungen bis Mitte 2016 ausgearbeitet und genehmigt werden sollen. Darauf sollte eine sechsjährige Bauzeit (vom 4. Quartal 2017 bis zum 3. Quartal 2023) folgen, die Inbetriebnahme war für Mitte 2025 geplant.[2] Es wäre die zweite Schnellfahrstrecke in Großbritannien, nach der 2003 (teilweise) bzw. 2007 (vollständig) eröffneten High Speed 1.

Im Moment (Stand: 2011) wird mit der Inbetriebnahme des ersten Abschnitts (bis Birmingham) für das Jahr 2026 gerechnet. Die vollständige Inbetriebnahme der Y-Lösung wird für die Jahre 2032 und 2033 geplant.[3]

Ausbau[Bearbeiten]

dunkelblau – bestehende High Speed 1
hellblau/rot – geplante High Speed 2

Die Bahnstrecke soll in Normalspur errichtet und für eine Entwurfsgeschwindigkeit von bis zu 400 km/h ausgelegt werden. Zu Beginn sollen die Züge mit 360 km/h verkehren.[4]

Auf etwa 11 Prozent ihrer Länge soll die Strecke im Tunnel verlaufen. Dazu zählen unter anderem weite Teile Londons und Abschnitte in der Region Chiltern.[5]

Kosten[Bearbeiten]

Die Baukosten werden auf ca. 34 Mrd. £ geschätzt. Hierbei ist eine mögliche Verbindung mit der High Speed 1 nicht miteinkalkuliert.

Das Projekt soll, zum Preisstand von 2009, über einen Zeitraum von 60 Jahren einen volkswirtschaftlichen Nutzen-Kosten-Faktor zwischen 1,6 und 2,0 erreichen.[4]

Reisezeitentwicklung[Bearbeiten]

Die Reisezeit von London nach Birmingham würde sich von heute 1:22 Stunden auf 49 Minuten verkürzen. Nach Fertigstellung der Abschnitte nach Liverpool, Leeds und Manchester, wären diese Städte in 1:20 bis 1:36 Stunden von London aus erreichbar, 30 bis 60 Minuten schneller als heute. Züge von London in die beiden größten schottischen Städte Glasgow und Edinburgh brauchten nach einem Vollausbau nur noch 2:40 Stunden statt heute 4:30.

Geplante Fahrzeuge[Bearbeiten]

Es ist geplant mit zwei verschiedenen Fahrzeugtypen auf dieser Bahnstrecke zu fahren:

  • Mit dem engeren britischen Lichtraumprofil kompatible Fahrzeuge, welche auch auf klassischen Strecken verkehren können.
  • Fahrzeuge mit größerem Lichtraumprofil, evtl. auch Doppelstockzüge, welche allerdings dadurch nur auf der Schnellfahrstrecke verkehren können.

Die Züge sollen bis zu 362 km/h (225 mph) schnell, 200 m lang und doppeltraktionsfähig sein.

Aktuell läuft mit dem Intercity Express Programme durch das britische Verkehrsministerium eine Ausschreibung für Hochgeschwindigkeitszüge. Diese könnten unter anderem auch auf dieser Strecke eingesetzt werden.

Verbindung mit der High Speed 1[Bearbeiten]

In der aktuellen Planung ist noch keine Verbindung der Strecke mit der High Speed 1, die im Bahnhof Bahnhof St Pancras endet, enthalten. Allerdings strebt die britische Regierung eine Verbindung ihres zukünftigen Hochgeschwindigkeitsnetzes mit dem Europas an, allerdings nur zu vertretbaren Kosten. Eine Studie des Ingenieursbüro Arup schätzt die Kosten für eine eingleisige Verbindung auf 458 Mio. £, eine zweigleisige Verbindung würde 812 Mio. £ und eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen beiden Schnellfahrstrecken 3,6 Mrd. £, Empfehlung der Studie ist die zweigleisige Verbindung.

Vor dem Bau dieser Verbindung werden die beiden Strecken lediglich über Umsteigeverbindungen, etwa durch die Londoner U-Bahn oder durch die geplante S-Bahn-Verbindung Crossrail miteinander verbunden sein.

Die Greengauge 21 Studie nennt für die HS2 Strecken inklusive Abzweigen und der Verbindung zu HS1 eine Gesamtlänge von 240 km (150 Meilen).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hammond launches HS2 consultation. In: Modern Railways. Bd. 68, Nr. 751, 2011, ISSN 0026-8356, S. 44 f.
  2. a b Roger Ford: HS2 route expected to be published before election. In: Modern Railways. Bd. 66, Nr. 735, 2009, ISSN 0026-8356, S. 26, 28.
  3. Gordon Pettitt: Why we need HS2. In: Modern Railways. Bd. 68, Nr. 751, 2011, ISSN 0026-8356, S. 46–51.
  4. a b John Glover: High speed rail summit. In: Modern Railways. Bd. 68, Nr. 751, 2011, ISSN 0026-8356, S. 52–59.
  5. Tunnels on HS2. In: Modern Railways. Bd. 68, Nr. 751, 2011, ISSN 0026-8356, S. 71.