Geilebach

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Geilebach, Döllbach, Mombach
(Geile, Döll)
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BW

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Lage Hoher Habichtswald und kreisfreie Stadt Kassel, Nordhessen (Deutschland)
Flusssystem Weser
Abfluss über Ahna → Fulda → Weser → Nordsee
Quelle im Hohen Habichtswald in Harleshausen nahe dem Blauen See
51° 20′ 21″ N, 9° 24′ 21″ O51.3391944444449.4057777777778340
Quellhöhe ca. 340 m ü. NHN[1]
Mündung am Nordstadtpark an Grenze von Nord-Holland zu Fasanenhof in die Ahna51.3268759.5060833333333140Koordinaten: 51° 19′ 37″ N, 9° 30′ 22″ O
51° 19′ 37″ N, 9° 30′ 22″ O51.3268759.5060833333333140
Mündungshöhe ca. 140 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied ca. 200 m
Länge ca. 8,6 km[2][3]

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Plan von Cassel von 1878 mit dem Bachverlauf in der Stadtperipherie

Der Geilebach (auch die Geile, im Mittellauf Döllbach bzw. der Döll, im Unterlauf Mombach und früher Geilhäuser Wasser[4] genannt) ist ein etwa 8,6 km[2][3] langer, rechter bzw. westlicher Zufluss der Ahna in der kreisfreien Stadt Kassel in Nordhessen (Deutschland).

Verlauf[Bearbeiten]

Quelle: Das Fließgewässer entspringt als Geilebach (Geile) im Nordostteil des Hohen Habichtswaldes an den Hängen von Hühnerberg (496 m ü. NHN) und Wurmberg (485 m) in zu Kassel-Harleshausen gehörendem Waldgebiet. Sein Quellgebiet liegt im Rahmen zweier Teiche (ca. 340 m) nordnordöstlich unterhalb des Blauen Sees (ca. 362 m) und damit südlich des Erlenlochs (ca. 342 m); beides sind nach beendetem Basaltabbau entstandene Tagebaurestseen. Die am unteren Teich gelegene Waldwegüberführung, unter der die quellnahe Geile fließt, liegt auf 339 m[1] Höhe.

Oberlauf: Der anfangs Geilebach genannte Bachlauf fließt ausschließlich in östliche Himmelsrichtungen: Nach Verlassen des Habichtswaldes, bei Unterqueren der Rasenallee (293,4 m), verläuft der Bach durch einige Felder, wobei er nördlich die westlichen Wohngebiete des Kasseler Stadtteils Harleshausen passiert; eine dort etwas nördlich des Bachs befindliche Straße heißt Am Geilebach und etwas jenseits davon tragen landwirtschaftlich genutzte Flächen den Namen (Das) Geilhäuser Feld[4]; dort lag einst Geilhausen[4] (Wüstung). Dann unterquert der Bach, unmittelbar nach Einmünden des Vorfluter Geilebach[5], die Wolfhager Straße (Bundesstraße 251; ca. 230 m), und etwas unterhalb davon mündet der Herdgraben[5] ein.

Direkt anschließend passiert die Geile unterirdisch das Harleshäuser Schwimmbad (Freibad), um danach durch bebaute Gebiete von Harleshausen zu fließen. Dabei mündet der Kubergraben[5] ein, wonach der Bach die Obervellmarer Straße (ca. 209 m) unterquert. Nach Passieren des Harleshäuser Friedhofs bildet die Geile im Feldlager und bis zum Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn die Grenze zum Kasseler Stadtteil Jungfernkopf. Vor diesem DB-Werk durchfließt sie einen etwa 30 m langen Bachtunnel (ca. 182 m), der unter der Bahnstrecke Kassel–Warburg durchführt. Dann mäandert sie auf etwa 650 m[2] Fließstrecke durch eine naturbelassene und im unteren Teil von einem kleinen Wald gesäumte Niederung zwischen Harleshausen und Jungfernkopf. Hiernach fließt die Geile, nach nördlichem Passieren der Ökosiedlung (an der Straße Am Wasserturm), in die rund 485 m (Luftlinie) lange Tunnelkanalisierung (ca. 175 m) unter dem DB-Werk und unter anderem unter der Schnellfahrstrecke Hannover–Kassel–Würzburg hindurch.

Mittellauf: In seinem jenseits bzw. östlich des DB-Werks gelegenen Mittellauf, wo der Bach das im Industriepark Mittelfeld gelegene Mercedes-Benz Werk Kassel südlich passiert, wird das Fließgewässer in Rothenditmold Döllbach (Döll) genannt. In diesem Kasseler Stadtteil fließt er, nach Unterqueren der etwa 100 m langen Brücke der Gelnhäuser Straße, unterhalb des Rothenbergs (ca. 190 m), auf dem das Marienkrankenhaus Kassel steht, durch die schmale Döllbachaue, von welcher der untere Teil von 2006 bis 2008 renaturiert wurde und an die sich nördlich, in der Nähe des Bachs, der Rothenbergpark anschließt. Nach nahe dem Abzweig (157,7 m) der Mombachstraße von der Wolfhager Straße befindlichem Unterqueren der zuletzt genannten Straße fließt der Bach nördlich entlang der Mombachstraße in Richtung Schöfferhofstraße, um zwischen beiden Straßen noch etwas vor der etwa 100 m langen Brücke (überführt beide Straßen) der Wolfhager Straße endgültig in einer Tunnelkanalisierung zu verschwinden.

Unterlauf: In dieser Tunnelkanalisierung verläuft der Döll unter dem Stadtteil Nord-Holland (Nordstadt) hindurch. Im Tunnel mündet direkt nach der Brücke der Wolfhager Straße unter der Einmündung (156,3 m) der Schöfferhofstraße in die Mombachstraße der zuletzt aus Richtung Südwesten heran fließende und zuvor auch unterirdisch fließende Angersbach[5][6][7] ein.

Von der Angersbach-Einmündung an heißt der Bachlauf Mombach. Als solcher fließt er unterirdisch zwischen Hauptfriedhof Kassel im Norden und Kasseler Unterstadtbahnhof im Süden stets entlang der Mombachstraße[5][7]. Unterirdisch unterquert er die Kreuzung (149,6 m) der Mombachstraße mit der Holländischen Straße (zusammen verlaufende Bundesstraßen B 7 und B 83) am Henner-Piffendeckel-Platz, an dem das Philipp-Scheidemann-Haus steht.

Mündung: Nachdem der in seiner etwa 1,5 km langen Tunnelkanalisierung fließende Mombach die an der Mombachstraße gelegene Elisabeth-Knipping-Schule und das Kulturzentrum Schlachthof passiert hat, mündet er an der Grenze der Stadtteile Nord-Holland und Fasanenhof an der Südostecke des am kleinen Nordstadtpark gelegenen unteren Endes der Mombachstraße auf etwa 140 m[1] Höhe in die Ahna. Am dortigen Tunnelportal ist die Inschrift 1908 zu lesen, und östlich oberhalb der Mündung liegt in Fasanenhof das Klinikum Kassel.

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d Topographische Karte Stadtatlas Kassel (M. = 1:10.000), Hrsg.: Stadt Kassel, Vermessung und Geoinformation, 2009
  2. a b c Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  3. a b Der Bachlauf ist etwa 8,6 km lang. Diese Länge setzt sich so zusammen: im Gewässerkartendienst des HMUKLV genannte 8,8 km Gesamtlänge minus falsch eingezeichnete Strecke (1,7 km) zur Fulda, plus tatsächliche Tunnelfließstrecke entlang der Mombachstraße zur Ahna (ca. 1,5 km).
  4. a b c Geilhausen mit Geilhäuser Wasser in LAGIS auf lagis.online.uni-marburg.de
  5. a b c d e Gewässer II. und III. Ordnung / Vorflutgräben, Karte der Stadt Kassel (M. = 1:10.000), Hrsg.: Kartographie Stadt Kassel, Vermessung und Geoinformation, 2007
  6. Im obigen Plan von Cassel (1878) ist der bei/in Rothenditmold nördlich der Wolfhager Straße zu sehende Bachlauf als (Der) Angersbach verzeichnet, dieser Fließgewässerabschnitt ist (aber) heute der Mittellauf bzw. ein Mittellauf-Teil des Bachlaufs GeileDöllMombach; der Angersbach selbst mündet erst weiter bachabwärts (s. o.).
  7. a b Der im hessischen Gewässerkartendienst des HMUKLV eingezeichnete, von der Mombachstraße diagonal durch die Stadt zur Fulda führende Bachverlauf ist falsch, weil er tatsächlich unter der Mombachstraße als Tunnelkanalisierung zur Ahna führt.